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Dresdner Schulen zwischen Streik und Unterricht / SLV: In Einzelfällen Schwierigkeiten mit Schulleitern

Dresdner Schulen zwischen Streik und Unterricht / SLV: In Einzelfällen Schwierigkeiten mit Schulleitern

7.30 Uhr ging es los, die Tore waren zu. Zugegebenermaßen nur symbolisch. Schüler mussten auch an diesem Streiktag am Bertolt-Brecht-Gymnasium nicht auf der Straße bleiben.

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Quelle: dpa

Wie überall an Dresdner Schulen war für Betreuung gesorgt. Die Streikbeteiligung war hoch, teilweise soll es Widerstand von Schulleitern gegeben haben.

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In Dresden sind am 11. März mehrere Tausend Lehrer auf die Straße gegangen

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Vom Brecht-Gymnasium beteiligten sich etwa 50 bis 60 Lehrer am Streik, die übrigen sicherten die Betreuung der Schüler, die in der 12. Klasse auch gestern nicht um ihre Klausuren herumkamen. „Ärgerlich ist insbesondere, dass jetzt an unserer Altersversorgung gestrichen werden soll“, erklärt Bettina Bruhn, die am BeBe Englisch und Ethik gibt. Die Rentenansprüche seien im Vergleich zu beamteten Kollegen in den alten Bundesländern ohnehin schon geringer.

Das treibt die meisten Lehrer um, die sich am Streik beteiligen, betont auch Petra Thie vom Sächsischen Lehrerverband (SLV), die gegen 9.30 Uhr mit vielen Kollegen unterhalb der Carolabrücke mit Bussen nach Leipzig startete. Nur wegen der geforderten Gehaltserhöhung würden die Lehrer nicht so schnell auf die Straße gehen. So sind es vor allem die von den Bundesländern als Arbeitgeber angestrebten Einschnitte bei den Betriebsrenten, die bei den Pädagogen für Unmut sorgen. Daneben fordern die Gewerkschaften für den öffentlichen Dienst insgesamt 5,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 175 Euro.

Für die Lehrer verlangen sie eine tarifvertragliche Eingruppierung. Das Thema könnte beim Scheitern auf Bundesebene anschließend in Sachsen weitergehen. Seit Jahren sehen die Interessenvertretungen die Lehrer im Freistaat gegenüber ihren Kollegen vor allem in den alten Ländern, wo verbeamtet wird, finanziell benachteiligt. Bei der Kundgebung in Leipzig habe denn auch „eine kämpferische Stimmung“ geherrscht, schilderte Gewerkschafterin Thie. Dass es nach drei Tarifrunden noch immer kein vernünftiges Angebot gebe, sei „eine Frechheit“. Die Beteiligung in Dresden habe wieder bei etwa 75 Prozent gelegen, wie beim Warnstreik vor zwei Wochen.

In einigen Schulen brauche es dazu etwas Mut, erklärte Thie. Einige Schulleiter würden versuchen, die Streikbeteiligung zu behindern. Nähere Angaben machte sie nicht. Die betroffenen Kollegen würden damit nicht in der Zeitung stehen wollen. „Aber das sind Einzelfälle, die meisten Schulleiter unterstützen uns.“

„Bei uns haben alle gestreikt“, teilte Schulleiterin Ines Frömmel von der 102. Grundschule auf DNN-Anfrage mit. Das sei beim ersten Streik auch schon so gewesen. Viele Eltern hätten sich für diesen Tag eine andere Betreuung für ihre Kinder gesucht. Die Schulleiterin wertet das als Unterstützung für die Anliegen der streikenden Lehrer. Zwei Kollegen hätten die etwa 30 anwesenden Kinder betreut.

Für die knapp 180 Kinder an der 10. Grundschule stand dagegen gestern das volle Programm auf dem Stundenplan.

 „Bei uns hat sich niemand am Streik beteiligt“, erklärte Schulleiterin Andrea Lindemann. Warum das so sei, könne sie auch nicht sagen. Vor 14 Tagen sei es jedenfalls schon genauso gewesen. Jens Reichel, Schulleiter am Gymnasium Bürgerwiese, hatte schon im Vorfeld des Streiks auf das Dilemma der Lehrer hingewiesen. Sie hielten ihre Forderungen für gerechtfertigt, würden aber ungern ihre Schüler hängen lassen.

„Es ist doch überhaupt nicht in unserem Interesse, immer weiter zu streiken“, meinte auch Petra Thie gestern nach der Rückkehr aus Leipzig. Viel lieber würden die Lehrer vor ihren Klassen stehen. Am Wochenende gingen die Verhandlungen in die nächste Runde. „Die Politik muss sich bewegen“, brachte es Lehrerin Gabriele Pohl schon am Morgen vor dem BeBe auf den Punkt.

I.P.

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