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"Das ist ein Witz": Chef der Freien Alternativschule kritisiert neue Förderrichtlinien für Privatschulen

"Das ist ein Witz": Chef der Freien Alternativschule kritisiert neue Förderrichtlinien für Privatschulen

Privatschulen sollen schnell Geld bekommen. Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) und die Träger freier Schulen einigten sich auf eine Förderrichtlinie, die bis zum Inkrafttreten eines neuen Privatschulgesetzes gelten soll.

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Jens Cencarka-Lisec, Geschäftsführer der Freien Alternativschule Dresden

Quelle: Privat

Das bestehende Gesetz hatte der Verfassungsgerichtshof für verfassungswidrig erklärt. Im DNN-Gespräch erklärt Jens Cencarka-Lisec (Foto), Geschäftsführer der Freien Alternativschule Dresden, warum er von der neuen Förderrichtlinie nichts hält.

Frage: Was versprechen Sie sich von der neuen Richtlinie?

Gar nichts. Drei Punkte sind kritikwürdig. Erstens: Es ist die Rede von 15 Millionen Euro für alle freien Träger in Sachsen. Das ist viel zu wenig. Eigentlich geht es um ein Defizit von 200 Millionen Euro. Das ist die Summe, die - hochgerechnet auf den einzelnen Schüler - auch den öffentlichen Schulen an Sachkosten zur Verfügung steht. Zum Verständnis: Die Sachkosten reichen vom Einkauf des Toilettenpapiers über sämtliche Lernmittel bis hin zu Energiekosten etc. Da sind wir also noch nicht mal bei zehn Prozent. Verglichen mit dem, was wir einfordern, sind die 15 Millionen Euro ein Witz. Wir fordern ganz klar, dass wir 100 Prozent von dem haben wollen, was auch an öffentlichen Schulen für den Schüler ausgegeben wird.

Das ist der finanzielle Teil. Was kritisieren Sie noch?

Die Förderrichtlinie betrifft ausschließlich investive Maßnahmen. Das nützt uns eigentlich überhaupt nichts. Sachkosten sind keine investiven Maßnahmen! Wenn ich im Moment nichts investiere und mir auch keine investive Maßnahme aus den Rippen schneiden will, habe ich ein Problem mit der Erläuterung dessen, was ich eigentlich ausgebe. Das heißt, wenn ich zu wenig Geld fürs Toilettenpapier habe, dann will ich auch mehr Geld fürs Toilettenpapier haben und nicht für 'ne Dachrinne, die ich mir anbauen kann. Es geht um den laufenden Betrieb, die täglichen Kosten, die ich habe, weil ich eine Schule betreibe. Die will ich auch erstattet bekommen. Punkt. Die Sachkosten müssen ganz klar neu geregelt werden.

Wie wollen Sie denn das Geld abrechnen, das sie bekommen?

Das ist der dritte Kritikpunkt. Bei einer Förderrichtlinie muss ich möglicherweise jeden einzelnen Posten abrechnen. Da steht die Frage: Wenn ich einen so hohen Aufwand habe wie z.B. beim Ganztagsschulprogramm, dann kann man sich das definitiv in die Tonne klopfen. Da habe ich nur Arbeit ohne Ende.

Was ist mit dem Schulgeldersatz für Kinder armer Eltern, der ja seit 2011 auch nicht mehr gewährt wird?

Wir haben das Schulgeld für diese Kinder immer weiter beantragt und natürlich nicht erhalten. Die Bildungsagentur beruft sich da logischerweise auf das noch gültige Privatschulgesetz. Wir legen Widerspruch dagegen ein und hoffen, dass wir das Geld nachträglich bekommen. Spätestens ab 1. Januar 2016 muss es ja auch eine Neuregelung für den Ersatz des Schulgeldes geben. Ich gehe davon aus, dass andere Schulen das auch so gemacht haben wie wir.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.01.2014

Richter, Katrin

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