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Dresdner Schüler und Eltern wollen flexibles Bildungssystem und bessere Chancen für Nachwuchslehrer

Dresdner Schüler und Eltern wollen flexibles Bildungssystem und bessere Chancen für Nachwuchslehrer

Bewaffnet mit Boxenwagen, überdimensionalen Transparenten und allem, was Lärm macht, zogen am Mittwochnachmittag rund tausend Schüler, Eltern und Lehrer durch die Dresdner Innenstadt vor das Kultusministerium.

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Rund 100 Schüler, Eltern und Lehrer protestierten am Mittwoch in Dresden gegen den sich verschärfenden Lehrermangel.

Quelle: Jane Jannke

Ihr Protest galt Lehrermangel und Kostendruck im sächsischen Bildungswesen.

Dass das sächsische Bildungswesen krankt, weiß man auch in der Staatsregierung bereits seit Längerem. Geredet wird darüber freilich ungern, wie nicht zuletzt die jüngste Kontroverse um Ex-Kultusstaatsminister Roland Wöller (CDU) zeigte, der - aufgrund seiner Forderung nach mehr Geld und Lehrern für Sachsens Schulen von Ministerpräsident Tillich (CDU) gemaßregelt und in seinen Kompetenzen beschnitten - vergangene Woche seinen Hut nahm. Wöller hatte der Staatsregierung vorgerechnet, wie sich die Diskrepanz zwischen zu unterrichtenden Schülern und vorhandenen Lehrern an den Schulen bei gleichbleibender Bildungspolitik in den nächsten Jahren zuspitzen wird.

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Rund 1000 Schüler, Lehrer und Eltern demonstrierten am Mittwochnachmittag in Dresden für eine Reform des sächsischen Bildungssystems. Lehrermangel, Unterrichtsausfall und übervollen Klassen sagen sie den Kampf an.

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Kann man Wöllers Rückzug als stillen Protest werten oder auch nicht - der Protest der Dresdner Schüler fiel am Mittwoch umso lauter und bunter aus. Wie man die drohende demografische Katastrophe im Lehrersegment jetzt noch aufhalten kann, weiß freilich keiner genau zu sagen. Darauf aufmerksam machen sollte man dennoch, findet Manfred, ein Mittfünfziger, der gleich seine ganze Familie mit zur Demo gebracht hat. "Dass es in den kommenden fünf bis zehn Jahren mit dem derzeitigen Kurs nicht ansatzweise genug Lehrer für alle Kinder geben wird, die dann unterrichtet werden müssen, hätte man schon viel früher wissen können, wenn man nur gewollt hätte."

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Landesweiter Schüler-Aktionstag gegen Lehrermangel in Sachsen: Am Leipziger Kant-Gymnasium tragen Jugendliche symbolisch die Bildung zu Grabe. Die Schüler zeigen bei ihrem Protest außerdem dem sächsischen Kultusministerium die Rote Karte.

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Am BSZ fallen jährlich zahlreiche Unterrichtsstunden aufgrund von Lehrermangel aus. Dagegen protestierten die Schüler am Mittwoch hör- und sichtbar vor dem Schulgebäude.

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Sohn Thomas und Partnerin Rebekka wünschen sich für Sohnemann Clemens bessere Bedingungen, wenn der in fünf Jahren in die Schule kommt. "Das fängt ja schon dort an, dass man bei der Schulwahl oft ortsgebunden ist", so der junge Vater. Ändern müsse sich auch bundesweit so einiges, findet er. "Klar finden Schüler Unterrichtsausfall hin und wieder angenehm, aber auf Dauer schadet das der Ausbildung unserer Kinder gewaltig." Partnerin Rebekka beklagt vor allem den Mangel an Chancen für Nachwuchslehrer, die so dringend gebraucht werden: "Es gibt so viele ausstudierte Kräfte, die müssen bis zu zwei Jahre warten, bis sie überhaupt mal eine Referendariatsstelle bekommen", weiß sie zu berichten. "Und wenn es dann klappt, dann ist der Job meist weitaus schlechter bezahlt als in anderen Bundesländern", ergänzt Thomas.

Ob die sachsenweit angelaufenen Proteste auch Resultate bringen, wird abzuwarten sein. Die neue sächsische Kultusstaatsministerin Brundhild Kurth (parteilos) kündigte zur Abschlusskundgebung vor dem Kultusministerium zumindest schon mal an, dass man sich auf Regierungsebene zusammensetzen und das Bildungsthema neu diskutieren werde.

Jane Jannke

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