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Großer Umzug mit Pferdekutsche - Schulgebäude der Freien Alternativschule an der Stauffenbergallee für drei Millionen Euro saniert

Großer Umzug mit Pferdekutsche - Schulgebäude der Freien Alternativschule an der Stauffenbergallee für drei Millionen Euro saniert

Das wird ein lustiger Zug: Mit einer Pferdekutsche vorneweg wollen heute etwa 200 Schüler, Lehrer und Eltern aus der Freien Alternativschule (FAS) von der alten Schule im ehemaligen Robotrongebäude zu Fuß in ihr saniertes Haus an der Stauffenbergallee 4a ziehen.

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Jens Cencarka-Lisec, Geschäftsführer der Freien Alternativschule, und Annette Semmer, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit, stehen vorm neuen Schulgebäude an der Stauffenbergallee. Binnen eines Jahres ist das Haus in einem gewaltigen Kraftakt saniert worden. Die beiden loben vor allem das Engagement der Eltern.

Quelle: Ralf U. Heinrich

Von Katrin Richter

Los geht's 10.30 Uhr an der St. Petersburger Straße. Zwei Stunden später sollen die Kinder dann ihr neues Schulgebäude in Besitz nehmen können, wird es erst Führungen durchs Haus, anschließend Kinderpunsch und Würstchen geben.

Wer noch den trostlosen grauen Plattenbau aus den 1970ern in Erinnerung hatte, der er noch vor einem knappen Jahr war, wird Augen machen: Frisch verputzt, nun mit Wärmedämmung, neuen Fenstern, Elektro- und Sanitäranlagen zeigt sich das vierstöckige Gebäude mit seinen 2300 Quadratmetern Nutzfläche. Zuvor hatte es sieben Jahre leer gestanden, war zuletzt Schulungszentrum.

Die 16 Jahre seit der Gründung der Freien Alternativschule haben Schüler und Lehrer mehr oder weniger in Provisorien verbracht - ein nicht genehmigtes Schuljahr mit wenigen Kindern in einer Wohnung, bis 1999 am Emerich-Ambros-Ufer als genehmigte Ersatzschule, bis 2005 an der Tan- nenstraße und seither an der St. Petersburger Straße.

An das Datum entsinnt sich Annette Semmer genau: "Mit dem Abriss haben wir am 4. Dezember 2010 begonnen." "Wir" - damit meint die FAS-Sprecherin vor allem die Eltern, ohne die das ehrgeizige Vorhaben nicht zu stemmen gewesen wäre. In zahllosen Stunden haben sie das Gebäude entkernt, marode Türen herausgerissen, die Wände erst abgewaschen, dann gemalert, auf dem alten Parkplatz Erde aufgeschüttet, der später einmal Schulhof werden soll. Alles in allem ein gewaltiger Kraftakt.

3,1 Millionen Euro haben Kauf, Umbau und Sanierung des Schulhauses gekostet. Finanziert hat es der Schulverein über Kredite und Eigenmittel. Unterstützung vom Freistaat gab es nicht. "Fast drei Jahre haben wir vergeblich auf Gelder aus der Schulhausbauförderung gewartet", berichtet Geschäftsführer Jens Cencarka-Lisec.

Der "richtige" Umzug mit Sack und Pack ist für Sonnabend, den 7. Januar, angesetzt. Von Montag an werden die Kinder dann in den hellen, freundlichen Räumen lernen - die 1. bis 3. Klassen im ersten Stock, die 4. bis 6. Klassen im zweiten Stock und die 7. bis 10. Klassen im dritten Stock. "Wir sind jetzt nicht mehr Grund- und Mittelschule, sondern eine genehmigte Einheitsschule mit Klassen von 1 bis 10", erklärt Cencarka-Lisec. Nach sechs Jahren Kampf habe die Freie Alternativschule einen entsprechenden Prozess gegen den Freistaat gewonnen. Heute besuchen 164 Kinder und Jugendliche die einzügige Schule. Unterrichtet bzw. betreut werden sie von 19 Lehrern, Erziehern und Sozialpädagogen.

So ganz fertig mit dem Bauen ist man noch nicht. "Für die Aula ist ein Anbau vorgesehen, und das weiträumige Außengelände wollen wir gemeinsam mit den Kindern gestalten", erklärt Cencarka-Lisec. Und dass auf den Toiletten in bestimmten Abständen noch Fliesen fehlen, ist Absicht. "Diese Kacheln haben die Kinder selbst gestaltet und wollen sie noch einsetzen."

Zum Vormerken: Die Freie Alternativschule lädt am 24. März 2012 von 10 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür.

Historie : 1994 Grundschule mit 15 Kindern (1. und 2. Klasse) in ehemaliger Kita am mbros-Ufer eröffnet; 1999 Umzug in Büro-Etage an der Tannenstraße in der Neustadt; 2005 Umzug in Bürogebäude St. Petersburger Straße; 2006 Gründung der Mittelschule; heute besuchen 164 Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse die FAS.

Pädagogische Grundsätze : eigene pädagogische Konzeption und verschiedene andere reformpädagogische Ideen.

Unterrichtsorganisation : Die 1. bis 4. Klassen beginnen 8.30 Uhr, die 5. bis 10. Klassen 8 Uhr jeweils mit dem Morgenkreis und der Bewegungszeit (eine Stunde); Unterricht geht bis 14 Uhr, Hort bis 16 Uhr; Zensuren gibt es nicht, dafür verbale Bewertung und regelmäßige Tests; keine Hausaufgaben; Schulgeld: 60 Euro pro Monat plus freiwilliger Förderbeitrag

Kontakt : info@fas-dresden.de; www.fas-dresden.de; Telefon: 4 21 63 20

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.12.2011

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