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"Das Tischtuch ist zerschnitten" - Fronten zwischen Dresdner Umweltschule und Bildungsagentur verhärten sich weiter

"Das Tischtuch ist zerschnitten" - Fronten zwischen Dresdner Umweltschule und Bildungsagentur verhärten sich weiter

Die Fronten zwischen der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) und der Natur- und Umweltschule verhärten sich immer weiter. Nachdem die SBA der Schule in der vergangenen Woche per Fax mitgeteilt hatte, das der Schulbetrieb zum 31. Juli eingestellt wird, gehen Schule und Träger nun in die Offensive.

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Die Schule versichert, dass sowohl Pausen- als auch Unterrichtsplätze im Freien sicher seien.

Quelle: Julia Vollmer

„An den Vorwürfen der SBA, an unserer Schule herrschen Sicherheitsmängel und die Kinder sind nicht auf dem erforderlichen Leistungsstand, ist nichts dran“, beteuert Katrin Förster, Geschäftsführerin des Schulträgers Verbund Sozialpädagogischer Projekte. Der Träger sei den Forderungen der Bildungsagentur im laufenden Genehmigungsverfahren stets nachgekommen. Die Vorwürfe der SBA, die im Schließungsbescheid und in den Medien zu lesen waren, seien größtenteils falsch. "Das Tischtuch ist zerschnitten", so Förster.

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Der Natur und Umweltschule droht die Schließung.

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Die Bildungsagentur bemängelte vor allem das fehlende besondere pädagogische Interesse, die Sicherheitsstandards sowie den Lernstand der Kinder der Natur- und Umweltschule (NUS). Außerdem konnten sich die Experten kein umfassenden Bild über die Qualifizierung der Lehrkräfte machen, da teilweise die Einsicht in die Unterlagen verweigert wurde, so die Bildungsagentur.

Schulleiterin Julia Pörschke hält weiter am pädagogischen Konzept fest und ist von dessen Erfolg überzeugt. „Zwei unserer Schüler lernen ab dem nächsten Schuljahr auf dem Gymnasium, auch die anderen Kinder lernen ihrem Tempo entsprechend“. Die Unterlagen der Schüler, die die SBA als Beweise für den fehlenden Leistungsstand angeführt hat, seien unter unlauteren Umständen entstanden und außerdem falsch beschriftet wurden. Die Mitarbeiter der Bildungsagentur hätten die Arbeitsblätter der Kinder während der Schulbesuche ohne Einverständnis mit dem Handy fotografiert, empört sich Pörschke. Außerdem sei in der Öffentlichkeit ein Tagesplan eines Erstklässlers als der eines Vierklässlers ausgegeben und Tagespläne als Wochenpläne tituliert worden – so sei ein falsches Bild des Lernstandes entstanden.

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„Unsere Waldarbeitsplätze sind von einem Sicherheitsexperten abgenommen wurden, auch mit dem Forstbetrieb sind wir in engem Kontakt. Es ist in unserem Sinne, jeden Unfall der Kinder zu vermeiden“, betont Katrin Förster. Sowohl die Pausen- als auch die Unterrichtsplätze im Freien seien sicher. Auch das von der SBA kritisierte Zelt im Wald, sei entgegen der Behauptung wetterfest im Boden verankert.

Auch die Kritik an ihren Lehrkräften kann die Schulleiterin nicht nachvollziehen. „Bei uns arbeiten vier Lehrer mit je 30 Wochenstunden und ein Vertretungslehrer und das mit großen Engagement“, so Pörschke. Die von der SBA angesprochene Naturpädagogin, die angeblich keine ausreichende Ausbildung habe, sei nur vertretungsweise eingesprungen. „Wir haben lediglich die Einsicht in die Unterlagen unserer Hort-Erzieher verweigert, da diese dem Eigenbetrieb Kindertagesstätten unterstehen. Das ist unser gutes Recht“, ist sich Geschäftsführerin Katrin Förster sicher. Das Hort-Personal sei aber dem Landesjugendamt bekannt.

Die Bildungsagentur will sich auf einen Schlagabtausch nicht weiter einlassen und zu den Vorwürfen nicht im Einzelnen Stellung nehmen. „Der Träger konnte die SBA in den zurückliegenden vier Jahren nicht davon überzeugen, dass dem Konzept der NUS ein besonderes pädagogisches Interesse zu Grunde liegt. Es ist bedauerlich, dass der Träger seine Chance zur Beweisführung im angestrebten Genehmigungsverfahren nicht genutzt hat“, so Sprecherin Katrin Reis. Der Kontakt mit dem Träger verlief anfänglich sehr konstruktiv, nach einem Geschäftsführerwechsel nicht mehr kooperativ, so Reis.

Große Hoffnungen setzen Träger und Schulleitung nun in den Gerichtstermin vor dem Verwaltungsgericht am 4. Juni. Bei einem negativen Urteil, muss die Schule schließen, so Geschäftsführerin Katrin Förster. Entgegen des Gerichtsbeschlusses den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, sei nicht in ihrem Sinn. Und doch hofft die Schulleiterin das der Schulbetrieb weiter gehen kann, 16 neue Anmeldungen von Schülern liegen vor.

Julia Vollmer

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