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Dresdner Gymnasium schickt drei Teilnehmer zum Bundesfinale von Jugend forscht

Nachwuchswissenschaft aus Dresden Dresdner Gymnasium schickt drei Teilnehmer zum Bundesfinale von Jugend forscht

Das auf Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaft spezialisierte Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium stellt dieses Jahr drei Finalisten im Bundeswettbewerb von Jugend forscht. Doch das ist nicht die einzige Auszeichnung für die Schule.

Schulleiter Armin Asper ist stolz auf seine Schützlinge Felix Römisch (l.), Baibhab Ray und Sven Jandura (r.). Das Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium stellt in diesem Jahr drei Finalisten für den Bundeswettbewerb Jugend forscht.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  „Analyse der Restfehlerwahrscheinlichkeit zweier Decodierer von linearen Blockcodes“ – die hochwissenschaftliche Arbeit, wie sie an Hochschulen und Universitäten vermutet wird, stammt aus der Feder des 19-jährigen Sven Jandura. Der diesjährige Abiturabsolvent fährt gemeinsam mit zwei weiteren Abschlussschülern des Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums (Manos) zum Bundesfinale des Wettbewerbes Jugend forscht.

Sie sind die sächsischen Landessieger in den Kategorien Mathematik/Informatik, Physik und Biologie und kämpfen ab Donnerstag in Paderborn mit ihren Projekten um den Bundessieg. Manos-Schulleiter Armin Asper ist stolz auf seine drei Schützlinge, die allesamt in dieser Woche ihre letzte Abiturprüfung abgelegt haben. „Es ist schon eine kleine Besonderheit, dass drei Finalisten aus einer Schule in Dresden stammen. Das bestätigt uns in unserer Arbeit“, so der Direktor.

Das Manos hat sich unter anderem als Ziel gesetzt, den MINT-Schwerpunkt in der Stadt Dresden zu stellen. So wird beispielsweise mathematisch-naturwissenschaftlich begabten Schülern die Möglichkeit gegeben, sich schwerpunktmäßig zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Den Schülern werden Freiräume geboten, um sich innerhalb und außerhalb der Schule ihren Interessen zu widmen. Auf diese Art und Weise schafften es Sven Jandura, Baibhab Ray und Felix Römisch bis ins Bundesfinale von Jugend forscht.

Alle drei meldeten sich zunächst Anfang der elften Klasse für eine Besondere Lernleistung (BEL) an, die eine wissenschaftliche Arbeit über ein ganzes Jahr beinhaltete. „Ich habe bei einem Chemieunternehmen angefragt, ob ich mein Forschungsprojekt bei ihnen absolvieren kann“, erklärt der 18-jährige Felix Römisch. Genau wie seine beiden Mitstreiter, arbeite er innerhalb eines Schuljahres außerhalb der regulären Schulzeiten an seinem Thema „Die Immobilisierung von Grünalgen in einer Alginat/SiO2-Matrix für die Anwendung als Biosensor“.

„Wenn 16- oder 17-Jährige neben der regulären Schulzeit ein wissenschaftliches und komplexes Thema bearbeiten, ist das schon eine gewisse Zumutung“, so Schulleiter Asper. Deshalb sei es wichtig, die jungen Menschen zu motivieren und zu belohnen. „Das Programm von Jugend forscht, an dem wir uns seit 2010 intensiver beteiligen, ist nur ein Beispiel. Wir haben eine ausgeprägte Wettbewerbskultur an unsere Schule“, fügt Asper an. Alle Schüler die eine sogenannte BEL einbringen, werden von den Verantwortlichen der Schule im Anschluss gefragt, ob sie ihre Arbeiten bei Jugend forscht einreichen wollen.

Und das Konzept geht auf. Die Zahl der Teilnehmer für die Wettbewerbe von Jugend forscht hat sich seit 2010 stetig erhöht. Insgesamt nahmen in diesem Jahr sieben Schüler des Manos am Regionalausscheid teil, so viele wie nie zuvor. Jandura, Ray und Römisch konnten sich schließlich als Landessieger in ihren jeweiligen Kategorien für das Bundesfinale in Paderborn qualifizieren. Dort treten ab Donnerstag 191 Teilnehmer mit 110 Projekten in sieben Kategorien gegeneinander an.

Die Schüler müssen dann einen 15-minütigen Vortrag halten und in zwei separaten Gesprächen am Freitag und Sonnabend die Jury überzeugen. Neben den drei Finalisten des Manos gehen mit Alexey Antspikin (Marie-Curie-Gymnasium) und Felix Mende (TU Dresden) noch zwei weitere Dresdner an den Start.

Manos-Schulleiter Asper begleitet seine drei Schützlinge persönlich nach Paderborn. Das hat aber auch noch einen anderen Grund. Das Dresdner Gymnasium ist nämlich im Rahmen des Bundeswettbewerb Jugend forscht gemeinsam mit zwei weiteren Schulen aus der Bundesrepublik für den Sonderpreis Schule 2016 nominiert. Die Jury entscheidet dann, welche die beste MINT-Schule in ganz Deutschland für das Jahr 2016 ist.

Projekt von Sven Jandura

Die wissenschaftliche Arbeit des 19-jährigen Sven Jandura trägt den Titel: „Analyse der Restfehlerwahrscheinlichkeit zweier Decodierer von linearen Blockcodes.“ Er entwickelte ein aufwendiges mathematisches Analyseverfahren, mit dem es möglich ist, die Restfehlerwahrscheinlichkeit eines Daten-Korrekturverfahrens anzugeben. Das ist notwendig, um diese Verfahren zu optimieren. Daten-Korrekturverfahren sind sehr wichtig, da bei jeder gängigen Datenübertragung (beispielsweise vom Sendemast zum Smartphone) Fehler entstehen, die entsprechend rekonstruiert und korrigiert werden müssen.

Projekt von Baibhab Ray

Die wissenschaftliche Arbeit des 18-jährigen Baibhab Ray trägt den Titel: „Untersuchung zum Druckabfall und zur Strömungsentwicklung in Mikrokanälen.“ In Medizin und Technik kommt es häufig vor, dass Flüssigkeiten durch äußerst dünne Kanäle oder Röhrchen geleitet werden. Da nasse Medien darin anders fließen als in breiten Rinnen oder dicken Rohren, ist es nötig, diese unterschiedlichen Eigenschaften zu untersuchen. Diesen Umstand hat Baibhab Ray in seinem Forschungsprojekt genauestens analysiert, und zwar mit ausgefeilten mathematischen Methoden. Er fand heraus, dass Flüssigkeiten schneller sein können, als bisher bekannt.

Projekt von Felix Römisch

Die wissenschaftliche Arbeit des 18-jährigen Felix Römisch trägt den Titel: „Die Immobilisierung von Grünalgen in einer Alginat/SiO2-Matrix für die Anwendung als Biosensor.“ Schwermetalle wie Kupfer sind Gift für Wasserorganismen. Felix Römisch entwickelte einen Biosensor, der Gewässerbelastungen aufspüren kann. Er verteilte verschiedene Mikroalgen sehr fein in einem chemisch stabilen Gel und trug es mithilfe einer winzigen Spritze und eines Nanoplotters auf Testträgern auf. Seine Idee: Je mehr schädliches Kupfer im Wasser ist, umso langsamer wachsen die Algen und umso geringer ist die Leuchtkraft der Zellen.

Von Sebastian Burkhardt

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