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Drei junge Menschen bieten ein Sprechtraining bei Ängsten und Problemen mit der Sprache an

Drei junge Menschen bieten ein Sprechtraining bei Ängsten und Problemen mit der Sprache an

Lampenfieber, ein flaues Gefühl im Magen, Stottern, Stammeln, ein ratloser Blick... Kennt ihr das, wenn das Referat ansteht, man mit Karteikarten vor seinem Publikum steht und plötzlich alles schiefgeht? Wenn dann das Blut in den Kopf steigt und alles nur noch schlimmer macht? Die Sätze wollen einfach nicht raus, Versprecher und Verhaspler sind die Folge.

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Jens Grimmling, Vivian Herzog und Marc Knepper (v.l.) sind die Initiatoren der Sprechgruppe, die den Teilnehmern helfen soll, Sprechängste abzubauen. Mit gezielten Übungen soll das Selbstvertrauen in die eigene Sprache aufgebaut werden.

Quelle: D. Flechtner

An alle jungen Leute da draußen: Es gibt eine Lösung für das Problem! Drei junge Dresdner haben es sich zur Aufgabe gemacht, Sprechängsten und Sprachproblemen den Kampf anzusagen. Einmal monatlich bieten sie ein kostenloses Sprechtraining an, bei dem die Teilnehmer lernen, ihre Ängste zu überwinden.

Zehn Teilnehmer sitzen in einem Raum der Sächsischen Landes, Staats- und Universitätsbibliothek (Slub) auf dem Campus der Technischen Universität. Sie alle haben individuelle Sprechängste, die sie hemmen - seien sie sozialer oder körperlicher Natur. Im Sprechtraining nun wollen sie diese abbauen und Selbstvertrauen in Bezug auf die eigene Sprache aufbauen. Marc Knepper, Vivian Herzog und Jens Grimmling leiten die Sprechgruppe seit November in Eigenregie. Unter dem Dachverband "MuSe e.V." stehen neben der Sprechgruppe noch die Angebote "Bühne frei!" sowie "Der Geschichtenerzähler" - alles drei sind Projekte, die Mut und Selbstvertrauen der Teilnehmer aufbauen sollen.

Das Besondere an der Sprechgruppe: Die drei Initiatoren haben selbst Probleme mit der Sprache. Marc ist Stotterer, Vivian und Jens haben Sprechängste. "Gerade das macht unser Sprechtraining aus. Vor den Teilnehmern stehen keine Profis, sondern Personen, die mit denselben Problemen zu kämpfen haben wie sie selbst", sagt Marc Knepper. Die Idee entstand aus der sogenannten "Sprechzeit" heraus, ein Projekt der Stotterer-Selbsthilfegruppe in Dresden. Dort konnten die Teilnehmer etwas vortragen und bekamen anschließend ein Feedback. "Mir hat das sehr geholfen. Ich wollte das Konzept erweitern und Menschen einladen, die nicht nur stottern, sondern allgemein Sprechprobleme haben", erzählt der 26-Jährige. Das war der Anfang des Sprechtrainings unter Leitung der drei Dresdner; einmal im Monat findet es statt.

Nun aber zurück in die Slub: Die Teilnehmer beginnen mit einer Improvisationsübung, bei der es um eine Schatzkiste geht. Sie holen etwas Imaginäres aus dieser Kiste und versuchen es pantomimisch darzustellen. In der nächsten Runde müssen sie es dann mit Worten beschreiben. Es wird viel gelacht, von Sprechängsten keine Spur. Anschließend gibt es einen Workshop zum Erzählen. Die Teilnehmer sollen dabei eine Geschichte nacherzählen und anschließend eine Eigene kreieren. Sie arbeiten zusammen und niemand schämt sich, wenn es doch noch nicht so klappt mit dem Sprechen. Denn dafür sind sie alle hier.

Jeden Monat gibt es in der Sprechgruppe verschiedene Themen, die auch von den Teilnehmern mitentschieden werden können. So gab es neben dem Workshop zum Erzählen auch schon Trainings zu Kurzvorträgen oder Bewerbungsgesprächen. Eine besondere Übung ist auch, Sachbücher mit verschiedenen Emotionen wie Wut, Trauer oder Fröhlichkeit vorzulesen. "Wir achten auf die Wünsche der Teilnehmer", sagt Vivian Herzog. "Wir geben den Rahmen vor, den Rest entscheiden die Teilnehmer."

Die Initiatoren hoffen, dass die Sprechgruppe weiterhin so gut läuft und sich noch mehr Mutige finden. "Wir freuen uns immer auf neue Teilnehmer", so Marc Knepper. Also, sagt den Sprechängsten den Kampf an!

Das nächste Sprechtraining findet am 20. Mai von 19 bis 21 Uhr statt. Treff ist im Foyer der Slub am Zelleschen Weg 18. Das Sprechtraining ist kostenfrei. Weitere Informationen im Internet unter www.sprechtraining-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2015

Juliane Just

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