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Dresdner leihen die meisten eBooks in Sachsen aus - morgen ist Tag der Bibliotheken

Dresdner leihen die meisten eBooks in Sachsen aus - morgen ist Tag der Bibliotheken

Die Nachfrage nach elektronischen Büchern (eBooks) und anderen digitalen Leih-Medien ist in Sachsen und speziell in Dresden stark gestiegen: Rund 244 000 Mal haben sich die sächsischen Lesefreunde eMedien in öffentlichen Bibliotheken ausgeliehen, das entspricht einer Steigerung um 76 Prozent.

Das teilte das Statistische Landesamt Sachsen in Kamenz mit Blick auf den morgigen "Tag der Bibliotheken" mit. Allein ein Drittel dieser virtuellen Entleihungen entfielen auf Dresden, ein weiteres Viertel auf Leipzig.

Zu erklären ist dies vor allem durch den massiven Ausbau des eBuch-Angebots und die immer stärkere Verbreitung von Tablettrechnern, eReadern, Computertelefonen und diversen anderen Geräten, auf denen man eBücher lesen kann.

So haben die Städtischen Bibliotheken Dresden beispielsweise das digitale Buchsortiment ihrer virtuelle Filiale "e-Bibo" wegen der großen Nachfrage vor allem in den vergangenen zwei Jahren stark erweitert, wie Vize-Direktor Roman Rabe auf Anfrage erklärte. "Wir werden diesen Kurs auch weiter fortsetzen", kündigte er an. Bis zum Jahresende werde sich der elektronische Medienbestand gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel vergrößert haben. Das spiegelt sich auch in den jüngsten eBibo-Statistiken: Demnach liehen die Einwohner der Landeshauptstadt in den ersten drei Quartalen 2014 rund 104 000 elektronische Medien aus, 63 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. "Das ist weit jenseits von allem, was wir in unseren klassischen Stadtteil-Bibliotheken erreichen", sagte Rabe.

Generell gelten die Dresdner im Bundes-, wie im Sachsenvergleich als besonders eifrige Bibliotheks-Freunde, wie erst im Sommer wieder der deutschlandweite Bibliotheken-Benchmark "BIX" gezeigt hatte. Innerhalb des Freistaates liegen die unangefochten an der Spitze: Im Schnitt hat jeder Dresdner im vergangenen Jahr 10,8 Bücher in öffentlichen Bibliotheken ausgeliehen und damit fast doppelt so viele wie der durchschnittliche Sachse (5,7 Bücher).

Zum Vergleich: Pro Einwohner waren es in Leipzig 3,5 Bibliotheksbücher, in Chemnitz 8,3, in Meißen beispielsweise nur drei Bücher. Bundesweit erreichen die Dresdner Bibliotheken seit über zehn Jahren Spitzenwerte in puncto Entleihungen pro Einwohner, sie werden nur von Stuttgart getoppt.

Für die Dresdner Lesefreude sieht der Bibliotheken-Vizedirektor mehrere Gründe: "Während andere Großstädte den Lesern nur Zentralbibliotheken anbieten, zu denen nicht alle Bürger gut hinkommen, wird unser dezentrales Bibliotheksnetz hier in Dresden sehr gut angenommen", erklärt er. Auch setze man auf zwar vergleichsweise kleine, aber immer sehr aktuelle Buchbestände. Und: "Generell sind die Dresdner extrem kulturinteressiert und ganz begierig auf Wissen, auf Informationen", ist Rabe überzeugt. "Das finden sie in dieser Vehemenz in kaum einer anderen Stadt."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.10.2014

Heiko Weckbrodt

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