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"Flöhe" werden flotte Leseratten - Lesefitness-Training an 69 Dresdner Grundschulklassen

"Flöhe" werden flotte Leseratten - Lesefitness-Training an 69 Dresdner Grundschulklassen

Kindern Lust auf Lesen will das "Floh-Lesefitness-Training" machen, das vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde. Bundesweit fast drei Millionen Kinder von der 1. bis zur4. Klasse haben inzwischen daran teilgenommen.

Eine gute Sache, wenn man bedenkt, dass der jüngsten IGLU-Studie zufolge 15 Prozent der Viertklässler krasse Lesemuffel sind. Zu den 69 Dresdner Grundschulklassen, die das Projekt für sich entdeckt haben, gehört auch die 3a der 39. Grundschule in Plauen.

Flöhe können verdammt unangenehm werden, wenn sie stechen. Und die kleinen Biester sind vor allem eines: schnell. So flink, wie Flöhe krabbeln, so fix im Lesen sollen Kinder in der Grundschule mit dem Floh-Lesefitness-Training werden. Vor zehn Jahren von der Stiftung Lernen und dem bundesweiten Verband Bildung und Erziehung (VBE) ins Leben gerufen, fördert das Training das Lesetempo und vor allem auch das Leseverständnis der "Flöhe" an den Grundschulen.

Anna, Jette und Carlotta aus der 3a der 39. Grundschule an der Schleiermacherstraße amüsieren sich gerade über das, was sie da in ihrem Floh-Heft lesen: "Mein Opa sitzt im Rollladen. Mein Opa sitzt im Rollschuh. Mein Opa sitzt im Rollstuhl." Für sie ist es natürlich ganz klar, wo der Großvater zu sitzen hat. Fünf Minuten haben die drei Mädchen und die anderen 24 Kinder Zeit, um hinter 98 solcher Sätze ein Kreuzchen zu setzen, wenn sie denn wahr sind. Und bei manchen müsse man wirklich zweimal hinschauen, um die feinen Unterschiede mitzubekommen, meinen sie.

Martina Köhler, Klassenlehrerin der 3a, jedenfalls ist mit ihren Schülern von Anfang an beim Lesefitness-Training dabei. "Das Schöne ist, dass die Lust am Lesen tatsächlich auch bei Lesemuffeln geweckt wird." Es gebe nämlich keinen direkten Leistungsvergleich zwischen den Kindern. In einem persönlichen Checkheft würden die Punktzahlen in den insgesamt sieben Tests pro Schuljahr notiert, so dass die Kinder ihre eigenen Fortschritte mitverfolgen könnten. Zudem bekämen die Knirpse die Aufgabe, täglich fünf bis zehn Minuten zu Hause zu lesen und sich dafür jeweils eine Unterschrift von den Eltern zu holen. Für sieben Unterschriften gibt's vom Klassenlehrer einen bunten Baustein für den großen Lesewurm an der Wand im Klassenzimmer - natürlich mit dem Namen des Schülers versehen.

Für eine Studie des Lehrstuhls für Didaktik der deutschen Sprache an der Uni Eichstätt-Ingolstadt wurden 1000 Schüler befragt, die am Training teilgenommen hatten. Und siehe da: Knapp 90 Prozent der Kinder gaben an, nun deutlich schneller und auch viel lieber zu lesen. Die neunjährige Carlotta aus der 3a zum Beispiel hat schon Otfried Preußlers "Das kleine Gespenst" und "Die rote Zora", einen Jugend-Roman von Kurt Held, ausgelesen. Und nach eigenem Bekunden jeweils mindestens 100 Seiten stark waren die drei Bände aus der Reihe "Die bärenstarke Anna", die ihre achtjährige Dresdner Namensvetterin Anna verschlungen hat - "nicht nur im Bett, sondern sogar auf dem Sofa", wie sie ganz ernsthaft beteuert.

Dass das Lese-Fitness-Training Sinn hat, zeigt die im Dezember vergangenen Jahres veröffentlichte IGLU-Studie: Sie hatte zutage gefördert, dass deutschlandweit immerhin 15 Prozent aller Zehnjährigen beim Lesen ihren Klassenkameraden hinterherhinken - und zwar so sehr, dass sie ab Klasse 5 erhebliche Probleme bekommen dürften. Im internationalen Vergleich lagen deutsche Viertklässler aber im oberen Drittel. 4600 Schüler aus 200 Grund- und Förderschulen waren im Frühsommer 2011 auf ihre Lesefähigkeiten hin getestet worden.

iFür das Floh-Lesefitness-Training können Lehrer ihre Klassen bei der Stiftung Lernen anmelden (Tel.: 089/17913222 bzw. stiftung@floh.de)

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.04.2013

Katrin Richter

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