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Dresdens Schulen brauchen je 25000 Euro für Arbeitshefte

Dresdens Schulen brauchen je 25000 Euro für Arbeitshefte

Jetzt hat es Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes, schwarz auf weiß: Die Stadt muss für die Kosten für Arbeitshefte der Schüler aufkommen.

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Quelle: DNN-Archiv

Von Katrin Richter

Eltern brauchen vom neuen Schuljahr an dafür nichts mehr zu bezahlen. Das jedenfalls sieht eine vorläufige Handlungsempfehlung vor, die Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) knapp drei Monate nach dem Richterspruch zur Lernmittelfreiheit an die Schulträger verschickt hat (DNN berichteten). Schmidtgen mochte sich gestern auf Nachfrage nicht zur Höhe der Kosten äußern, die nun auf die Stadt zukommen. Die Sachlage würde noch geprüft. Schulleiter beziffern den Betrag - abhängig davon, um welche Schulart es sich handelt - auf 30 bis 50 Euro pro Schüler im Jahr. Rund 50 000 Grund-, Mittel- und Förderschüler, Gymnasiasten und Berufsschüler in kommunaler Trägerschaft gibt es in Dresden. Setzt man 40 Euro als Durchschnittskosten an, macht das zwei Millionen Euro für die Stadt.

"So lange ich nicht weiß, wieviel Geld ich für die Arbeitshefte von der Stadt bekomme, habe ich erst mal alle Vorbereitungen gestoppt", sagt Klaus Dieter Pursche. Über den Daumen gepeilt rechnet der Leiter des Gymnasiums Dreikönigschule in der Neustadt mit 20 000 bis 25 000 Euro, die er benötigt, um die Arbeitshefte für seine Schüler kaufen zu können.

Bislang mussten die Eltern selbst dafür aufkommen. "Bei uns gab es jedes Jahr einen von der Schulkonferenz bestätigten Beschluss im Fachschaftsrat, in dem genau drin stand, welche Hefte die Schüler benötigen", erklärt Pursche. Das seien pro Klassenstufe vier bis fünf Arbeitshefte pro Schüler im Gesamtwert von 30 bis 50 Euro. Jeweils zu Beginn des neuen Schuljahrs hat der Leiter Elternbriefe verschickt und darin genau aufgelistet, welche Arbeitshefte die Eltern für ihr Kind zu welchem Preis kaufen sollten. Heidemarie Radecker, stellvertretende Leiterin der 128. Mittelschule in Reick, sieht Kosten von etwa 30 Euro pro Kind auf die Stadt zukommen. "Bei uns entscheidet jeder Lehrer selbst, ob die Schüler Arbeitshefte verwenden oder nicht", berichtet sie. In Mathe und Englisch würde davon rege Gebrauch gemacht, in Deutsch hingegen seltener. Der Grund: "Die Schüler verlernen das Schreiben immer mehr, wenn sie in den Arbeitsheften nur noch Wörter einsetzen müssen", so Radecker.

Wie berichtet, fallen Atlanten, Lexika, Wörterbücher und Musikinstrumente nach wie vor nicht unter die Lernmittel, die die Stadt zur Verfügung stellen muss. Daher müssen die Eltern der unteren Klassen jedes Jahr am tiefsten in die Tasche greifen. "Der Atlas wird ab Klasse 5 gebraucht und kostet 16 bis 18 Euro, ein Taschenrechner für 10 Euro ist in der 6. Klasse fällig und das Tafelwerk ab Klasse 7 kostet auch noch mal 10 Euro", rechnet die Pädagogin vor. Gleichfalls selbst bezahlt werden müssen Schulranzen, Federmappen, Füller, Sportbekleidung, Hefte und Zirkel. Bücher können weiterhin ausgeliehen werden.

Fürs Kopieren hingegen sind Dresdner Eltern auch zuvor schon nicht zur Kasse gebeten worden. "Die Schulleiter bekommen vom Schulverwaltungsamt ein Bugdet für die Ausstattung mit Lehr-, Lern- und Unterrichtsmitteln zur freien Verfügung", so Anke Hoffmann vom Presseamt. Dort sei das Kopiergeld bereits mit eingeplant. In diesem Jahr stellte die Stadt dafür rund 280 000 Euro bereit.

Dabei gibt es unterschiedliche Richtwerte für die verschiedenen Schularten. An den Grundschulen sind es 8,60 Euro pro Schüler, an den Mittelschulen 5,45 Euro und an den Gymnasien 5,20 Euro. Für die Schulen für geistig Behinderte werden 8 Euro pro Schüler veranschlagt, an den Schulen für Lernbehinderte 6,75 Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.07.2012

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