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Das Austauschprogramm Erasmus wird 25 Jahre alt - Yoandy aus Kuba studiert in Dresden

Das Austauschprogramm Erasmus wird 25 Jahre alt - Yoandy aus Kuba studiert in Dresden

In einem fernen Land zu Studieren ist der Traum vieler Studenten. Man lernt neue Kulturen kennen, verbessert seine Sprachkenntnisse, knüpft internationale Kontakte und schließt neue Freundschaften.

Jährlich zieht es Tausende deutsche Studenten mit dem Erasmus-Programm in andere Länder, die genau diese Chance auf etwas Neues, Unbekanntes ergreifen wollen. Seit 1987 fördert Erasmus Auslandssemester von Studenten, in diesem Jahr feiert das Austauschprogramm seinen 25. Geburtstag.

Die Teilnehmerzahlen steigen jedes Jahr aufs Neue. Im Hochschuljahr 2010/2011 wurde europaweit 231 400 Studenten ein Studium im Ausland ermöglicht. Auch ein Studium im außereuropäischen Ausland kann absolviert werden, beispielsweise über das Erasmus-Mundus-Programm. Durch eine enge internationale Kooperation zwischen den Hochschulen soll die Zusammenarbeit zwischen Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen verbessert werden. Als Nebeneffekt wird die Erhöhung der Qualität der Europäischen Hochschulbildung angestrebt. Innerhalb des Mundus-Programms wird auch die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen Europas und Drittstaaten aufgebaut und der Austausch von Studierenden, aber auch Wissenschaftlern und Doktoranden organisiert.

Mit Erasmus Mundus II (2009-2013) ist auch Yoandy Sánchez Najarro aus Cienfuegos (Kuba) nach Dresden gekommen. 2009 hat er an der Universidad Central de Las Villas seinen Bachelor in Computer Sciences abgeschlossen. Der 27-Jährige ist nun schon seit Dezember vergangenen Jahres in Europa und blickt auf ein aufregendes Jahr zurück, fernab seiner Heimat in der Karibik. Als der Kubaner im Dezember 2011 nach Deutschland reiste, war es das erste Mal, dass er seine Heimat verließ. Die Unterschiede zu Kuba stellte Yoandy bereits auf der Zugfahrt von Frankfurt/Main nach Dresden fest. "Ich war sehr beeindruckt, als ich aus dem Fenster blickte und die Landschaft betrachtete, denn es war alles so gut organisiert und so anders als in Kuba. Die Häuser sahen schön und reich aus. In meiner Heimat sind die Menschen, die auf dem Land leben, meist sehr arm und die Häuser in schlechtem Zustand", so Yoandy.

Ursprünglich hatte er vor, bereits im Oktober 2011 in Dresden zu sein - pünktlich zum Start des Wintersemesters. Jedoch kam er mit einer zweimonatigen Verspätung in Sachsen an, da es nicht so leicht war, Kuba zu verlassen. "Es war sehr schwer, eine Erlaubnis zu bekommen", erklärt Yoandy. Viele Dokumente musste er einreichen, amtlich beglaubigen lassen und dafür auch viel Geld bezahlen. Er ging arbeiten, um das alles zu finanzieren. Bis Februar dieses Jahres studierte er in Dresden. Da das Erasmus-Mundus-Programm ein Studium in zwei unterschiedlichen europäischen Ländern vorsieht, ging es für den 27-Jährigen im Anschluss daran nach Bozen in Norditalien, wo er bis Juli studierte und den Sommer verbrachte. Während seines Aufenthalts in Bella Italia hat Yoandy auch Italienisch gelernt. In diesem Wintersemester ist er wieder zurück in Elbflorenz.

Dresdens Nähe zu anderen Ländern nutzt der 27-Jährige gern zum Erkunden und Reisen. Erst kürzlich besuchte er mit Kommilitonen für ein Wochenende Prag und war sehr beeindruckt von der Stadt. Wenn es nach ihm geht, wird er noch eine ganze Zeit lang in Dresden bleiben. "Ich würde gern meine Masterarbeit hier schreiben", sagt Yoandy. Auch nach seinem Abschluss würde er gern weiter in Deutschland leben. Weihnachten wird er, wie schon im letzten Jahr, in Dresden verbringen. Verantwortliche Professoren des Mundus-Programms organisieren jedes Jahr eine Weihnachtsfeier, bei der alle teilnehmenden Studenten zusammenkommen und gemeinsam im internationalen Stil feiern - mit landestypischen Gerichten, Musik und Tanz.

Natürlich vermisst Yoandy seine Familie und Freunde, jedoch sieht er das Programm als ein großartiges Erlebnis, das ihm die Möglichkeit gibt, Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich seines Studiums zu sammeln und seinen Horizont zu erweitern. Eine aufregende und wertvolle Zeit seines Lebens die er auf gar keinen Fall missen will.

Lisa Maria Merta

weitere Infos unter http://eu.daad.de/eu/index.html

Im Hochschuljahr 2010/11 erhielten 30 274 deutsche Studierende und Praktikanten Stipendien für Auslandsaufenthalte in Europa.

Davon reisten 4977 (19,8%) nach Spanien, 4555 (18,1%) nach Frankreich und 3053 (12,1 %) zog es nach Großbritannien.

Für das aktuelle Jahr erwartet die TU Dresden ähnliche Zahlen wie vor zwei Jahren. Damals waren 3579 internationale Studenten an der TU Dresden immatrikuliert. Rund 500 von ihnen waren als Teilzeitstudenten eingeschrieben, von denen etwa 400 über eine Erasmus-Vereinbarung an die TU gekommen waren und für ein bis zwei Semester studierten.

Erasmus Mundus II (2009-2013):

Ist ein Exzellenzprogramm der Europäischen Kommission.

Das Programm hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ist mit einem Gesamtbudget von 936 Millionen Euro ausgestattet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.12.2012

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