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Franziska Jäkel reicht ein Jahr Referendariat - Jetzt gibt sie Mathe und Chemie am Gymnasium Cotta

Franziska Jäkel reicht ein Jahr Referendariat - Jetzt gibt sie Mathe und Chemie am Gymnasium Cotta

Franziska Jäkel gehört zu den 39 Glücklichen, die nach Lehramtsstudium an der TU Dresden und Referendariat einen (zwar zunächst nur befristeten) Job bekommen haben.

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Franziska Jäkel gehört zu den Glücklichen, die einen Job am Gymnasium bekommen haben.

Quelle: Christian Juppe

Seit März gibt die 25-Jährige am Gymnasium Cotta Mathe und Chemie. Zuvor hat sie das umstrittene verkürzte Referendariat an eben dieser Schule absolviert.

Wie gefällt es Ihnen in Cotta?

Sehr gut. Gute Atmosphäre. Ich fühle mich wohl hier. Das liegt auch an den Kollegen.

Wie ist denn der Altersdurchschnitt?

Es gibt hier viele Kollegen, die um die 50 und älter sind, und auch eine Menge ganz junger Lehrer zwischen 25 und 30. Dazwischen klafft eine große Lücke, die aus dem Einstellungsstopp in den vergangenen Jahren herrührt.

Ihr Referendariat hat nicht mehr zwei Jahre, sondern nur zwölf Monate gedauert. Viele Referendare sagen, die Zeit sei deutlich zu kurz. Wie ist Ihre Erfahrung?

Zugegeben: Am Anfang war es schon stressig. In der ersten Woche habe ich noch hospitieren dürfen, in der zweiten ging es dann schon ans Unterrichten. In den ersten anderthalb Monaten musste ich sechs bis acht Wochenstunden geben, danach gleich zehn bis zwölf - und allein vor der Klasse stehen. Aber na ja, man wächst ja mit seinen Aufgaben. Und meine beiden Mentorinnen haben mir auch sehr geholfen.

Klingt, als ob zwei Jahre vielleicht doch weniger nervenaufreibend gewesen wären...

Vielleicht ja. Trotzdem halte ich ein Jahr nicht nur für machbar und völlig ausreichend, sondern auch für sinnvoller. Es ist gut, wenn man sofort ins kalte Wasser geworfen wird. Als Lehrer geht es ja dann auch gleich los mit richtig vielen Stunden. Außerdem mussten die zweijährigen Referendare eine Staatsexamensarbeit schreiben. Das ist uns erspart geblieben. Das braucht man auch wirklich nicht, um ein guter Lehrer zu werden. Wir haben im Studium schon genügend Arbeiten schreiben müssen.

Wie lange bereiten Sie sich auf eine Unterrichtsstunde vor?

Zu Beginn des Referendariats waren es schon mal drei, vier Stunden. Das ist jetzt deutlich weniger geworden. Ich habe gelernt, meine Zeit besser einzuteilen und weiß, dass ich nicht jedes Mal zaubern muss.

Welche Klassen haben Sie denn im Referendariat unterrichtet?

Eine 6. und eine 7. Klasse in Mathe und einen Leistungskurs. In Chemie hatte ich einen Grundkurs in der 11. Klasse, eine 7. und eine 9. Klasse. Ich habe also überall ein bisschen hinein schnuppern dürfen.

Und dann gibt es ja auch noch Seminare während des Referendariats...

Genau. Immer montags von 8.30 Uhr bis in den späten Nachmittag hinein war Seminartag im Atrium an der Glacisstraße. Dort hatten wir allgemeine Pädagogik, Fachdidaktik und auch Schulrecht - jeweils mit Prüfungen am Ende. Außerdem musste ich am Ende zwei Lehrproben geben, habe mich in Chemie in der 11. Klasse und in Mathe in der 7. Klasse prüfen lassen.

Wie haben Sie abgeschlossen?

Mit Auszeichnung.

Wie sind Sie denn so als Lehrerin? Wie geht es zu bei Ihnen im Unterricht?

Ich bin ein offener, fröhlicher Mensch und will meine Schüler für Mathe und Chemie begeistern. Also versuche ich, methodisch ein bisschen Abwechslung hinein zu bringen.

Wie?

Na, eine Methode heißt: "Think! Pair! Share!". Das bedeutet soviel wie "Denken! Zusammenfinden! Teilen!" und meint, dass die Schüler erst allein arbeiten, sich die Sache dann gegenseitig erklären und das Ergebnis am Ende vor der Klasse präsentieren sollen.

Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Das ist eine kuriose Geschichte. Ich bin zwar in Dresden geboren, aber in Stuttgart aufgewachsen. An meiner Grundschule gab es ganz viele ausländische Kinder. Und wer nicht am Religionsunterricht teilnahm - und dazu gehörte ich -, ging in den Förderunterricht. Ich weiß noch, dass ich dort gemeinsam mit der Lehrerin anderen Kindern Sachen erklärt habe, die sie nicht verstanden hatten. Seitdem wollte ich Lehrerin werden.

Und wieso ausgerechnet Mathe und Chemie?

Das liegt in der Familie, glaube ich. Meine Eltern sind beide Informatiker und haben mir und meinen Geschwistern die Begeisterung für Naturwissenschaften mitgegeben.

Gespräch: Katrin Richter

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.05.2014

Katrin Richter

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