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Ein Schülerprojekt zu schwerhörigen und gehörlosen Kindern in der Geschichte wird prämiert

Taubstumm ist nicht gleich behindert Ein Schülerprojekt zu schwerhörigen und gehörlosen Kindern in der Geschichte wird prämiert

Sie arbeiteten gemeinsam mehrere Monate an ihrem Projekt, das ihnen bis heute am Herzen liegt. Auf den ersten Blick handelt es sich um Schüler, die sich engagieren. Erst beim genaueren Hinhören wird deutlich - ihr Projekt betrifft einige von ihnen selbst.

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Zusammengewachsen durch ihr Projekt: die Schüler Tobias, Jonas, Tommy (hinten, v.l.), Clemens, Sophie, Yasmin und Hanna (vorn, v.l.). Alle zeigen eine Gebärde, die für das gemeinsame Video wichtig war.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Sie arbeiteten gemeinsam mehrere Monate an ihrem Projekt, das ihnen bis heute am Herzen liegt. Auf den ersten Blick handelt es sich um Schüler, die sich engagieren. Erst beim genaueren Hinhören wird deutlich - ihr Projekt "Anders sein - gehörlose und schwerhörige Kinder in der Geschichte" betrifft einige von ihnen selbst. Gemeinsam erarbeiteten 31 Kinder, darunter drei Schwerhörige und drei Gehörlose, für den Bundesgeschichtswettbewerb ein 35-minütiges Video. Heute erhalten sie dafür von Bundespräsident Gauck den zweiten Preis für den Wettbewerb, der unter dem Motto "Anders sein. Außenseiter in der Geschichte" stand.

Der Zufall brachte das Projekt zum Anstoß. "Wir haben am Erlwein-Gymnasium eine Integrationsschülerin namens Sophie", erklärt Merit Kegel, Tutorin des Projektes. Sie ist schwerhörig und weiß zum Thema "Anders sein" einiges zu berichten. Es entstand die Idee, gemeinsam mit der 6. Klasse der Schwerhörigenschule Johann-Friedrich-Wieck ein Projekt zu starten, in dem die Schüler sich wiederfinden. Im Oktober vergangenen Jahres setzten sich die Schüler zusammen und begannen ihr Projekt über schwerhörige und gehörlose Menschen in der Geschichte.

"Wir haben uns mit dem Thema Gehörlosigkeit auseinandergesetzt und wollten die Unterschiede von früher und heute sehen", so Schüler Clemens. Sieben Interviewpartner suchten sich die engagierten Schüler und arbeiteten damit 80 Jahre Geschichte auf. Der Vorsitzende vom Gehörlosenverband, eine HNO-Ärztin sowie schwerhörige oder gehörlose Menschen interviewten sie über ihr Kindheit oder bewegende Situationen.

Weiterhin entschlüsselten sie einen Pfarrerbrief aus der Zeit des Nationalsozialismus. "Die Menschen wurden damals als dumm angesehen und durften nichts sagen", erklärt Schülerin Hanna. Außerdem galt damals der Irrglaube, dass Gehörlose nicht sprechen können. "Taubstumm" war deshalb der allgemeine Begriff für die Behinderung, obwohl viele Gehörlose durchaus sprechen konnten. "Taubstumm zu sein heißt nicht automatisch, dass man dumm ist", erklärt Hanna. "Das wollten wir klarstellen." Für das Video versetzten sie sich in verschiedene Rollen und stritten über die Vor- und Nachteile dieses Denkens.

Vier Monate arbeiteten die Schüler der beiden Schulen an einem Film, den sie für den Wettbewerb einsendeten. Das Besondere: er ist für hörende und nichthörende Zuschauer verständlich. Dafür haben sie Sprechtexte oder Aufnahmen mit Gebärdensprache mit Untertiteln versehen. Das Projekt hat die Schüler zusammengeschweißt. Als Landessieger und zweiter Bundessieger erhalten sie rund 1200 Euro. Was sie mit dem Geld machen, wissen sie bereits. "Wir wollen gern eine gemeinsame Klassenfahrt machen", sagt Schülerin Yasmin lächelnd. "Am liebsten möchten wir ins Ausland fliegen. Vielleicht in die Wärme."

Juliane Just

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Auszeichnung

Dresdner Schüler sind beim 24. Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ausgezeichnet worden. Für ihre Arbeiten zum Thema „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte“ erhielten Fünft- und Sechstklässler der Jencke-Schule, des Erlwein-Gymnasiums und des Gymnasiums Plauen Preise.

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