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An der 139. Grundschule in Gorbitz sitzen Eltern und Kinder gemeinsam auf der Schulbank

Familienklassenzimmer An der 139. Grundschule in Gorbitz sitzen Eltern und Kinder gemeinsam auf der Schulbank

Wo gibt's denn so was? Kinder und ihre Eltern sitzen im Unterricht einträchtig nebeneinander, lauschen andächtig der Lehrerin, unterhalten sich sogar miteinander. Und das ist gewünscht. Es ist wieder Mittwoch - der Tag, an dem das Familienklassenzimmer an der 139. Grundschule in Gorbitz öffnet.

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Sitzen gemeinsam auf der Schulbank: Emilie und ihre Mutter Sandy Müller.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Wo gibt's denn so was? Kinder und ihre Eltern sitzen im Unterricht einträchtig nebeneinander, lauschen andächtig der Lehrerin, unterhalten sich sogar miteinander. Und das ist gewünscht. Es ist wieder Mittwoch - der Tag, an dem das Familienklassenzimmer an der 139. Grundschule in Gorbitz öffnet.

Ein Schulhalbjahr lang lernen dort sechs bis acht Kinder unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Klassen gemeinsam in einer kleinen Gruppe. Betreut werden sie von Psychologin Antje Gehrke von der Auguszt & Jetter GmbH mit Unterstützung von Dr. Maud Rix vom Dresdner Institut für Multifamilientherapie. Dass die Eltern dabei sind, hat natürlich Gründe: "Das Angebot richtet sich an Eltern, deren Kinder den Anschluss in der Klasse zu verlieren drohen, die ihre Motivation verloren haben", erklärt Schulleiterin Carmen Köppe, die den Unterricht im Familienklassenzimmer leitet. Gemeinsam mit den Eltern werde versucht, dem Kind die Freude am Lernen zurückzugeben.

Der Tag im Familienklassenzimmer läuft folgendermaßen ab: In der ersten Unterrichtsstunde holen sich die Eltern Rat bei den beiden Therapeutinnen und geben sich auch untereinander Tipps. Wie reagiere ich richtig, wenn mein Kind keinen Bock auf Hausaufgaben hat? Wie motiviere ich es am besten? Wie helfe ich ihm, ein Gedicht zu lernen? Während sich ihre Eltern über diese und andere Fragen verständigen, sitzen die Sprösslinge noch in ihren jeweiligen Klassen. Für die zweite und dritte Stunde dann bringen sie ihre Aufgaben aus dem Deutsch- und Matheunterricht mit und lösen sie im Familienklassenzimmer. Die Eltern helfen ihnen dabei. "Diese Situation lässt sich durchaus mit der häuslichen Situation vergleichen, bei denen die Eltern bei den Hausaufgaben nicht selten überfordert sind", erläutert Carmen Köppe.

Die vierte und letzten Stunde ist der Auswertung vorbehalten. Die Kinder haben nämlich auf einem Bewertungsbogen, den sie immer mit sich führen, Ziele für jeden Wochentag formuliert. "Ich schreibe meine Aufgaben ordentlich" oder "ich störe niemanden im Unterricht" steht da.

Die Teilnahme am Unterricht im Familienklassenzimmer ist freiwillig. Das Projekt läuft bereits seit Februar. Bei dem Mittwochsangebot, das im September begonnen hat, handelt es sich also bereits um den zweiten Durchgang. "Einige Familien sind dabei geblieben, andere machen zum ersten Mal mit", sagt die Pädagogin. Gefördert wird das Projekt vom Jugendamt und der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden. Die Finanzierung sei zunächst bis Februar 2017 gesichert, sagt Carmen Köppe.

Ein Erfolg sei das Familienklassenzimmer schon jetzt. Da ist sie sich sicher. "Die Eltern entwickeln mehr Verständnis für ihre Kinder und die Schule, wenn sie sehen, welche Anforderungen sie bewältigen müssen und welchem Stress die Lehrer mitunter ausgesetzt sind", nennt sie Beispiele. Und die Kinder seien in jedem Falle selbstbewusster, lernbegieriger geworden.

Und was halten eigentlich die Hauptpersonen davon? "Also ich freue mich immer auf den Mittwoch", beteuert die neunjährige Emilie Müller aus der 4c. Immerhin könne sie da ihre Mama gleich im Unterricht etwas fragen. Und was? "Na zum Beispiel, wie man das schwierige Wort ,quieken' schreibt."

Katrin Richter

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