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Dresdens Bibliotheken ringen mit Personalmangel: "Weitere Kürzungen nicht machbar"

Dresdens Bibliotheken ringen mit Personalmangel: "Weitere Kürzungen nicht machbar"

Wegen der Sparvorgaben aus dem Rathaus kämpfen die Städtischen Bibliotheken derzeit mit ernsten Personalengpässen - zeitweise stand sogar die endgültige Schließung der Filiale Klotzsche zur Debatte, räumte Bibliotheken-Direktor Arend Flemming ein.

Das Aus im Norden ist zwar wieder vom Tisch, doch damit wird das zu kurze Tischtuch nur hin- und hergezerrt. Denn um den Sommer mit zu wenig Bibliothekarinnen zu überstehen, wird statt dessen die Bibliothek Laubegast sechs Wochen lang während der Sommerferien dicht gemacht - um bei der Gelegenheit Flut-Altschäden am Fußboden zu beseitigen.

Außerdem droht sich der Umstieg auf die neue Verleihtechnik mit Funketiketten ("RFID") zu verzögern.n Desweiteren steht eine zusätzliche fünfwöchige Schließzeit der Bibliothek Neustadt zur Debatte. Die nämlich soll im November von der Bautzner Straße in einen Neubau an der Königsbrücker Straße umziehen und dabei als erste Filiale die neue Verleihtechnik einführen. Danach sollen bis 2017 die anderen Bibos folgen. Um aber die Strichcodes auf den insgesamt rund 760000 Büchern und anderen Medien im gesamten Stadtnetz mit Funketiketten zu bekleben, wollte die Direktion eigentlich vier Projektmitarbeiter speziell dafür befristet einstellen - was ihr aber vorerst verwehrt wurde.

Denn derzeit gilt ein Neubesetzungsverbot für Stellen in den städtischen Ämtern und Einrichtungen - jedenfalls solange, bis alle Behörden ihre Sparvorgaben aus dem Rathaus erfüllt haben. Die Bibliotheken selbst haben diese "Hausaufgaben" vom Kämmerer inzwischen zwar erledigt, indem sie die Öffnungszeiten in ihren Filialen ausgedünnt und die Fahrbibliothek halbiert haben (DNN berichteten). Dennoch gilt auch für sie das Einstellungsverbot weiter. "Wir werden hier für andere, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, in Sippenhaft genommen", kritisiert Arend Flemming. Insgesamt sind daher zwölf der insgesamt 160 Planstellen im Bibliotheksnetz derzeit unbesetzt - ein ernstes Problem, da in der überwiegend weiblichen Belegschaft zudem ohnehin häufig Schwangerschaftsvertretungen benötigt werden.

Zudem wirkt das Einstellungsverbot für die Bibliotheken umso kontraproduktiver, da speziell die RFID-Einführung zur Personalentlastung und zu mehr Service für die Leser (Beispiel: 24-Stunden-Ausleihe) führen soll. Was heißt: Wenn die Rathausspitze die befristeten Stellen für Funkchip-Etikettierung nicht doch noch vor dem Herbst genehmigt, müssen dafür Bibliothekare abgestellt werden, die anderswo Lücken reißen. Auch die avisierte Wieder-Ausweitung der Öffnungszeiten in den Bibliotheken wäre damit gefährdet.

Derweil hat Flemming vor weiteren Einschnitten gewarnt. So sei im Entwurf für den nächsten Doppelhaushalt eine Sachkosten-Kürzung für die Bibliotheken um 74000 Euro vorgesehen. Das ist etwa soviel, wie Flemming braucht, um den Bücherhausdienst für Senioren und die Leseförderung für Kinder überhaupt weiterführen zu können. "Wir halten weitere Pauschalkürzungen bei uns für nicht machbar", warnte der Direktor. "Dann bricht unser ganzer Bibliotheksentwicklungsplan zusammen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.06.2014

hw

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