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"Das Buch ist keineswegs tot" - Städtische Bibliotheken mit positiver Bilanz

"Das Buch ist keineswegs tot" - Städtische Bibliotheken mit positiver Bilanz

Die Städtischen Bibliotheken Dresden sind bundesweit Spitze. Laut Bibliotheksindex (BIX) des Deutschen Bibliotheksverbandes erzielte die Dresdner Bibo 2013 erneut vier Sterne.

Mehr gibt es nicht. Zugrunde gelegt wurden für die Bewertung viele verschiedene Parameter, die Angebot, Service, Nutzung und Kosten betreffen. Dresdens Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) ist überzeugt: "Das Buch ist keineswegs tot. Es gibt allen Anlass, sich weiterhin mit den klassischen Medien zu beschäftigen, sie zu betreuen und aktuell zu halten."

m Wie werden die Städtischen Bibliotheken genutzt?

Die Zahl der Entleihungen stieg 2013 gegenüber 2012 um 1,3 Prozent auf knapp 5,7 Millionen. Es ist das höchste Jahresergebnis in der Geschichte der Städtischen Bibliotheken. Rasant zugenommen haben vor allem die virtuellen Ausleihen - nämlich um 53,4 Prozent auf 93 052. Um 21 Prozent gestiegen ist auch die Zahl der eBibo-Nutzer, und zwar auf 5916.

Die Statistik sagt aber auch: Die Zahl der Nutzer der Bibliotheken stieg zwar 2013 im Vergleich zu 2010 um 4,4 Prozent, ist jedoch gegenüber 2012 gesunken (-0,1 Prozent). Die virtuellen Besuche überholten erstmals die Zahl der Besuche in den einzelnen Bibliotheken vor Ort. Letztere sanken um 1,9 Prozent auf rund 1,7 Millionen. Und auch die Zahl der Neuanmeldungen ist gegenüber 2012 rückläufig. Da waren es 13 730, vergangenes Jahr 13 370.

Trotzdem könnten die virtuellen Angebote nicht alles das ersetzen, was durch einen Besuch in der Bibliothek möglich ist, so Lunau. Es gebe einen großen Bedarf, vor Ort mit den Bibliothekaren ins Gespräch zu kommen. "Das Hörbuch ersetzt nicht die Lesung, die virtuelle Buchausleihe nicht das Gespräch und die Auseinandersetzung darüber mit anderen." Das zeigen die 104 604 Veranstaltungsbesucher 2013. Deren Zahl stieg gegenüber 2010 um 12,4 Prozent.

m Wie aktuell ist das Bibo-Angebot?

Der Medienbestand wuchs 2013 um 1,2 Prozent und zählt jetzt 759 819 "Einheiten". Entsprechend der großen Nachfrage wurden z.B. 200 neue Titel im Bereich Handarbeiten, 150 im Bereich Gärtnern und 50 im Bereich vegane und vegetarische Ernährung angeschafft. Sehr gefragt und deshalb erweitert wurden die Angebote bei DVD-Lernkursen, auf Jubiläen bezogene Themen, Belletristik, Kinderliteratur und Bestseller zu politischen Themen. Das Angebot von eMedien konnte um 38,8 Prozent auf über 12 000 Medien vergrößert werden. Die Aktualisierungsrate erreichte 8,1 Prozent, gegenüber 7,4 Prozent 2012.

m Was gibt es Neues im Angebot?

Die Bibo erhöhte 2013 die Lizenzen für den parallelen Zugriff auf den Musik-Streaming-Dienst Naxos Music Library von drei auf vier. Im März 2014 wurde das Streaming-Angebot um zwei Lizenzen der Naxos Music Jazz Library erweitert. 2013 war es erstmals möglich, in größerem Umfang XL-Lizenzen bzw. Parallel-Lizenzen von aktuellen Bestsellern zu erwerben. Das überarbeitete Presseportal bietet jetzt auch einen Zugriff auf internationale Zeitungen. Die Städtischen Bibliotheken arbeiten zudem daran, alsbald wieder Online-Lernkurse anzubieten. Die gab es schon mal, wurden aber aufgrund der hohen Lizenzgebühren für die Plattform gestrichen. "Wir verhandeln mit der Stadt Ludwigsburg, um deren selbst entwickelte Software nachzunutzen. In die Plattform könnten wir dann die Software verschiedener Anbieter einspielen", so Marcus Rahm, der eBibo-Chef.

m Wie steht es um die Finanzen?

Das Budget sank 2013 gegenüber 2010 um 4,1 Prozent. 2013 wurde den Städtischen Bibliotheken ein harter Sparkurs auferlegt. Drei Stellen fielen weg, der Investitionsetat wurde zusammengestrichen. In der Folge mussten neun Bibliotheken ihre Öffnungszeiten verringern bzw. Schließtage einführen, was sich auch in der Zahl der Bibliotheksbesucher niederschlug. Das Netz der Fahrbibliothek wurde halbiert. Umso höher sei die positive Entwicklung der Städtischen Bibliotheken zu bewerten, so Lunau. "Aus dem, was wir an Ressourcen einsetzen, haben die Mitarbeiter ein Maximum an Effekten für die Nutzer erreicht." Der Bibliotheksentwicklungsplan für die kommenden drei Jahre gehe jetzt in die Ausschüsse, so Bibliotheksdirektor Arend Flemming. Kulturbürgermeister Lunau rechnet mit einer Konstanz der Mittel "bis mindestens zur Eröffnung der Hauptbibliothek im Kulturpalast".

m Bleiben Fahrbibliothek und Bücherhausdienst erhalten?

Ja. An der Fahrbibliothek soll nicht noch mehr gespart werden. Es sei sogar dringend geboten, über den Neuerwerb eines Sattelaufliegers für die Fahrbibliothek zu reden, so Lunau. Der Bücherhausdienst ist eine Erfolgsgeschichte. Ende 2013 betreuten bereits über 80 ehrenamtliche Boten 98 Bücherhausdienstnutzer. Das Interesse von Dresdnerinnen und Dresdnern, die gern ehrenamtlich Bücherbote sein möchten, ist riesig. "Es gibt sogar eine Warteliste", freut sich Arend Flemming über das große Engagement. "Jeder ältere Mensch, der gerne von einem Bücherboten besucht werden möchte, sollte sich unbedingt an die Städtischen Bibliotheken wenden."

m Wann öffnet die Bibliothek Weixdorf? Wann ziehen die Bibliothek Neustadt und die Hauptbibliothek um?

Die Bibliothek Weixdorf öffnet am 25. April in ihren neuen Räumen im Einkaufszentrum "Hohenbusch Markt". Die Bibliothek Neustadt zieht im Oktober 2014 in ein neues Gebäude an der Königsbrücker Straße. Bezüglich des Umzuges der Hauptbibliothek in den Kulturpalast wollte sich Lunau nicht festnageln lassen. "Wir wollen im Frühjahr 2017 den Kulturpalast ans Netz nehmen. Es gibt Überlegungen, ob es nicht sinnvoll ist, wenn die Bibo eher einzieht."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.03.2014

Catrin Steinbach

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