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625 Bewerber für Lehrerberuf in Dresden: Bedarf in Sprachen und Naturwissenschaften

625 Bewerber für Lehrerberuf in Dresden: Bedarf in Sprachen und Naturwissenschaften

Vier neue Lehrer braucht Frank Haubitz, Leiter des Gymnasiums Klotzsche, im neuen Schuljahr an seiner Schule - jeweils einen für Mathe, Physik, Sport und Französisch.

Wie alle anderen Dresdner Schulleiter hat er seinen Bedarf im April der Bildungsagentur gemeldet. Jetzt wartet Haubitz, der zugleich Chef des Philologenverbandes Sachsens ist, gespannt, ob er die benötigten Lehrer bekommt. So viel steht für den Schulleiter schon fest: "Im vergangenen Jahr sind Leute aus den Behörden zurück in den Schuldienst geholt und Klassen zusammengelegt worden, um den drohenden Lehrermangel in den Griff zu bekommen." Beide Quellen seien nun versiegt.

175 Bewerber ohne Referendariat

Das Kultusministerium will nach Informationen von Sprecher Dirk Reelfs sachsenweit 694 neue Lehrer einstellen - etwas mehr als im vergangenen Jahr. Für den Großraum Dresden mochte er noch keine genaue Stellenzahl nennen. Sie dürfte sich aber in ähnlichem Rahmen wie im vergangenen Jahr bewegen. Da waren es 243 Stellen. Und so viel steht auch schon fest: 449 Absolventen mit 2. Staatsprüfung haben sich nach Angaben von Katrin Reis, Sprecherin der Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, beworben. Bedarf bestehe vor allem in den Sprachen und den naturwissenschaftlichen Fächern. Die Bewerbungsfrist habe bereits am 28. März geendet. "Außerdem gibt es 175 Bewerber, die über keine 2. Staatsprüfung verfügen, weil sie kein Referendariat absolviert haben", berichtet Reis. Sie dürften de facto kaum eine Chance haben. Knapp zehn Prozent hätten keinerlei pädagogische Ausbildung. Über den Daumen gepeilt kommen demnach im Raum Dresden fast drei Bewerber auf eine freie Stelle.

Im vergangenen Jahr war die Situation eigentlich ähnlich komfortabel. Dennoch gab es insbesondere an den Grund- und Förderschulen bis kurz vor knapp noch offene Stellen. "Das Dilemma ist, dass alle Bewerber nach Dresden und Leipzig drängen und die wenigsten gewillt sind, aufs Land zu gehen", erklärt Reelfs. Und nur wenige Lehramtsabsolventen ließen sich breitschlagen, schulartfremd zu unterrichten, sprich als Gymnasiallehrer an eine Grundschule zu gehen. Kein Wunder, möchte man hinzufügen, wo sie doch dort auch nur ein Grundschullehrer-Gehalt bekommen.

Weiteres Problem ist die Zeit, die auch in diesem Jahr schon wieder davonläuft, weil sich die Einstellungsgespräche hinziehen. Am 26. August beginnt das neue Schuljahr. In der Vergangenheit hatten viele in Sachsen gut ausgebildete Lehramtsabsolventen der Heimat den Rücken gekehrt, weil sie in anderen Bundesländern mit Kusshand genommen worden waren. Katrin Reis geht sogar davon aus, dass auch in den Sommerferien und über den Beginn des Schuljahres hinaus im Nachrückverfahren Stellenangebote unterbreitet werden.

36 Lehrer gehen in Rente

Im vergangenen Schuljahr wurden alles in allem 238 Lehrer eingestellt - die meisten davon an den Grundschulen (77). Weitere 29 junge Lehrer traten Katrin Reis zufolge nach den Winterferien in den Schuldienst.

Auf der anderen Seite gehen allein in der Stadt Dresden 36 Lehrer im Sommer in Rente - zwölf an den Grundschulen, neun an den Gymnasien, acht Förderschul-, fünf Mittelschul- und zwei Berufsschullehrer. Wissenswert auch: Jeder dritte der fast 4000 Dresdner Lehrer arbeitet im Moment noch Teilzeit. iSeit Dienstag hat die Bildungsagentur eine zentrale Telefonhotline für Schüler und Studenten gestartet, die sich für den Lehrerberuf interessieren (Di., 15-17 Uhr, Do., 10-12 Uhr, Tel.: 08000004497).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.05.2013

Katrin Richter

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