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Direktorin Sorenson verlässt die Dresden International School

Direktorin Sorenson verlässt die Dresden International School

Chrissie Sorenson (47) hat eine deutsche Mutter, ihr Vater ist Kanadier. Aufgewachsen ist sie in den USA. 1988 kam sie nach Berlin, arbeitete dort für die Deutsche Bank, ging 1995 zurück nach Kalifornien, baute ab 2001 sechs Jahre die Internationale Schule in Monterey an der Pazifikküste Kaliforniens auf und leitet seit Sommer 2008 die Dresden International School (DIS).

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Chrissie Sorenson leitet seit Mitte 2008 die "Dresden International School". Im Sommer kommenden Jahres will sie abheuern und sich neuen Herausforderungen stellen.

Quelle: Christian Juppe

Im Juni kommenden Jahres wird die Deutsch-Amerikanerin Dresden wieder verlassen.

War von vornherein absehbar, dass Sie nicht für immer in Dresden bleiben würden?

Chrissie Sorenson: Ja. Wir haben gerade die neueste Statistik bekommen. Im Schnitt bleiben die Direktoren weltweit nicht einmal drei Jahre an einer Internationalen Schule. Das ist sicherlich nicht wünschenswert und hängt auch oft mit den häufig wechselnden Vorständen der Schulen zusammen. Da haben wir es in Dresden gut. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Donsbach, Direktor des TU-Instituts für Kommunikationswissenschaft, ist schon seit Gründung der DIS 1998 mit im Boot. Jedenfalls liege ich mit meinen sechs Dresdner Jahren weit über dem Durchschnitt.

Warum gehen Sie weg aus Dresden?

Ich suche eine neue Herausforderung. Das, was ich mir 2008 für unsere Schule vorgenommen hatte, ist nun erreicht. Und nächstes Jahr ist ein günstiger Zeitpunkt. Unser großer Sohn Conor hat letztes Jahr seinen Abschluss gemacht, Tochter Nicolette wird nächstes Jahr fertig. Und Dirk, unser Jüngster, ist fünf. Es wird leichter sein, jetzt mit ihm umzuziehen als vielleicht in fünf, sechs Jahren. Es war aber auch eine sehr schwierige Entscheidung. Mein Mann führt zum Beispiel eine Pension in Dresden, die er dann mir zuliebe wieder aufgibt. Und vor allem haben wir viele gute Freunde hier.

Was hinterlassen Sie in Dresden? Worauf sind Sie stolz?

Na, zum Beispiel darauf, dass die Council of International Schools (CIS) und die New England Association of Schools & Colleges (NEASC) unsere Schule akkreditiert und ihre Qualität damit unterstrichen haben. Das hat uns sehr viel Zeit und Kraft gekostet. Eine Herausforderung war auch, unsere Schule, die ja auf vier verschiedene Standorte verteilt war, auf dem Annencampus zu einer Community zusammenwachsen zu lassen.

Wohin ziehen Sie mit Ihrer Familie?

Das steht noch nicht fest. Budapest ist 'ne super Stadt, auch Wien und Shanghai sind es. In Singapur oder Chile zu leben, kann ich mir gleichfalls gut vorstellen. Und ich habe ja einen idealen Ehemann, der kommt überall mit hin. Er war Basketball-Coach an der Schule, das würde er auch in Wien oder Shanghai wieder machen.

Was schätzen Sie an Dresden?

Dresden ist wirklich eine weltoffene Stadt, auch wenn das von der internationalen Presse manchmal anders dargestellt wird. Dresden ist auch eine sichere Stadt - geradezu ideal für Familien.

Was gefällt Ihnen nicht hier?

Nicht nur die Dresdner, sondern die Deutschen insgesamt sind wenig risikobereit. Eine Entscheidung zu treffen, dauert immer etwas länger. Das war gewöhnungsbedürftig für mich.

Was nehmen Sie mit aus Dresden - wohin auch immer?

Die "Brotkultur" zum Beispiel. Ich esse abends jetzt gesünder und nicht mehr so viel. Obwohl mein Mann leidenschaftlich gern kocht - vor allem abends. Und den Schwibbogen nehmen wir auch mit.

Was ist Ihre Lebensmaxime?

Where there is a will, there is a way - also: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ich glaube, dass Menschen im Kern gut sind, dass sie irgendwo dazu gehören wollen und Verständnis füreinander entwickeln können. Gerade Kinder. Die sehen keine Farben, die sehen sie nur durch die Augen der Eltern. Wenn wir etwas verändern wollen auf der Welt, sollten wir mit den Kindern anfangen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.04.2013

Katrin Richter

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