Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresden: Eltern kämpfen für größere Schule

Dresden: Eltern kämpfen für größere Schule

Melanie Wünderlich wohnt mit ihrer Familie in Altfranken an der Kesselsdorfer Straße. Der Sohn der jungen Frau besucht die 74. Grundschule auf der Altnossener Straße in der benachbarten Ortschaft Gompitz.

Voriger Artikel
Bundesbildungsministerin Johanna Wanka erzählt ausnahmsweise Märchen im Dresdner Albertinum
Nächster Artikel
Zwei Dresdner Schülerzeitungen gehören zu den besten Sachsens

"Wir wollen hier rein!" Eltern und Kinder aus Gompitz und Altfranken fordern eine Erweiterung der 74. Grundschule. Die Sprecherin der Elterninitiative, Mandy Kuchinke (3. v. l.), hofft auf einen Anbau, der bis 2015 ans Netz gehen soll.

Quelle: Carola Fritzsche

Doch wenn die Tochter von Wünderlich 2017 eingeschult wird, dann nicht in Gompitz. Wenn sich nicht etwas ändert.

Mandy Kuchinke will etwas ändern. Die Mutter zweier Söhne aus Gompitz ist Sprecherin der Elterninitiative für die Erweiterung der 74. Grundschule. "Wir wollen, dass die Schule zweizügig wird. Wir wollen, dass es schnell geht. Wenn es mit Containern schneller geht, nehmen wir Container. Wenn ein massiver Bau eher fertig wird, dann ein Massivbau", sagt sie. Die Initiative macht mobil: Sie informiert Interessenten im Internet, verteilt Flugblätter, sammelt Unterschriften.

Schulbürgermeister kommt

Wenn am Montag der Gompitzer Ortschaftsrat in Pennrich tagt, werden auch zahlreiche Eltern die Sitzung mitverfolgen. Schulbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) und eine Mitarbeiterin der Bildungsagentur wollen sich zur möglichen Erweiterung der Grundschule äußern. "Wir erwarten Vorschläge", sagt Kuchinke. Mit ihrer Beharrlichkeit hat sie erreicht, dass eine große Hürde genommen werden konnte: Ein passendes Grundstück für die bisher einzügige Grundschule wurde gefunden. Es ist der Parkplatz des Unternehmens "Sanitär Heinze". Erst wollte die Firma es nicht hergeben, hieß es. Kuchinke und ihre Mitstreiter fragten in der Firmenzentrale in Salzburg nach und bekamen positive Auskunft: Das Unternehmen ist zu einem Flächentausch bereit.

Ein kleiner Schritt für die ersehnte Erweiterung, aber es türmen sich noch jede Menge Hürden auf. Die Stadt hat im Etat 2013/14 keine Mittel für die Gompitzer Schule eingestellt, die Bildungsagentur ist gegen die Zweizügigkeit und verweist auf ausreichend Angebote im Schulbezirk Cotta 1 in Gorbitz oder Cotta.

"Das können wir so nicht hinnehmen", sagt Kati Hanns, die sich in der Elternvertretung der Kindertagesstätte "Gompitzer Spatzennest" engagiert, die auch den Schulhort betreibt. "Wir haben uns bei unserem Hausbau bewusst für Gompitz entschieden, weil wir hier Kindergarten und Schule vor Ort haben. Wir wollen unsere Kinder nicht kilometerlang durch die halbe Stadt schicken."

Sitzenbleiben verboten

Genau das droht aber 2014 mindestens 13 ABC-Schützen aus Gompitz, rechnet Kuchinke vor: 37 Fünfjährige leben zurzeit in der Ortschaft im Dresdner Westen. Die 74. Grundschule verfügt über drei Klassenzimmer für 28 Schüler und ein kleineres für 24 Kinder - in das kommen die ABC-Schützen des Jahres 2014. "Wenn nicht etwas geschieht, wird das Los entscheiden, welches Kind vor Ort unterrichtet werden kann und welches lange Wege auf sich nehmen muss", befürchtet die Sprecherin der Elterninitiative.

Hinzu kommen noch elf Fünfjährige aus Altfranken, die durch den Schulnetzplan aus Gompitz ausgesperrt werden. Altfranken zählt seit Mittte 2012 zu Cotta 2, die Kinder sollen die Naußlitzer Grundschule besuchen. "Meine Tochter müsste mit der Straßenbahn bis zur Gompitzer Höhe fahren und dann weiter mit dem Bus nach Naußlitz", sagt Wünderlich. "Dabei können wir die 74. Grundschule von unserem Haus aus fast sehen. Ein Widersinn!"

Die SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Stange unterstützt die Elterninitiative, weiß aber auch, welche Hürden es zu überwinden gilt: "Schulverwaltungsamt und Bildungsagentur wollen die Zweizügigkeit nicht", sagt sie. Doch der Stadtrat hat dem Amt mit dem Schulnetzplan den Auftrag erteilt, eine Erweiterung zu prüfen. "Dann erwarte ich auch, dass die Verwaltung ernsthaft prüft und nicht nur Argumente findet, die dagegen sprechen." Letztlich müsse der Stadtrat eine politische Entscheidung treffen, so Stange.

Für den Ausbau der Schule würde nicht nur die Wohnortnähe für die Schüler sprechen. "Wie soll in einer so kleinen Schule integrativ unterrichtet werden?", fragt Stange, und Kuchinke ergänzt: "Die Schule ist bis zum letzten Platz ausgelastet. Das führt dazu, dass Kinder, die sitzenbleiben, an einer anderen Schule angemeldet werden sollen. Deshalb schleppen die Eltern ihre Kinder lieber durch, als ihnen die Möglichkeit einer Wiederholung zu geben."

Stange glaubt, dass eine zweizügige 74. Grundschule 2016 ans Netz gehen könnte. "Das wäre ein realistischer Termin." Kuchinke hofft auf 2015. "Wir könnten ja schon 2014 zweizügig beginnen und eine Klasse auslagern, bis der Erweiterungsbau fertig ist", schlägt sie vor. Und kündigt energisch an, nicht locker zu lassen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.07.2013

Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bildung
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.