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Dresdner Stasi-Gedenkstätte soll in Stiftung wechseln

Dresdner Stasi-Gedenkstätte soll in Stiftung wechseln

Die Gedenkstätte in der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung an der Bautzener Straße steht vor tiefen Veränderungen: Der Vereinsvorstand möchte den Komplex in die Obhut der "Stiftung Sächsische Gedenkstätten" übergeben, um die politische Bildung im Hause auf professionellere Füße zu stellen.

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Der Bundesbeauftragte Roland Jahn (l.) ließ sich gestern von Vereins-Chef Herbert Wagner durch die ehemalige Stasi-U-Haft an der Bautzner Straße führen.

Quelle: Ralf U. Heinrich

Außerdem prüft die Stasi-Unterlagenbehörde BStU die Option, ihr Dresdner Archiv von der Riesaer Straße in die Gedenkstätte zu verlagern.

Von Heiko Weckbrodt

Vereinsvorstand, Stiftung und BStU sind sich weitgehend einig: Solch eine Fusion hätte Charme. "Ich sehe eine große Chance darin, die Kraft dieses authentischen Ortes zu nutzen und hier politische Bildung zu bündeln", sagte der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Roland Jahn. Denn an der Bautzener Straße sind zum Beispiel der Festsaal, die U-Haft und das Generals-Zimmer der früheren Stasi-Bezirksverwaltung noch erhalten. "Hier könnten junge Besucher recht gut den bürokratischen Apparat der Staatssicherheit studieren und gleich nebenan in der U-Haft sehen, welches Leid diese Bürokratie über Menschen gebracht hat", sagte Jahn.

Im ersten Schritt erwägt er, in der Gedenkstätte eine Außenstelle seiner Dresdner Außenstelle einzurichten - in Mieträumen, in denen sich Gedenkstättenbesucher über Akteneinsicht und dergleichen beraten lassen können.

Ob auch das Dresdner Stasi-Archiv selbst auf das Areal umziehen kann, müsse man baulich noch prüfen, betonte Dresdens Ex-OB Herbert Wagner, der den Trägerverein "Erkenntnis durch Erinnerung" leitet. Aber auch er hält solch ein Zusammengehen vorteilhaft.

Hinzu komme, dass der Trägerverein zwar viel für den Erhalt und den Betrieb der Gedenkstätte erreicht habe, aber eben von der Arbeit ehrenamtlicher Helfer zehre. Im Zuge des 1,9 Millionen Euro teuren Ausbaus, den Land und Stadt jetzt finanzieren, wolle man die politische Arbeit aber auf eine neue Stufe heben. "Der Vorstand hat sich geeinigt, einen Versuch zu unternehmen, die Trägerschaft an die ,Stiftung Sächsische Gedenkstätten' zu übergeben." Über diesen Vorstoß entscheiden müssen aber letztlich die Vereinsmitglieder auf einer Versammlung Anfang September.

Stiftungs-Geschäftsführer Siegfried Reiprich steht der Idee aufgeschlossen gegenüber. Allerdings müsse sich der Verein darüber klar sein, dass ein Trägerschaftswechsel zwar eine zukunftssichere Finanzierung der Gedenkstätte, aber auch ein Minus an Autonomie mit sich bringe. "Potenzial sehe ich hier aber auf jeden Fall", betonte Reiprich. Dies werde deutlich, wenn man die Gedenkstätten in Bautzen, Dresden und Berlin-Hohenschönhausen vergleiche: "Die hatten alle in den 1990er Jahren 5000 bis 10 0000 Jahresbesucher." Das frühere Gefängnis in Bautzen habe jetzt über 100 000 Gäste pro Jahr, die Stasi-U-Haft in Hohenschönhausen sogar über 350 000 - in Dresden dagegen stagniere um die 10 000. "Das ist zweifellos ausbaufähig", ist Reiprich überzeugt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.08.2012

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