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"Am Rande des Existenzminimums" - DNN-Gespräch über Schulen in freier Trägerschaft

"Am Rande des Existenzminimums" - DNN-Gespräch über Schulen in freier Trägerschaft

Um die Zukunft der freien Schulen in Sachsen geht es am kommenden Montag bei einer Podiumsdiskussion mit Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) im St. Benno-Gymnasium.

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Konrad Schneider, Sprecher der AGFS.

Quelle: Dietrich Flechtner

Eingeladen hat die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Schulen in freier Trägerschaft (AGFS). DNN fragten Sprecher Konrad Schneider, wie es derzeit um die freien Schulen bestellt ist und was er sich vom neuen Privatschulgesetz erhofft.

Sie sitzen als Gruppensprecher für die freien Schulen in den Gesprächen im Kultusministerium zum neuen Privatschulgesetz. Welche Schulen vertreten Sie in der AGFS?

Konrad Schneider: Etwa die Hälfte aller freien Schulen in Sachsen. Das sind fast alle Grund- und Oberschulen sowie Gymnasien und ein Teil der berufsbildenden Schulen. Sachsenweit machen die freien Schulen um die zehn Prozent aller allgemeinbildenden Schulen aus. In Dresden liegt ihr Anteil höher - bei knapp 20 Prozent.

Worum geht es in den Verhandlungen?

Zentrales Problem ist immer wieder die Finanzierung. Wir führen seit Jahren harte Auseinandersetzungen mit dem Freistaat. Im November 2013 hatte bekanntlich der Verfassungsgerichtshof das bestehende Gesetz für Schulen in freier Trägerschaft für verfassungswidrig erklärt. Im August 2015 soll es nun ein neues Gesetz geben. Im Kern geht es darum, dass staatliche und freie Schulen gleichrangig behandelt werden müssen. Das bedeutet, dass auch die Finanzierung der freien Schulen neu geregelt werden muss.

Wieviel Geld bekommen denn die freien Schulen im Moment?

Über den Daumen gepeilt etwa 60 Prozent von dem, was staatliche Schulen erhalten. Die Kosten bei den staatlichen Schulen fallen allerdings an verschiedenen Stellen an. Das Land bezahlt die Lehrer, die Kommunen kommen für die Sachkosten auf. Das macht die Vergleichbarkeit schwierig.

Welche Folgen hat die chronische Unterfinanzierung?

Es ist schon so, dass sich viele Schulen am Rand des Existenzminimums bewegen. Das Problem ist folgendes: Habe ich eine große Haushaltslücke, muss ich schauen, wie sie sich schließen lässt. Ich kann ja als freie Schule keine Schulden machen. Das Erste ist, dass ich an die Eltern herantrete und ihre Hilfe erbitte, also versuche, die Beiträge so zu erhöhen, dass sie von den Eltern noch getragen werden können und verfassungskonform bleiben. Daneben frage ich: Wie weit kann ich die Gehälter der Lehrer reduzieren, ohne dass sie mir davonlaufen? Oder: Wie weit kann ich die Pädagogen auslasten, ohne dass ich sie alle in die Krankheit schicke? Und inwieweit kann ich Eltern einbeziehen, um den Sachhaushalt zu entlasten?

Was fordern Sie von der Kultusministerin?

Sie hat mehrfach betont, dass sie sich als Ministerin aller Schulen im Freistaat sieht. Ich erwarte, dass sie die Gleichstellung konsequent umsetzt.

Warum sind Sie Sprecher der freien Schulen?

Meine fünf Kinder sind alle an die Waldorfschule gegangen. Die letzte Tochter hat im vergangenen Jahr das Abitur gemacht. Im Vorstand des Schulvereins habe ich die Probleme immer hautnah mitbekommen und bald gesehen, dass es anderen Schulen ähnlich geht. So haben wir uns in der Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden. Von Haus aus bin ich Physiker, arbeite am Leibnitz-Institut für Polymerforschung in Dresden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.06.2014

Katrin Richter

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