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Die Chance auf eine Ausbildung: Dresden bietet 29 Spaniern eine Zukunft

Die Chance auf eine Ausbildung: Dresden bietet 29 Spaniern eine Zukunft

Roberto Garcia Toledo hat den Schritt gewagt: Den Schritt aus der Arbeitslosigkeit heraus und hinein in ein besseres Leben. Dafür ist der 21-jährige Spanier Anfang Juni nach Dresden gezogen, um im September eine Ausbildung zum Restaurantfachmann in Niederlommatzsch im Kreis Meißen anzufangen.

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Roberto Garcia Toledo

Quelle: Nadine Steinmann

Seinem Beispiel sind 28 weitere junge Frauen und Männer von der iberischen Halbinsel gefolgt, denen der Regionalverband Dresden des Hotel- und Gaststättenverbands Sachsen (Dehoga) eine Ausbildung als Koch, Restaurant- oder Hotelfachmann ermöglicht.

Sie alle sind Teil des Förderprogramms MobiPro-EU des Bundessozialministeriums. Dieses unterstützt interessierte Jugendliche aus ganz Europa bei der Vermittlung in eine betriebliche Berufsausbildung in Deutschland. Natürlich stellt sich die Frage, ob es in Sachsen mit seinen vier Millionen Einwohnern nicht mehr genügend potentielle Auszubildende gibt und stattdessen offene Lehrstellen mit Spaniern besetzt werden müssen. „Aufgrund der demographischen Entwicklung und einem verstärkten Drang in Richtung Hochschulen sind die Bewerberzahlen tatsächlich im Keller. In den südeuropäischen Ländern herrscht wiederum eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, die bei unter 25-Jährigen 50 bis 60 Prozent betragen kann“, erklärt Lars Fiehler, Geschäftsführer Standortpolitik und Kommunikation bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden. Außerdem beziehe sich das Projekt, das in Sachsen zum ersten Mal durchgeführt wird, vor allem auf die sogenannten Mangelberufe. Das sind neben Jobs in der Hotellerie und Gastronomie unter anderem die Pflegeberufe. So sind allein in diesem Jahr trotz der 29 jungen Spanier noch 65 freie Stellen im Hotel- und Gaststättengewerbe in Sachsen frei.

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29 junge Spanier beginnen im September eine Ausbildung in und um Dresden.

Quelle: Nadine Steinmann

Roberto Garcia Toledo ist unterdessen froh, dass er die Möglichkeit hat, in Deutschland eine Lehre zu beginnen. In seiner Heimat studierte er Finanzmanagement, fand aber nie einen Job. Um überleben zu können, arbeitete er als Kellner und Klimaanlagentechniker. „Meine Eltern sind ebenfalls seit fünf Jahren arbeitslos. Seitdem versuche ich sie zu unterstützen“, erklärt der Spanier. Doch die Perspektivlosigkeit in seinem eigenen Land zwang ihn schließlich einen anderen Weg einzuschlagen. „Mir hat Deutschland schon immer gefallen. Außerdem habe ich hier wirklich die Chance, arbeiten zu gehen“, so der 21-Jährige. Im September will er mit einer Ausbildung zum Restaurantfachmann starten.

Bevor die 29 Iberer nach Sachsen gekommen sind, absolvierten sie bereits in ihrer Heimat einen dreimonatigen Deutschkurs. Vor dem Start ihrer Ausbildung haben sie zudem während eines zweimonatigen Praktikums die Chance, sich in Land und Betrieb einzuleben. „Hierbei hilft und unterstützt ein sogenannter ‚Kümmerer’ der IHK zusätzlich bei allem, was geregelt werden muss. Dies kann von ganz alltäglichen Dingen bis hin zur Wohnungssuche und Behördengängen reichen“, ergänzt Fiehler.

Nach der dreijährigen Ausbildung stellt sich aber dennoch die Frage, ob die neu gewonnenen Fachkräfte auch in Sachsen bleiben, um die Betriebe weiterhin zu unterstützen. „Ich persönlich bin davon überzeugt, dass alle 29 Spanier in Dresden bleiben werden“, betont Marco Bensen, Vorsitzender des Dehoga Dresden. Und was sagt Roberto? „Ich möchte definitiv hier bleiben.“

Nadine Steinmann

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