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Das Dresdner "BeBe" leistet sich einen Schulbibliothekar

11.000 Bücher und DVDs Das Dresdner "BeBe" leistet sich einen Schulbibliothekar

Wenn Ronald Eichler an der Bücherausleihe der schuleigenen Bibliothek des Bertolt-Brecht-Gymnasiums sitzt - und das tut er oft - wird er meist von einer Traube Kinder umringt. Die Schüler mögen den freundlichen, ausgeglichenen Bibliothekar.

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Bibliothekar Ronald Eichler wird am Bertolt-Brecht-Gymnasium vom Förderverein der Schule finanziert.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Wenn Ronald Eichler an der Bücherausleihe der schuleigenen Bibliothek des Bertolt-Brecht-Gymnasiums sitzt - und das tut er oft - wird er meist von einer Traube Kinder umringt. Die Schüler mögen den freundlichen, ausgeglichenen Bibliothekar, der natürlich genau weiß, wo sich die Harry-Potter-Bände und die anderen begehrten Schmöker verstecken. Seit 2010 betreut der 38-Jährige die Schulbibliothek des "BeBe". 30 Stunden pro Woche, täglich von 9 bis 16 Uhr, ist er da. Finanziert wird seine Stelle über den Förderverein der Schule - eine Variante, die es in Dresden kein zweites Mal gibt. Die Eltern zahlen einen Jahresbeitrag von 15 Euro dafür.

Nicht jede Dresdner Schule verfügt über eine eigene Bibliothek: "Sämtliche Gymnasien und fast alle Oberschulen und BSZ haben eine Schulbücherei, die Grundschulen wegen Kapazitätsproblemen aber zum Teil nicht", berichtet Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes. Und in so mancher Schule dürfte auch das abgeschlossene, mit Büchern vollgestellte Lehrerzimmer, als Bibliothek durchgehen.

Die kleine jährliche Investition der Eltern am "BeBe" lohnt sich jedenfalls: Reichlich 11 000 Medien stehen inzwischen in dem etwa 150 Quadratmeter großen Raum mit den bis zum Boden reichenden Glasfenstern, der an den Pausenraum im früheren Innenhof grenzt. 9000 Bücher, 1500 Zeitschriften, 700 DVDs und CDs befinden sich in den sechs Regalen. Noch reicht der Platz. "Auf der rechten Seite steht die Jugendliteratur, alphabetisch nach den Autoren sortiert, links haben wir die Fachbücher u.a. für Mathe, Geschichte und Biologie angeordnet", erklärt Eichler. Cornelia Funkes "Tintenherz" zählt genauso dazu wie "Sherlock Holmes" in englischer Sprache. Nicht zu vergessen die Sekundärliteratur, die die 11. und 12. Klassen für das Internationale Abitur (International Baccalaureate) lesen, das die Schüler am "BeBe" ablegen können.

"200 bis 250 Bücher sind immer im Umlauf", erzählt der Bibliothekar. Bei den Büchern handelt es sich fast ausschließlich um Spenden - von Lehrern, Eltern, Schülern, seltener von Firmen. Neue Bücher würden in der Regel aus dem jährlichen Schulbudget angeschafft, informiert Schmidtgen.

Bibliothekar Eichler kümmert sich nicht allein um die Ausleihe, längst sind auch "seine" Schüler fit am Computer. Die elfjährige Anne aus der 5. Klasse und ihr gleichaltriger Klassenkamerad Pascal zum Beispiel. Die beiden Leseratten sind oft bis in den Nachmittag hinein da. "Ich verleihe mindestens zwei- bis dreimal in der Woche Bücher", berichtet Pascal. Außerdem kommen Bibliothekarin Friederike Thomas und Schülervater Peter Hammer einmal wöchentlich - auch ehrenamtlich.

Die Geschichte der schuleigenen Bibliothek begann im Jahre 2009. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadtteilbibliothek Johannstadt ihren Sitz im "BeBe". "Sie ist damals wegen der günstigeren Lage an den Fetscherplatz gezogen", entsinnt sich Schulleiter Marcello Meschke. Die Schulkonferenz habe daraufhin beschlossen, eine eigene Bibliothek aufzubauen und für die Finanzierung zunächst Förderprogramme genutzt, die allerdings 2013 ausliefen.

In der Bibliothek, die früher einmal zwei Klassenräumen Platz bot, lässt es sich heute richtig gut arbeiten und auch wunderbar schmökern. Vier Tische mit je vier Stühlen, sechs Computerarbeitsplätze und eine große Sitzecke gibt es darin. Finanziert worden sind sie über das Schulverwaltungsamt, das für die Ausstattung der Schulbüchereien zuständig ist. "Um die 100 Schüler kommen jeden Tag hierher, nachmittags ist es am vollsten", sagt der Bibliothekar.

Vier Wochen dürfen die Schüler ein Buch behalten, stark nachgefragte Werke und DVDs nur eine Woche. Und was müssen sie löhnen, wenn sie ein Buch nicht rechtzeitig zurückbringen? "Wer jünger als 14 Jahre ist, zahlt 10 Cent pro Tag, die anderen immer noch moderate 20 Cent", sagt Ronald Eichler. Und die Fünftklässler müssten noch gar nichts berappen. Etwa zehn Euro würden so pro Monat eingenommen.

Katrin Richter

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