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Dirigent Karsten Sprenger gibt Musik an der 56. Grundschule Dresden

Seiteneinsteiger als Glücksfall Dirigent Karsten Sprenger gibt Musik an der 56. Grundschule Dresden

Karsten Sprenger weiß, wie man Menschen für die Musik begeistert. Für die 56. Grundschule in Dresden-Trachau ist er deshalb geradezu ein Glücksfall. Seit Sommer vergangenen Jahres unterrichtet der studierte Dirigent und Chorleiter dort Musik. Wie es dazu kam, erzählt der 51-jährige Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf im DNN-Gespräch.

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Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf: Karsten Sprenger unterrichtet Musik an der 56. Grundschule

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden . Karsten Sprenger weiß, wie man Menschen für die Musik begeistert. Für die 56. Grundschule in Dresden-Trachau ist er deshalb geradezu ein Glücksfall. Seit Sommer vergangenen Jahres unterrichtet der studierte Dirigent und Chorleiter dort Musik. Er ist nicht nur Vollzeit-, sondern auch Vollblutlehrer. Wie es dazu kam, erzählt der 51-jährige Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf im DNN-Gespräch.

Warum sind Sie so spät noch Musiklehrer an der Grundschule geworden?

Das ist eine lange Geschichte. Ich stamme eigentlich aus Thüringen, war Thomaner in Leipzig, habe an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar Chor- und Ensembleleitung studiert und dann noch ein Zusatzstudium als Orchesterdirigent angeschlossen. Erst habe ich die Singakademie in Suhl geleitet, ab 1999 die Dresdner Singakademie und war seit 2001 parallel Chordirektor beim Sorbischen Nationalensemble in Bautzen. Nach einem Intendantenwechsel war dort 2011 Schluss.

Und dann?

Bin ich noch zwei Jahre gependelt, war befristet erst Chordirektor an den Städtischen Bühnen Münster und später dann am Schleswig-Holsteinischen Landestheater. Tja, dann war ich ein Jahr arbeitslos und habe gedacht, so geht es nicht weiter und mich als Seiteneinsteiger an der Grundschule beworben. Ich habe also aus der Not eine Tugend gemacht.

Aber wie sind Sie zur 56. Grundschule gekommen?

Weil es eine Schule mit musisch-kreativer Prägung ist. Die Kinder haben in der 1. und 2. Klasse zusätzlich eine Stunde Flötenunterricht in der Woche. Dafür bin ich unter anderem zuständig. Ich leite auch den Schulchor und eine Instrumental-AG. Außerdem wohnen wir gleich um die Ecke, und einer meiner beiden Söhne geht hier in die Schule.

Unterrichten Sie ausschließlich Musik?

Ja, in allen vier 2. Klassen und in einer 3. Klasse. Und ich gebe Schülern einer 4. Klasse Förderunterricht in Deutsch und Mathe.

Sie sind studierter Dirigent und Chorleiter, verfügen aber nicht über einen Lehramtsabschluss. Holen Sie ihn nach?

Ich muss binnen 18 Monaten einen Antrag stellen, mich zu qualifizieren. Das will ich auch tun. Ich studiere dann vier Semester lang an zwei Tagen in der Woche an der TU Dresden, muss in dieser Zeit aber auf die Hälfte meines Unterrichts und demzufolge auch des Gehalts verzichten.

Was für ein Typ Lehrer sind Sie? Eine Autoritätsperson oder eher der Kumpeltyp?

Ich hoffe schon, dass ich eine Autoritätsperson bin. Kumpeltyp funktioniert, glaube ich, nicht.

An den meisten Grundschulen arbeiten fast ausschließlich Frauen. Da ist man froh, auch mal einen Mann als Lehrer für die Kinder zu haben. Wie ist das an Ihrer Schule?

Wir sind immerhin zu Dritt – der Schulleiter, ein weiterer Pädagoge und ich.

Die Kinder mögen Sie sehr, hat man mir gesagt. Wie machen Sie den Musikunterricht interessant?

Ich lasse mir etwas einfallen. Es gibt zum Beispiel Lieder wie das von der kleinen Meise, da ist viel wörtliche Rede enthalten. Wir singen es mit verteilten Rollen. Das macht den Schülern unheimlich Spaß. Und ganz oft begleite ich die Kinder auf dem Klavier.

Welche Musik berührt Sie selbst am tiefsten?

Gesungenes geistliches Wort. Das hängt mit meinem Beruf zusammen. Ich leite auch wieder einen kleinen Kammerchor – den Kammerchor ad libitum Dresden.

Von Katrin Richter

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