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Bibliothek in Bühlau platzt aus allen Nähten

Bibliothek in Bühlau platzt aus allen Nähten

Eigentlich hat die kleine Bühlauer Bibliothek fast alles, was eine gute Bücherei braucht: An der Ecke Grund-/Bautzner Landstraße gelegen, ist sie auch für kleine Leseratten gut erreichbar.

Die altehrwürdigen Räumlichkeiten mit dem Parkett darin laden förmlich zum Schmökern ein. Und den schönsten Eingang aller Dresdner Bibos hat die Bühlauer Bücherei mit ihrer Jugendstilfigur über der Pforte sowieso. Ganz abgesehen von den vier Mitarbeitern, die sich weit über das normale Maß hinaus engagieren. Alles wäre gut, wenn es nicht das Platzproblem gäbe, das eigentlich schon seit der Wende besteht.

"Die Regale sind vollgestopft mit Büchern, die CDs und DVDs müssen wir in Körben lagern, und die Nutzer haben viel zu wenig Platz in den Gängen", beschreibt Martina Ehrig die Misere. Die 54-Jährige leitet die Bibliothek bereits seit 1987. Gerade die Kinderbücher dürften nicht so eng stehen, es müsse beispielsweise möglich sein, ein Buch auch mal mit dem Cover nach vorn zu präsentieren, meint sie. "Der Trend geht weltweit dahin, dass die Aufenthaltsqualität eine immer größere Rolle spielt, die Bedeutung der Ausleihe aber zurückgeht", erklärt Roman Rabe, stellvertretender Direktor der Städtischen Bibliotheken. Da dürfte beispielsweise ein einziger Arbeitsplatz mit kostenlosem Internetzugang eindeutig zu wenig sein.

Abgesehen davon ist das Missverhältnis zwischen Fläche und Ausleihzahlen in Bühlau so gravierend wie sonst in keiner anderen Dresdner Stadtteilbibliothek: Zwischen 8000 und 9000 Entleihungen registriert Martina Ehrig pro Monat. 2000 Kinderbücher sind darunter. Demgegenüber stehen ganze 140 Quadratmeter Fläche. "Nötig wären mindestens 200, besser noch 250 Quadratmeter", sagt Roman Rabe. Was einen möglichen neuen Standort angeht, will er aber nichts übers Knie brechen: "Wir gehen wegen einer größeren Fläche jetzt nicht in irgend eine Nebenstraße, wo uns keiner mehr wahr nimmt", stellt er klar. Einen möglichen Zeitpunkt für den Umzug wird man daher im neuen Bibliotheksentwicklungsplan, der jetzt gerade durch die Ortsbeiräte geht, nicht finden.

Abgesehen von den beengten Räumlichkeiten müssen Leiterin Martina Ehrig und ihre drei Mitarbeiter Rita Horn, Juliane Grunau und Tobias Jockwitz jetzt in weniger Zeit mehr leisten: "Seit April 2013 haben wir nicht mehr vier Tage, sondern nur noch montags, mittwochs und freitags geöffnet", berichtet Leiterin Ehrig. Was sie unternehmen, um die fehlenden sieben Stunden Ausleihzeit zu kompensieren, lässt sich eigentlich an einer Zahl festmachen: Die Entleihungen sind im selben Zeitraum um lediglich vier Prozent zurückgegangen.

Immerhin 15700 Medien, darunter 5000 Kinderbücher, 4100 Romane und 1400 DVDs, zählen zum Bestand der Bühlauer Bibo. Und die wollen alle ordentlich verwaltet werden. "Vor der Wende haben wir zweimal Karl Marx statt einmal Christa Wolf bekommen, heute entscheiden wir selbst über den Bestand - und das Geld natürlich", sagt die Leiterin. 20 bis 25 neue Medien bekommt sie pro Woche, muss dafür andere Bücher aussortieren.

Um vor allem junge Leser zu erreichen, unternehmen Martina Ehrig und ihr drei Mitarbeiter eine ganze Menge: "Wir veranstalten Lesefeste für Schulanfänger, packen bunte Lesekisten mit Büchern für die Schulen in unserem Viertel, bieten Bilderbuchkino für Kindergartenkinder an." Wunderbar angenommen würden auch die Leserpaten. Einmal pro Woche kommen freiwillige Frauen in die Bibo und lesen Kindern während der Öffnungszeiten vor.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.05.2014

Katrin Richter

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