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Grundschule und Hort im Dialog - nach dem Auszug der Mittelschule läuft an der 15. Grundschule in der Dresdner Neustadt vieles besser

Grundschule und Hort im Dialog - nach dem Auszug der Mittelschule läuft an der 15. Grundschule in der Dresdner Neustadt vieles besser

Was sich so alles bewerkstelligen lässt, wenn Grundschule und Hort an einem Strang ziehen, zeigt die 15. Grundschule in der Neustadt eindrucksvoll.

Platzmangel, nervöse Kinder und gestresste Pädagogen waren einmal, seit die Mittelschule ausgezogen ist und das Gebäude Raum bietet für ein neues pädagogischen Konzept.

Noch im vergangenen Schuljahr hat sich die 15. Grundschule das Gebäude mit der 30. Mittelschule geteilt, die inzwischen ins Schulhaus am Unteren Kreuzweg gezogen ist. "Wir mussten sämtliche 12 Räume doppelt nutzen - vormittags als Klassenzimmer, nachmittags als Hortraum", beschreibt Schulleiter Olaf Böttger die missliche Situation. Die 15 Lehrer und 12 Erzieher hatten ein einziges Zimmer von 50 Quadratmetern zur Verfügung. Es gab kaum Außengelände und die große Dreifachsporthalle wurde von Mittel- und Grundschule, vom Gymnasium Dreikönigschule und von Vereinen genutzt, so dass keine zusätzliche Stunde für nachmittägliche AGs übrig war.

"Wir hatten auf 30 Quadratmetern eine Garderobe für 100 Schüler - eine Katastrophe", erinnert sich Böttger, der die Schule seit 15 Jahren leitet. Die Kinder hätten in den Gängen gesessen, der Lärmpegel sei immens gewesen. Es habe Unfälle en gros gegeben. "Der Rettungswagen war regelmäßig hier", sagt der Schulleiter. Die Kollegen seien nervlich so angespannt gewesen, dass es häufig Krankschreibungen gegeben habe.

Seit die Mittelschule ausgezogen ist, hat sich die räumliche Situation deutlich entspannt: "Jetzt haben wir immerhin sechs eigene Horträume zur Verfügung und müssen nur noch fünf Zimmer doppelt nutzen", berichtet Marco Dittmann, seit 2011 Hortleiter. Die zentrale Garderobe für alle befinde sich jetzt im Erdgeschoss, es herrsche das "Hausschuhprinzip", so dass es weitaus sauberer zugehe. "Wir können über die Aula frei verfügen und sind sogar in den Besitz einer Lehrküche gekommen, die früher die Mittelschule genutzt hat", freut sich Schulleiter Böttger.

Die Grundschule verfügt künftig über ein größeres Außengelände. Auf etwa 800 Quadratmetern entstehen bis Mai ein Wasserspielplatz für die Hortkinder, des weiteren ein Kletterwald, den auch die Grundschüler und die Kinder aus der Nachbarschaft nutzen dürfen. Außerdem lädt ein ausrangierter und wieder auf Vordermann gebrachter Bauwagen zum Zeitvertreib ein. Grundschüler und Hortkinder bekommen zudem an der Seifhennersdorfer Straße auf etwa 5000 Quadratmetern einen nagelneuen Sportplatz mit Tartanfußballfeld, Laufbahn und Weitsprunganlage, Gymnastikwiese und Grünem Klassenzimmer.

Doch all das wäre nur die halbe Miete, gäbe es nicht seit Sommer vergangenen Jahres auch ein gemeinsames pädagogisches Konzept. "Wir arbeiten nach dem kindorientierten Ansatz der Reformpädagogik", sagt Hortleiter Dittmann. Die Räume sind nach verschiedenen Themen eingerichtet, haben die starren, geschlossenen Strukturen abgelöst. Es gibt einen Bau- und einen Konstruktionsraum, Atelier, Schreibwerkstatt und Rollenspielraum. Und die Schüler können die Hortangebote bereits von 11.45 Uhr an und nicht erst ab 14 Uhr nutzen wie früher.

"Gemeinsam bildet - Grundschule und Hort im Dialog" heißt zudem seit 2011 ein Programm, das von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gGmbH moderiert wird und Bildungsagentur, Schulverwaltungs- und Jugendamt, Kita-Eigenbetrieb und nicht zuletzt auch die Eltern einbindet. Mit Beginn des Schuljahres haben Schule und Hort verlängerte Pausen und ei-nen Gleitzeitbeginn eingeführt.

"Die Kinder kommen 7.45 Uhr an und haben bis 8 Uhr Gelegenheit, mit ihrem Lehrer zu sprechen", erklärt Böttger. Von 9.30 bis 9.45 Uhr frühstückt der Lehrer gemeinsam mit den Kindern. Und es gibt jetzt eine längere Mittagspause als früher, die es den Kindern erlaubt, zu essen und anschließend noch an die frische Luft zu gehen. Immer freitags besprechen Böttger, Dittmann und je ein Lehrer und Erzieher die kommende Woche. Und jeden Mittwoch übernehmen die Erzieher in der großen Pause die Aufsicht, damit die Lehrer eine zu-sätzliche Beratungszeit zur Verfügung haben. Und während noch vor einem Jahr externe Anbieter drei AGs be-stritten haben, gibt es jetzt 18 AGs an der Schule, um die sich Lehrer, Er-zieher und externe Fachleute kümmern.

So viel steht jedenfalls fest: "Die Kinder machen einen deutlich zufriede-neren Eindruck als vorher", hat Böttger beobachtet. Und auch die Kolle-gen fühlen sich wohler. "Sie sind jetzt weitaus seltener krank", berichten Schul- und Hortleiter.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.03.2013

Katrin Richter

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