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Die Dresdner Kinder-Universität ist ins Wintersemester gestartet

„Was erzählen uns Flüchtlinge?“ Die Dresdner Kinder-Universität ist ins Wintersemester gestartet

Normalerweise hat Dr. Julia Schulze Wessel mit Studenten zu tun. Am Dienstag Abend jedoch lauschten 500 aufgeweckte Kinder ihrem Vortrag im Hygiene-Museum. Er trug den Titel „Was erzählen uns Flüchtlinge?“ und bildete den Auftakt des Wintersemesters der Kinder-Universität.

500 interessierte kleine „Erstsemestler“ hörten im Hygiene-Museum dem Vortrag von Dr. Julia Schulze Wessel über Flüchtlinge zu.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Normalerweise hat Dr. Julia Schulze Wessel mit Studenten zu tun. Am Dienstag Abend jedoch lauschten 500 aufgeweckte Kinder ihrem Vortrag im Hygiene-Museum. Er trug den Titel „Was erzählen uns Flüchtlinge?“ und bildete den Auftakt des Wintersemesters der Kinder-Universität, das von den DNN präsentiert wird. Seit mittlerweile zwölf Jahren besteht diese Veranstaltungsreihe, die vier Vorträge für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren bereithält – je zwei an der TU und zwei im Hygiene-Museum. Und wer drei Vorträge besucht und sich dort jeweils einen Stempel geholt hat, bekommt eine Teilnahmebescheinigung.

„28 Millionen Kinder sind weltweit auf der Flucht - 56 Mal so viele, wie es Einwohner in Dresden gibt“, erklärte die TU-Wissenschaftlerin den Kindern. Dann wollte sie von ihnen wissen, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Viele Arme schossen in die Höhe: „Krieg“, „Armut“, „Bomben unter der Erde“, kam es aus dem Saal. Um den jungen Zuhörern nahe zu bringen, wie es sich anfühlt, auf der Flucht zu sein, hatte Julia Schulze Wessel das Buch „Im Meer schwimmen Krokodile“ von Fabio Geda mitgebracht, das auf einer wahren Geschichte beruht. Darin geht es um den zehnjährigen afghanischen Jungen Enajat, den seine Mutter nach Pakistan gebracht hat, um ihn vor den Taliban zu schützen und der sich über Jahre hinweg mehr oder minder allein nach Italien durchschlägt. Was aber erzählen nun Flüchtlinge wie Enajat? Julia Schulze Wessel verglich die Erfahrungen mit einem Koffer, der auf dem Weg immer schwerer wird und Geschichten vom Verlassen und Verlassen werden, von Angst und Gewalt, aber auch von Freundschaft, Mut und Entschlossenheit enthält.

Neben der Wissenschaftlerin hatten Sofija und Michael Zakarov aus Tschetschenien Platz genommen. Sie erzählten dem jungen Publikum über die Flucht der siebenköpfigen Familie aus dem Kriegsgebiet vor zehn Jahren. Durch Wälder, über Berge und Flüsse seien sie geflohen, berichtete der junge Mann, der heute 33 Jahre alt ist. „Es war mir dann schon egal, was aus mir wird, aber ich wollte meine kleinen Geschwister retten.“ Sofija, die heute die 9. Klasse einer Dresdner Schule besucht, sei bei der Flucht erst zwei Jahre gewesen. „Was habt ihr damals auf der Flucht gegessen?“, wollte ein Junge wissen, der wie alle anderen Kinder auch seinen Studentenausweis an einem Band um den Hals trug. „Was wir so gefunden haben“, entgegnete Michael. „Und wie lange hat es gedauert, bis ihr euch eingelebt habt?“, fragte ein Mädchen aus dem Publikum. „Das dauert immer noch“, entgegnete Michael. Die Familie habe nach wie vor nur einen Duldungsstatus und wisse nicht, ob sie auf Dauer hierbleiben könne.

Dass man die Referenten erst am Ende der Vorlesung mit Fragen löchert und auch nicht in die Hände klatscht, sondern mit den Füßen trampelt, kannten die meisten Kinder schon. Eine ganze Reihe von ihnen saß nicht zum ersten Mal in der Kinder-Uni und wusste auch, dass man am Ende des kurzweiligen Vortags aufs Podium stürmen durfte, um sich ein Autogramm von Julia Schulze Wessel und ihren beiden Gästen zu holen. Das taten sie dann auch zur Genüge.

Von Katrin Richter

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