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Gedächtnisweltmeister begeistert bei der Kinder-Uni in Dresden

Wozu noch Spickzettel? Gedächtnisweltmeister begeistert bei der Kinder-Uni in Dresden

Der Applaus tobte im restlos gefüllten „Hörsaal 3“ des Hörsaalzentrums der TU Dresden. Über 550 Kinder zeigten sich im Rahmen der dritten Vorlesung der Kinder-Uni restlos begeistert von ihrem Dozenten. Die meisten der Acht- bis Zwölfjährigen Zuhörer sahen zum ersten mal einen echter Weltmeister.

Gedächtnisweltmeister Johannes Mallow brachte die rund 550 Kinder im Hörsaal zum Staunen

Quelle: D. Flechtner

Dresden. Der Applaus tobte im restlos gefüllten „Hörsaal 3“ des Hörsaalzentrums der TU Dresden. Über 550 Kinder zeigten sich im Rahmen der dritten Vorlesung der Kinder-Uni restlos begeistert von ihrem Dozenten. Die meisten der Acht- bis Zwölfjährigen Zuhörer sahen zum ersten mal einen echter Weltmeister.

Kein Geringer als Johannes Mallow, mehrfacher Deutscher Gedächtnismeister und Weltmeister aus dem Jahr 2012, sorgte mit seiner spannenden Vorlesung für Erstaunen bei den kleinen Gästen. Und nachdem die ersten beiden Vorlesungen in diesem Semester noch im Großen Saal des Hygiene-Museums stattfanden, führte die Veranstaltung am Montagabend zum ersten mal an die „echte Uni“.

Mallow, der wegen einer Muskelkrankheit seit einigen Jahren an den Rollstuhl gebunden ist, erklärte den Nachwuchsstudenten, warum man eigentlich keinen Spickzettel braucht. Er präsentierte den Kindern einfache Tipps und Tricks, um sich möglichst viele Sachen problemlos merken zu können. Um die kleinen Zuhörer von seiner Methode zu überzeugen, verblüffte er zu Beginn der Vorlesung mit seinem Können.

Er ließ sich aus dem Publikum wahllos 30 verschiedene Zahlen zwischen null und neun ansagen, die an der Tafel niedergeschrieben wurden. Ohne einmal hinzusehen, wiederholte der Gedächtnisweltmeister die Zahlen und löste dabei Jubelstürme unter den kleinen Zuhörern aus. Anschließend verriet er sein Geheimnis. Er arbeitet nach der sogenannten „Routenmethode“. Dabei werden verschiedene Punkte festgelegt, die dann mit den entsprechenden Informationen versehen werden, um eine Geschichte daraus zu bilden.

Mit dieser Methode schaffte er es, dem kompletten Hörsaal innerhalb weniger Minuten das Zählen von eins bis zehn auf japanisch beizubringen. Die Kinder sollten sich zehn Fixpunkte an ihrem Körper festlegen, beispielsweise Füße, Knie, Hüfte, Bauch und ähnliches. Folglich verknüpfte er mit jedem Körperteil eine Geschichte, die einer jeweiligen japanischen Zahl entspricht. Für die eins, japanisch „itsch“, sollten sich die Kinder vorstellen, mit dem Fuß gegen einen Gegenstand zu stolpern und „Autsch“ zu rufen.

Und Mallows Methode erwies sich als sehr erfolgreich. Alle Nachwuchsstudenten wiederholten nach wenigen Minuten alle japanischen Zahlen bis zehn im Chor. Bei einem weiteren Experiment sollten die Kinder verschiedene Punkte im Raum mit verschiedenen Tieren verknüpfen und ebenfalls eine Geschichte kreieren. Auch das meisterten die begeisterten Zuhörer problemlos.

Am Ende der Vorlesung erzählte Mallow noch, wie es zu seinem außergewöhnlichen Hobby kam, und schließlich Gedächtnisweltmeister wurde. Als der wissenschaftliche Mitarbeiter der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wegen seiner Muskelkrankheit keinen Sport mehr treiben konnte, suchte er sich eine neue Beschäftigung und studierte im Internet verschiedene Lernmethoden. 2008 wurde er dann bereits zum ersten Mal Deutscher Meister. Seit dem belegt er bei den Weltmeisterschaften regelmäßig einen Platz auf dem Treppchen, 2012 reichte es sogar zum ganz großen Wurf.

Verabschiedet wurde Mallow genau so, wie er begrüßt wurde – mit tobendem Beifall. Hunderte Kinder strömten anschließend an das Rednerpult, um sich ein Autogramm abzuholen oder noch eine persönliche Frage zu stellen. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich werde auf jeden Fall wiederkommen“, versprach Mallow.

Bei der nächsten und letzten Vorlesung in diesem Semester, am 7. Juni, erklärt Professorin Gesine Marquardt ebenfalls im Hörsaalzentrum der TU Dresden, unter dem Motto „Kann Treppensteigen schwierig sein?“, wie man mit Rollstuhl, Blindenstock oder Kinderwagen durch den Alltag kommt. Ab August können Eltern ihren Nachwuchs dann für die Kinder-Uni im kommenden Semester anmelden. Den genauen Termin veröffentlichen die DNN, sobald er feststeht.

Von Sebastian Burkhardt

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