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Berufsfachschüler demonstrieren vor Dresdner Landtag für Erhalt ihrer Schulen

Berufsfachschüler demonstrieren vor Dresdner Landtag für Erhalt ihrer Schulen

„Der Freistaat soll nicht in unsere Berufswahl eingreifen“, sagt Michael Muthreich. Der Schüler an der Europäischen Wirtschafts- und Sprachenakademie (EWS) hat gemeinsam mit etwa 400 Schülern und Lehrern am Donnerstag gegen die Abschaffung von Berufsfachschulen vor dem sächsischen Landtag demonstriert.

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Eine Berufsfachschülerin zeigt dem CDU-Landespolitiker Lotha Bienst stellvertretend für die Staatsregierung die rote Karte. Diese hatte die Abschaffung von Berufsfachschulen beschlossen, wogegen am Donnerstag 400 Schüler und Lehrer demonstrierten.

Quelle: Uwe Hofmann

Die sächsische Regierung hatte das Aus für mehr als 40 Ausbildungsgänge in Berufsfachschulen beschlossen, wogegen sich die von der EWS ins Leben gerufene Initiative „Die Aktion“ wehrt. Symbolisch zeigten sie der Landesregierung für ihre Politik die rote Karte.

Hintergrund des Beschlusses ist, dass es in Sachsen immer mehr offene Stellen für eine Ausbildung im dualen System gibt, womit die Verbindung der praktischen Lehre im Betrieb und der theoretischen Ausbildung in einer Berufsschule gemeint ist. In Berufsfachschulen werden die Schüler dagegen komplett ausgebildet und absolvieren lediglich Praktika in Unternehmen. Dieses Modell wurde hauptsächlich in den 90er Jahren ausgeprägt, als es nicht genügend Lehrstellen im dualen System gab, wie der Landtagsabgeordnete Lothar Bienst sagt, der Vorsitzender des Landesfachausschusses Bildung der CDU ist.

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Vor dem Landtag demonstrierten am Donnerstag etwa 400 Berufsfachschüler gegen die Abschaffung ihrer Schulen. Diesen Entschluss der Regierung verteidigte Lothar Bienst (CDU), Eva-Maria Stange (SPD) fordert dagegen zumindest teilweise einen Erhalt.

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Nun strebe man die „Konzentration von Ausbildungsgängen aus demografischen Gründen“ an. Bedeutet: Die Ausbildung in Berufsfachschulen werde geopfert, damit die leeren Plätze im dualen System aufgefüllt werden können, wie der 20-jährige Muthreich folgert. Diese Rechnung werde aber nicht aufgehen. „Das bewirkt nur, dass die junge Generation abwandern wird“, entgegnet er. Außerdem würde Sachsen als Bildungsstandort unattraktiver, ergänzt seine Mitschülerin Vera Sonne. „Ich und viele meiner Mitschüler sind extra wegen dieser Ausbildung nach Dresden gegangen“, sagt sie. Das bleibe zukünftig wohl aus.

Denn für die Berufsfachschulen scheinen die Würfel bereits gefallen. Nur in diesem Jahr durften sie noch einmal Schüler aufnehmen. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir schon drei Monate eher hier gestanden hätten“, rief die Landtagsabgeordnete und SPD-Bildungspolitikerin Eva-Maria Stange den Demonstranten denn auch zu. Dennoch wolle man auch jetzt noch die Auseinandersetzung suchen.

Dabei lohne es jedoch nicht, für alle Bildungsgänge zu kämpfen. Es gebe schließlich tatsächlich Ausbildungen, die nur geschaffen worden waren, um den Lehrstellenmangel in Sachsen zu dämpfen. Es gebe aber auch andere, die unbedingt erhalten werden müssten. Stange zählt etwa die Ausbildung zum Wirtschaftsassistenten dazu, ebenso die zum Gestaltungsdesigner.

Entsprechend plädiert sie nicht für den kompletten Erhalt der Berufsfachschulen, sondern für eine „differenzierte Entscheidung“, wie sie sagt. Der schon durchgesetzte Erhalt von pflegerischen und Erziehungsberufen sei auf diesem Weg ein kleiner Erfolg. Ziel sei es, „diese wichtige Ausbildung zu erhalten“, bekräftigt Stange. In Dresden sind rund 3.500 Schüler, in Sachsen etwa 12.000 von der Streichung betroffen.

Uwe Hofmann

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