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Fachhochschule Dresden kämpft für Reakkreditierung

Fachhochschule Dresden kämpft für Reakkreditierung

Nach der Hiobsbotschaft vom Juli, als sich der Wissenschaftsrat gegen eine Reakkreditierung der Fachhochschule Dresden (FHD) aussprach, fürchteten viele Studenten und Lehrkräfte um ihre Zukunft.

Quelle: Archiv

Dresden. Der Wissenschaftsrat monierte zahlreiche inhaltliche und organisatorische Mängel, nach denen die FHD den Maßstäben einer Hochschule nicht gerecht wird. Die positive Bewertung durch den Wissenschaftsrat ist aber eine Grundvoraussetzung für die Akkreditierung zur staatlich anerkannten Hochschule. "Wir haben das nicht kommen sehen", erklärte der Rektor der FHD, Prof. Ralph Großmann. "Natürlich rechnet man mit Kritik und einigen Auflagen, aber das uns die Akkreditierung entzogen werden soll, hat uns alle überrascht", so Großmann weiter.

Die FHD wurde 2010 erstmals vom Wissenschaftsrat erfolgreich akkreditiert. Die daraus folgende staatliche Anerkennung gilt aber nur für fünf Jahre, dann überprüft der Rat erneut. Das im Juli veröffentlichte Gutachten bemängelt nun zahlreiche Aspekte, welche einer erneuten Anerkennung im Weg stehen. So besaß die FHD beispielsweise keinen Senat, wie es für eine Hochschule üblich ist. Weiterhin stellt der Träger der FHD keinen Forschungsetat für die Lehre zur Verfügung, auch die Personalausstattung wurde moniert.

"Wir sind gerade dabei, die Hauptmonita auszuräumen und befinden uns auf einem guten Weg", so Rektor Großmann. Ein Senat wurde bereits eingerichtet und der Träger erarbeitet derzeit einen Plan zur Bereitstellung von Forschungsmitteln. Auch die monierten Punkte im Personalbereich seien weitestgehend behoben worden. "Wir haben beispielsweise eine neue Kollegin im Tourismus- und Eventmanagement eingestellt. Der Rat kritisierte hier, dass wir in dieser Fachrichtung nur eine Professorenstelle hatten", so Großmann. Studenten und Lehrkräfte sind hochmotiviert, die Situation gemeinsam zu bewältigen.

Es gibt insgesamt drei Arbeitsgruppen, die sich diesem Thema widmen und Vorschläge zur Umsetzung der Auflagen erarbeiten. Um die Ausbildung der Studenten und damit das Fortbestehen der FHD vorläufig sicherzustellen, setzte das zuständige Wissenschaftsministerium das Anerkennungsverfahren aus und gibt der Hochschule nun bis zum April 2016 Zeit, um die entsprechenden Auflagen zu erfüllen. "Die staatliche Anerkennung aus dem Jahr 2010 besteht somit aktuell fort, dementsprechend konnten auch zum Wintersemester 2015/2016 neue Studenten aufgenommen werden", teilte eine Ministeriumssprecherin mit.

Sollte der Wissenschaftsrat der FHD die Reakkreditierung erneut versagen, ist das Ministerium gezwungen, der FHD die staatliche Anerkennung zu entziehen. Der Träger wäre dann aber gesetzlich verpflichtet, die Ausbildung der Studenten fachgerecht abzuschließen. Das Ministerium würde in diesem Falle die Einhaltung der gesetzlichen Richtlinien überwachen. Einen vergleichbaren Fall gebe es nicht. "Es ist nach unserer Erkenntnis absolut selten, dass eine bereits vom Wissenschaftsrat akkreditierte Schule im Reakkreditierungsverfahren ein negatives Votum erhält. Wir nehmen die aktuelle Lage daher sehr ernst", teilte das Ministerium mit.

Sebastian Burkhardt

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