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Die wohl kleinste Schule der Welt - jede Woche woanders

Die wohl kleinste Schule der Welt - jede Woche woanders

Die Schule des "Circus Voyage" ist klein aber fein. Gerade mal vier Kinder sitzen in der Klasse: Alicia, ihr Bruder Leonardo sowie Michael und Maria-Selina. "Wir machen von Mittwoch bis Sonnabend, von 8 bis 11.30 Uhr Schule", erklärt die Privatlehrerin Monika Berger.

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Michael und Leonardo üben die deutsche Rechtschreibung. Die kleine Maria-Selina versucht sich mit Lehrerin Monika Berger im Lesen.

Quelle: Carola Fritzsche

Sie ist ausgebildete Lehrerin, war früher an einer normalen Schule tätig. "Mir gefiel das Arbeitsklima nicht mehr. Jetzt bin ich seit vier Jahren beim Circus Voyage", erklärt die gebürtige Cottbusserin.

Ihre Schule ist der Wohnwagen. An der einen Wand hängt die Deutschlandkarte, an der anderen ist eine Tafel angebracht. Überall stehen Regale mit Heftern, Büchern und Schreibutensilien. Gerade mal drei Tische passen in den Raum - und nicht mehr als sechs Menschen.

Mathe, Deutsch, Biologie und Geografie müssen die Zirkuskinder pauken. Es gibt Hausaufgaben und auch Arbeiten müssen geschrieben werden, so dass die Jugendlichen einen regulären Abschluss erhalten. Selbst das Abitur wäre möglich, wenn sie es wollen.

Artistin Alicia will vorerst nur die neunte Klasse machen. Mit 13 Jahren ist sie die Älteste im Unterricht und lernt nicht nur den Stoff von Frau Berger: Eine private Schule in Nordrhein-Westfalen bietet Zirkuskindern Kurse an, die sie in einer virtuellen Klasse absolvieren, sprich: im Unterricht per Internet. "Die Schule hat den Lernstoff auf diese Kinder zugeschnitten. Da spielt Verhaltensbiologie eine Rolle, aber auch die Künstlersozialversicherung", erklärt Berger. Das nötige Material zum Lernen erhält Alicia zugesandt - meist per Fax. Müssen Bücher geschickt werden, kommen diese in einer Kiste auf dem Postweg.

Auch ihr Bruder Leonardo ist im Zirkus groß geworden und will in die Fußstapfen seines Vaters treten. Sein Traum ist es, mit den Tieren in der Manege zu stehen. Alicia dagegen möchte Akrobatik zeigen. Für die nächste Saison bereitet sie eine Sprungseilakrobatik vor - neben der Schule, den Vorstellungen und dem Haushalt. "Der Wohnwagen muss auch aufgeräumt werden", erzählt Alicia lachend.

Aber nicht nur in der Manege sind die Zirkuskinder kreativ. "Im Unterricht schreiben wir Gedichte, singen, malen und gestalten unsere eigene Schülerzeitung", erzählt die Lehrerin. Auch Ausflüge stehen auf dem Programm: "Vor kurzem waren wir in Radebeul im Karl-May-Museum." Monika Berger motiviert ihre Schüler, brachte bei Alicia sogar ein ungeahntes Talent zum Vorschein. "Wir haben mal eine Küchenschürze genäht. Mittlerweile näht Alicia alle ihre Kostüme selbst", erzählt die Lehrerin stolz.

Alicia und ihre Freunde führen ein anderes Leben als die meisten Kinder. Normalität vermissen sie nicht: "Wir sind so aufgewachsen und lieben unsere Welt so wie sie ist."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.03.2012

N. Steinmann

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