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964 neue Lehrer und 3700 Flüchtlingskinder starten mit ins neue Schuljahr – Kritik an Ministerin Kurth

964 neue Lehrer und 3700 Flüchtlingskinder starten mit ins neue Schuljahr – Kritik an Ministerin Kurth

Die Ferienzeit ist vorbei und für rund 451.000 sächsische Schüler an öffentlichen und freien Schulen beginnt am Montag das neue Schuljahr. Damit ist die Schülerzahl gegenüber dem Vorjahr um mehr als 6.000 gestiegen.

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Quelle: dpa

Im neuen Schuljahr 2015/2016 bleibt die Zahl der öffentlichen Schulen mit 1.352  weitgehend stabil, wohingegen die Zahl der Schulen in freier Trägerschaft von 387 auf 392 stieg, heißt es aus dem Kultusministerium.  

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In Dresden sind am 11. März mehrere Tausend Lehrer auf die Straße gegangen

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Nach Angaben des Kultusministeriums wurden 964 neue Lehrer unbefristet eingestellt.  „Noch nie wurden so viel Lehrer unbefristet eingestellt wie in Vorbereitung auf das neue Schuljahr“, sagte Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU).   Doch nach Angaben der Kultusministerin war die Suche nach neuen Lehrkräften alles andere als einfach.  „Der Lehrerarbeitsmarkt ist weitgehend leergefegt“, so Kurth. Zumal die meisten Bewerber eine Stelle an einem Gymnasium anstreben. 

 „Fast zwei Drittel der Bewerber wollten ans Gymnasium. Rund 70 Prozent aller 1.600 Bewerber wollten nur an Schulen in Dresden oder Leipzig unterrichten“, so die Ministerin. Vor diesem Hintergrund wurden knapp 20 Prozent der freien Stellen mit Seiteneinsteigern, wie beispielsweise diplomierten Chemikern, Mathematikern oder Physikern besetzt. Weitere rund 20 Prozent der freien Stellen wurden von Gymnasial- und Berufsschullehrern schulartfremd besetzt. Diese Lehrkräfte kommen meist an Grundschulen und Oberschulen zum Einsatz.  

Um auch die steigende Zahl an Flüchtlingskindern zu unterrichten, wurden darüber hinaus 50 Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache bis zum Ende des Schuljahres befristet eingestellt.  Denn nicht nur die Gesamtschülerzahl erhöhte sich, auch die Zahl der Flüchtlingskinder wächst. So stieg die Anzahl der Flüchtlingskinder in den Vorbereitungsklassen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 70 Prozent auf derzeit 3.751 Schüler an, so das Ministerium. Zum Ende des abgelaufenen Schuljahres gab es 244 Vorbereitungsklassen. Nach derzeitigem Stand werden die Flüchtlingskinder im neuen Schuljahr in etwa 290 Vorbereitungsklassen unterrichtet. Im Laufe des neuen Schuljahres könnte die Zahl an Flüchtlingskindern in Vorbereitungsklassen auf deutlich über 5.000 steige, vermutet Brunhild Kurth.  „Deshalb läuft unser Einstellungsverfahren für zusätzliche Lehrer weiter. Wir sind optimistisch, dass wir ausreichend Lehrer bekommen. Erste Ansprechpartner hierfür sind diejenigen Gymnasial- und Berufsschullehrer, die von uns bislang kein Einstellungsangebot erhalten konnten“, so die Kultusministerin.  

Kultusministerin Brunhild Kurth bedankte sich bei Lehrern, Eltern sowie den Schülern für die Willkommenskultur an den Schulen. „Sie eröffnen den Migranten Zugang zu einem für sie neuen Land. Die Lehrerinnen und Lehrer legen den Grundstein für eine echte Teilhabe an unserer Gesellschaft. Sie sind Vorbilder und geben den zum Teil traumatisierten Kindern Geborgenheit, Sicherheit und Bildung“, erklärte Brunhild Kurth.  

Zufrieden zeigte sich der Koalitionspartner SPD. „Unsere Hartnäckigkeit hat sich gelohnt“, so der Fraktionsvorsitzende Dirk Panter. „Noch nie sind in Sachsen so viele neue Lehrerinnen und Lehrer unbefristet eingestellt worden wie aktuell.“    Mit Sorge betrachtet die Linke die personelle Situation an Sachsens Schulen, vor allem im Bereich der Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache. „Wenn sich die Kultusministerin „optimistisch“ gibt, „ausreichend Lehrer“ zu bekommen, um z. B. den Flüchtlingskindern Deutsch als Zweitsprache (DaZ) erteilen zu können, dann bedeutet das, dass ihr die Lehrkräfte fehlen“, so Cornelia Falken, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion.  Die Linke begrüßt die Vorschläge der Ministerin, DaZ auch an den Universitäten in Dresden und Chemnitz anzubieten, Fortbildungsangebote zu unterbreiten und die Lehrerressourcen anzupassen.  

Kritisch betrachten auch die Grünen die optimistische Einschätzung der Ministerin in Sachen personeller Aufstellung. „Das Problem des Lehrermangels ist nicht gelöst, sondern wird sich weiter verschärfen", so Claudia Maicher, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion. "Unterrichtsausfall, fachfremde Vertretungen und Abordnungen von Lehrkräften bleiben auch im nächsten Schuljahr leider an der Tagesordnung. 36 Stellen konnten trotz aller Werbemaßnahmen nicht besetzt werden“, sorgt sich Maicher.

Julia Vollmer

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