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Die Kleinen kommen noch knuddeln: Franziska Pohl macht Freiwilliges Soziales Jahr an Dresdner Grundschule

Die Kleinen kommen noch knuddeln: Franziska Pohl macht Freiwilliges Soziales Jahr an Dresdner Grundschule

Die 18-jährige Franziska Pohl zählt zu den 40 jungen Leuten in Sachsen, die erstmals ein Freiwilliges Soziales Jahr Pädagogik (FSJ) an einer Schule absolvieren.

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FSJlerin Franziska Pohl bringt Hanna, Celina, Markus und Moritz (v.l.) aus der 3a in einer Freistunde bei, was man alles mit dem Logico, einem Arbeitsmittel für Grundschulkinder, machen kann.

Quelle: Dietrich Flechtner

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung koordiniert den Freiwilligendienst, der Freistaat fördert ihn mit 500 000 Euro.

Frage: Warum haben Sie sich für das FSJ beworben?

Im vergangenen Jahr habe ich mein Abi am Hans-Erlwein-Gymnasium gemacht. Tja, und dann stand ich vor der Frage: Was kommt nach der Schule? Lehrerin zu werden, hatte ich schon immer so ein bisschen im Hinterkopf. Dann dachte ich, na ja, das FSJ an einer Schule zu machen, ist eine gute Möglichkeit, um zu testen, ob der Lehrerberuf etwas für mich ist oder vielleicht doch nicht.

Und - ist das 'was für Sie?

Ja, auf jeden Fall! Und ich möchte später mal auch wirklich an einer Grundschule und nicht an einer Oberschule oder am Gymnasium unterrichten. Ich glaube, mit den Kleinen komme ich besser zurecht als mit pubertierenden widerspenstigen Jugendlichen. Die Kinder an der Grundschule kommen noch knuddeln. Und sie erzählen einem alles.

Werden Sie geduzt?

Ja, die Schüler sagen Frau Pohl und du zu mir.

An welcher Schule sind Sie gelandet, und durften Sie sich heraussuchen, wohin Sie gehen?

An der 90. Grundschule. Unser Schulgebäude an der Kleinlugaer Straße in Lockwitz wird aber gerade saniert. Deshalb teilen wir uns im Moment mit der 129. Grundschule das Schulgebäude am Otto-Dix-Ring in Strehlen. Geht ein bisschen turbulent zu auf der Hofpause - aber wir kommen zurecht. Ich hatte drei Schulen zur Wahl - eine Grundschule in Prohlis, das Gymnasium Dreikönigschule und eben die "90."

Wie sieht ein ganz normaler Tag bei Ihnen aus?

Der Unterricht beginnt 8 Uhr. Ich habe sogar meinen eigenen Stundenplan. Den hat Manfred Pietzner, der stellvertretende Schulleiter, für mich ausgearbeitet. Ich gehe also mit in alle acht Klassen hinein und unterstütze die Lehrer - jeden Tag vier Unterrichtsstunden lang. Und montags leite ich die AG Ballspiele. Heute hatte erst die 1b Ethik, dann die 3a Sport. Nach der Hofpause hab ich die 2a betreut, die eine Freistunde hatte. Und in der 4. Stunde bin ich bei den "Religionskindern" in der 3a gewesen.

Was genau machen Sie, wenn Sie sagen, Sie betreuen die Schüler?

Naja, in der Freistunde passe ich erst mal auf, dass die Kinder keinen Blödsinn machen. Ich beschäftige sie, mache Spiele mit ihnen. Allein unterrichten darf ich natürlich noch nicht. Obwohl: Einmal habe ich mit einer 1. Klasse ganz allein Mathe gemacht, weil die Lehrerin krank war. Normalerweise gehe ich durch die Klasse, schaue, ob die Kinder richtig geschrieben und gerechnet haben. Wenn jemand eine Frage hat, gehe ich auch hin und helfe.

Bekommen Sie eine Vergütung?

Ja, 140 Euro Taschengeld und noch einmal 150 Euro Zuschuss zur Verpflegung und Miete.

Wie geht es nach dem Jahr weiter?

Ganz einfach: Ich bewerbe mich um einen Lehramtsstudienplatz und hoffe, dass ich angenommen werde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.01.2014

Richter, Katrin

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