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CDU-Politiker fordert von Staatsregierung in Dresden "Neuauflage für Bildungspaket"

CDU-Politiker fordert von Staatsregierung in Dresden "Neuauflage für Bildungspaket"

In die Bildungspolitik in Sachsen zieht keine Ruhe ein. Der Schulexperte der CDU-Landtagsfraktion fordert die "Neuauflage eines Bildungspakets". Am Wochenende trifft sich die Staatsregierung von CDU und FDP zu Haushaltsberatungen für die Jahre 2013/2014. Dem Vernehmen nach wird es mehr Geld für die Bildung geben.

Ob es tatsächlich ein Befreiungsschlag aus der Misere wird, bleibt abzuwarten.

Allein an der TU Dresden gibt es aktuell mehr als 1300 Bewerber für eine Ausbildung zum Grundschullehrer, fast 200 wollen Mittelschullehrer werden, mehr als 1000 junge Menschen interessieren sich für den Lehrerberuf am Gymnasium. Die Zahl der Studienplätze ist jedoch eingeschränkt. Bei den Grundschullehrern wird die TU im Herbst nur 100 Studenten für den Staatsexamensstudiengang aufnehmen. Kann damit der enorme Lehrerbedarf in Sachsen gedeckt werden? Bis 2020 gehen etwa 8000 Lehrer in den Ruhestand, gleichzeitig wird es 15 000 Schüler mehr geben.

"Wir bilden genug aus", erklärt Karltheodor Huttner, Sprecher im Wissenschaftsministerium. Allein für die Grundschulen gebe es neben den 100 Dresdner Studienplätzen 250 weitere in Leipzig, im kommenden Jahr kämen 100 in der neu geschaffen Ausbildung in Chemnitz dazu, erläutert Huttner.

"Das, was jetzt geplant ist, ist gut zu schaffen", erklärt Kim-Astrid Magister, Sprecherin an der TU Dresden. Immerhin würden 700 Studienplätze für Lehrer angeboten, bislang waren es nur 300.

So dürfte sich das Problem vor allem darum ranken, wie die Absolventen in Sachsen gehalten werden können. Thomas Colditz, Schulexperte der CDU-Landtagsfraktion bringt es auf den Punkt: "Referendare gehen immer noch weg aus Sachsen. Wir müssen ihnen endlich eine klare Perspektive bieten, sonst enden wir im personellen Chaos". Die bisherigen Schritte - 250 Millionen Euro in einem umstrittenen Bildungspaket vom Dezember 2011 und 23 Millionen für zusätzliche Lehrer ab Herbst - hätten noch keine Verbesserung gebracht, nur die aktuelle Situation stabilisiert. Jetzt müssten klare Botschaft her, den Absolventen auch Stellen in Aussicht gestellt werden. "Wenn wir jetzt nur halbherzig reagieren, können wir uns auch die Hochglanzbroschüren des Kultusministeriums zur Lehrerwerbung sparen", sagte Colditz gegenüber DNN. Im Durchschnitt seien jedes Jahr 1000 bis 1200 Neueinstellungen notwendig. Dabei gehe es um einen "unabweisbaren Bedarf und nicht um Sahnehäubchen". Auch die Eingruppierung der Lehrer müsse diskutiert werden, Sachsen stehe im Wettbewerb mit anderen Ländern. Colditz hält daher die "Neuauflage eines Bildungspakets für notwendig". Auf Zahlen will er sich nicht festlegen.

Mit Blick auf die Haushaltsklausur am kommenden Wochenende zeigte er sich nur "gedämpft optimistisch". Wenn er auf die Tagesordnung der nächsten Landtagssitzung schaue, sei er sich nicht sicher, ob "man sich wirklich der Tragweite des Bildungsproblems bewusst ist". Am Mittwoch steht im Landtag eine Regierungserklärung von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zum EU-Fiskalpakt auf dem Programm. "Auf den hat der Landtag keinerlei Einfluss", meint Colditz und fügt hinzu: "Die Landesthemen in Sachsen sind andere und dafür gibt es die Staatsregierung." Ingolf Pleil

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.07.2012

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