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Dresdner HfbK-Student wird Finalist beim Luzerner Design-Wettbewerb "Prix Juste-au-Corps"

Dresdner HfbK-Student wird Finalist beim Luzerner Design-Wettbewerb "Prix Juste-au-Corps"

Zum achten Mal hatte das Luzerner Theater Nachwuchsdesigner aufgerufen, sich am Wettbewerb um den internationalen Mode- und Theaterförderpreis "Prix Juste-au-Corps" zu beteiligen.

Einer von fünf Finalisten, die die Jury nominierte, war der Dresdner Student Moritz Haakh. Am Sonnabend wurden die Ergebnisse in Luzern präsentiert und prämiert.

Das Luzerner Theater nimmt für den Wettbewerb traditionell ein Musiktheaterstück, für das die Bewerber für jeweils zwei wählbare Charaktere Kostüme gestalten sollen. In diesem Jahr steht der Wettbewerb ganz im Zeichen von Giacomo Puccinis Oper "La Bohème". Eine Fachjury hat die 82 eingegangenen Bewerbungen aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien und den USA gesichtet und insgesamt fünf Finalisten ausgewählt.

Moritz Haakh, der es bis ins Finale schaffte, studiert im vierten Studienjahr Kostümgestaltung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfbK). "Das Besondere an diesem Wettbewerb ist, dass er europaweit einmalig ist - denn beim Prix Juste-au-Corps dreht es sich rein um das Kostümbild", erzählt der Wahl-Dresdner. "Der Anspruch ist dennoch sehr vermischt. Es geht dabei um Kostümbild, aber die Sachen sollten auch modisch und tragbar sein. Sozusagen am Puls der Zeit, fernab von den Theaterströmungen." Ziel ist es, die Brücke zwischen Mode und Theater zu schlagen.

"Man lässt bei solchen Wettbewerben immer ein bisschen die Hosen runter", findet Moritz. "Man kann das vergleichen wie mit Kindern, die man in die Welt hinausschickt und hofft, dass alle nett zu ihnen sind. So ist das auch, wenn man Entwürfe macht." In der ersten Bewerbungsrunde hat Moritz ein Kostüm für die Rolle der Musetta entworfen. Nachdem er sich für die zweite Runde qualifizierte, wurden ihm letztendlich die Gestaltung der Kostüme für die Charaktere Marcello und Rodolfo aus Puccinis Meisterwerk zugetragen. "Die beiden Figuren müssen komplett ausgestaltet werden: Ich musste die Figurinen zeichnen und präzise Materialbeschreibung vorlegen. Trotzdem ist es die Herausforderung, alle Figuren im Stück mitzudenken", so Moritz. Unterstützt werden die Finalisten von den Abteilungen Maske und Kostüm des Luzerner Theaters.

Der gebürtige Stuttgarter ist, so wie alle anderen Kommilitonen aus seinem Studiengang, ausgebildeter Maßschneider. "Die Studiengänge Bühnen- und Kostümbild und Kostümgestaltung sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Bei uns Kostümgestaltern geht es auch um die Fertigung und darum, zu lernen, wie Entwürfe umgesetzt werden können. Deshalb musste jeder Einzelne von uns vorher durch die Lehre zum Maßschneider gehen", erklärt der junge Mann. "Vier Jahre Studium sind relativ kurz für das reichhaltige Angebot. Da kann man nicht bei Adam und Eva anfangen."

Moritz kam vor vier Jahren zum Studieren nach Dresden. Davor sammelte er bereits Berufserfahrungen in einem Herrenmaßatelier, als Kostümschneider und hat das Kostümbild für die Varieté-Show "Cirque de Tuque" in Köln entworfen und umgesetzt. Im Dresdner Labortheater, einem variablen Bühnenversuchsraum für Studierende der HfbK, hat Moritz 2013 die Kostüme für eine Bearbeitung von Ottfried Preußlers Roman "Krabat" umgesetzt. "Die Handlung wurde auf einen Schrottplatz verlegt. Bei Krabat kommt man nicht um die Figuren der Raben herum. Auf den Kapuzenpullovern der Darsteller waren deshalb Schnäbel genäht. Wir haben viel mit Schwarzlichteffekten gearbeitet, so dass es zum Teil sehr psychedelisch wirkte", erinnert sich Moritz.

Nach dem Studium habe er bereits Projekte in Aussicht. "Die sind aber noch nicht spruchreif. Mit dem Wettbewerb könnte sich das ändern, damit kann man noch Chancen generieren", meint Moritz. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das alles einen guten Weg nimmt".

Am Sonnabend wurde der Prix Juste-au-Corps vergeben. Bei der musikalischen Modenschau "Mode - Was für ein Theater!" präsentierten Sänger des Luzerner Theaters die Resultate auf der Bühne. Hauptpreis war ein Vertrag für ein Kostümbild am Luzerner Theater mit einem Honorar von 10 000 Schweizer Franken. Die Aufführung war öffentlich und wurde vom Schweizer Fernsehmoderator Kurt Aeschbacher präsentiert. Den ersten Platz belegte die deutsche Kostümbildnerin Katharina Andes.

www.luzernertheater.ch

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.05.2015

Juliane Weigt

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