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49. Grundschule in Dresden: Sanierung soll erst 2017 beginnen

49. Grundschule in Dresden: Sanierung soll erst 2017 beginnen

Die denkmalgeschützte 49. Grundschule an der Bernhardstraße in der Dresdner Südvorstadt wird voraussichtlich erst 2017/18 saniert. Das sagte Schulverwaltungsamtsleiter Falk Schmidtgen am Dienstagabend – und gab damit den Hoffnungen von Eltern und Lehrern einen kräftigen Dämpfer.

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Die 49. Grundschule an der Bernhardstraße steht unter Denkmalschutz - die nötige Sanierung ist jedoch nicht absehbar.

Quelle: Tanja Tröger

Zu einem Informationsabend hatten sich Eltern, Schulleiter Uwe Schmidt, Vertreter des Schulverwaltungs- und Hochbauamtes sowie vom Denkmalschutz getroffen. Im September/Oktober 2013 war die 1968 eröffnete Neubauschule unter Denkmalschutz gestellt worden, da sie eines der letzten nahezu original erhaltenen Beispiele des Schultyps „Dresden Atrium“ verkörpert. Schulverwalter Schmidtgen machte keinen Hehl daraus, dass er diese Entscheidung nicht nachvollziehen kann und nur zähneknirschend akzeptiert. Die Unterschutzstellung habe Hochbau- und Schulverwaltungsamt (SVA) in der Sanierungsplanung zurückgeworfen – schließlich habe man im vergangenen Herbst 2,5 Millionen Euro für eine energetische Sanierung in den Sommerferien 2014 bereitgestellt.

Fotos vom ersten Informationsabend im Januar:

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Bodentiefe Fenster im Erdgeschoss lassen viel Licht ins Schulhaus.

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Fakt ist allerdings, dass bis Herbst 2013 überhaupt nicht vorgesehen war, das Gebäude zu überholen. Die Teilsanierung hat der Ausschuss für Finanzen und Liegenschaften am 11. November beschlossen – also nachdem die Denkmalbehörden die Schule zum Denkmal erkoren hatten. In einer ersten Informationsveranstaltung im Januar 2014 ( DNN-Online berichtete) hatte Ines Neumer vom Hochbauamt zudem erklärt, dass eine energetische Sanierung in den Sommerferien 2014 ohnehin nicht machbar gewesen wäre – die Planungszeit hätte nicht ausgereicht.

Umfassende Planungen verzögern den Sanierungsbeginn

Nun soll die Sanierung im Jahr 2017 beginnen – viel später als von den Eltern gewünscht, aber immerhin als Komplettüberholung des gesamten Gebäudes, nicht nur der äußeren Hülle. Weil das Haus als Kulturdenkmal ausgewiesen ist, könnte nicht die „Standardsanierung“ vorgenommen werden, die schon an zahlreichen anderen Schulgebäuden dieses Bautyps umgesetzt wurde, erläuterte Ines Neumer. Stattdessen mussten zunächst denkmalpflegerische Zielsetzungen erarbeitet werden, die festlegen, welche architektonischen Komponenten erhalten werden sollen. Das hat der Dresdner Architekt Jörg Möser im Frühjahr erledigt. Parallel dazu hat der Architekt Ronald Franke die Energiebilanz des Hauses untersucht: Eine sanierte Atrium-Schule verbraucht nur etwa ein Drittel der Energie, die die unsanierte 49. derzeit benötigt – das bedeutete rund 60.000 Euro Ersparnis fürs Stadtsäckel. Franke sprach sich für sensible Baumaßnahmen aus, die das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes nicht beeinträchtigten. So sei beispielsweise keine 15-Zentimeter-Dämmschicht nötig. Schon drei Zentimeter Isoliermaterial sparten die Hälfte der Energie.

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Auf Grundlage dieser Vorgaben muss die Sanierung nun geplant werden. Die Kosten dafür überschreiten einen bestimmten Schwellenwert, weswegen die Planungsleistungen extra ausgeschrieben werden müssen. Die Zeiträume für die denkmalpflegerischen Zielsetzungen (6 Monate), die gerade laufende Ausschreibung (9 Monate) und weitere Arbeiten (4 Monate) verursachten einen deutlichen Zeitverzug, erläuterte Neumer. Im Jahr 2015 entwickeln die ausgewählten Architekten dann die Entwurfsplanung. Nicht besprochen wurde, wofür die folgenden anderthalb Jahre draufgehen.

Bisher ist nur die Hälfte des Geldes zugesichert

Für die Sanierung der 49. Schule veranschlagen die städtischen Ämter rund 5 Millionen Euro, so Schmidtgen. Die standardmäßige, also nicht denkmalgerechte Sanierung einer baugleichen Schule, etwa der 106. Grundschule, kostet übrigens genauso viel.

Die Hälfte des nötigen Geldes sei bereits zugesichert, so Schmidtgen, nämlich die im Herbst 2013 versprochenen 2,5 Millionen. Der Rest hänge von der mittelfristigen Haushaltsplanung für die Jahre 2017/18 ab. Deshalb beinhaltet die derzeitige Ausschreibung auch nur die energetische Sanierung als ersten Bauabschnitt. Wenn dann Geld da sei, hoffe man, im zweiten Bauabschnitt mit dem bereits ausgewählten Architekturbüro auch die Innensanierung stemmen zu können, sagte Ines Neumer.

Für überraschte Gesichter sorgte ein Vorschlag aus dem Publikum: Könne man die Sanierung der Toiletten– über die sich Eltern seit Jahren beklagen – nicht vorziehen? Schließlich seien die Sanitäranlagen nicht denkmalgeschützt. Ja, darüber könne man nachdenken, so die Antwort der verdutzt wirkenden Stadtmitarbeiter.

Ungeklärt bleibt bislang die Zukunft der Sporthalle. Die Turnhalle steht zwar ebenfalls unter Schutz, aber sowohl Denkmalschützer als auch Architekten und Amtsmitarbeiter ließen erkennen, dass sie einen Abriss und Neubau durchaus befürworten. Schließlich war die Halle schon 1968 zu klein und ist inzwischen vollkommen verbraucht. SVA-Chef Schmidtgen merkte jedoch an, dass für Grundschulen nur eine Einfeldhalle vorgesehen sei.

Tanja Tröger

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