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Dresdner stehen auf eBücher

Dresdner stehen auf eBücher

Die ohnehin als besonders lesehungrig geltenden Dresdner schmökern in zunehmendem Maße Krimis, Ratgeber und andere Bücher in digitaler Form: In keiner anderen Stadt in Sachsen verzeichnen die Bibliotheken so viele eBuch-Ausleihen wie in Dresden.

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Immer mehr Dresdner können sich für eBücher begeistern, von denen man ganze Bibliotheken in eReader-Geräten und Tablett-Rechnern mit sich herumtragen kann. Weiterer Vorteil: Die Schriftgröße lässt sich fast beliebig einstellen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Von Heiko Weckbrodt

Daher steuert die hiesige eBibo in diesem Jahr auf einen neuen Leihrekord zu. Das geht aus Angaben der Städtischen Bibliotheken und des Statistischen Landesamtes im Vorfeld des morgigen "Tages der Bibliotheken" hervor.

So legte die städtische Internetbibliotheks-Filiale "eBibo" bereits im vergangenen Jahr um 109 Prozent auf 60 664 Ausleihen von digitalisierten Büchern (eBooks) und anderen elektronischen Medien zu. Bis Ende September dieses Jahres hatte die eBibo diesen Vorjahreswert bereits mit 64 066 Ausleihen getoppt. Bis zum Jahresende kann eBibo-Chef Marcus Rahm daher mit einem neuen Rekord und einer weiteren Steigerung um über 40 Prozent rechnen.

Hatten sich die Dresdner Bibliotheken schon im Analog-Zeitalter immer wieder auf Spitzenplätzen im Deutschlandvergleich behauptet (DNN berichteten mehrfach), so erweisen sich die Landeshauptstädter nun auch als besonders aufgeschlossen für die neue, digitale Form des Lesens: Laut Statistischem Landesamt stehen in den öffentlichen Bibliotheken in Sachsens insgesamt rund 34 000 E-Books und andere elektronische Einzelmedien zu Ausleihe bereit. Diese wurden 2012 rund 127 000 Mal ausgeliehen, was einem Zuwachs um zwei Drittel zum Vorjahr entspricht. Dabei entfiel fast die Hälfte dieser eBook-Entleihungen auf die Landeshauptstadt - aber nur ein etwa Viertel auf das etwa gleichgroße Leipzig.

"Die Nachfrage für eBooks ist im Moment sehr stark", berichtet Rahm über die Dresdner eBibo. Vor allem Bestseller wie Jussi Adler-Olsens Krimi "Verachtung" oder John Grishams "Komplott" seien derzeit in elektronischer Form stark gefragt, generell zudem digitale Belletristik sowie Sachliteratur über Computer- und Fotografie-Themen. Einerseits mache sich die steigende Angebotsvielfalt an eBuch-Lesegeräten und Tablettrechnern bemerkbar. Andererseits seien inzwischen immer mehr Verlage bereit, auch aktuelle Knüller den Bibliotheken digital zur Verfügung zu stellen.

Dies war bisher keine Selbstverständlichkeit, da sich viele deutsche Verleger vor Buch-Piraterie und Kannibalisierungs-Effekten durch die eBooks zu Lasten der Papierausgaben ängstigten - und dies teils heute noch tun. "Nach wie vor verweigern einzelne Verlage den öffentlichen Bibliotheken die Lizenzierung ihrer E-Books ganz", ärgert sich Frank Simon-Ritz, der Vorsitzende des "Deutschen Bibliotheks-Verbandes" (DBV).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.10.2013

Heiko Weckbrodt

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