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46. Oberschule in Dresden soll bis Sommer 2016 für 9,3 Millionen Euro saniert werden

46. Oberschule in Dresden soll bis Sommer 2016 für 9,3 Millionen Euro saniert werden

Jens Hünecke hat ein schweres Erbe angetreten: Seit einem Jahr leitet der 45-jährige Pädagoge die 46. Oberschule an der Leubnitzer Straße in der Südvorstadt.

Der Plattenbau ist in geradezu erbarmungswürdigem Zustand. Versprochen wurde Lehrern und Schülern in den vergangenen Jahren viel, gehalten wenig. Doch jetzt gibt es Hoffnung: Von den DNN erfuhr Hünecke, dass die "46." im Sommer 2016 in einen bis dahin für 9,3 Millionen Euro umfassend sanierten Plattenbau an der Andreas-Schubert-Straße umziehen soll. Das ergab eine Anfrage im Schulverwaltungsamt.

Frage: Wie beschreiben Sie den baulichen Zustand Ihrer Schule?

Jens Hünecke: Die Schule wird im kommenden Jahr 40 Jahre alt und befindet sich in katastrophalem Zustand. Ein Beispiel: Wenn es draußen stürmt, haben wir damit zu kämpfen, dass die Fenster drin bleiben. Obwohl wir die Heizung voll aufdrehen, ist es im Winter in einigen Räumen so kalt, dass die Kinder im Mantel dasitzen. Auch den Zustand der uralten Toiletten, der Treppen und der Fußböden kann ich nur gruselig nennen. Zumindest sind seit etwa einem Jahr Mitarbeiter des Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerkes damit beschäftigt, unsere Schule anzupinseln - solange die Stadt Farbe liefert.

Sollte die "46." nicht schon längst aus der maroden Platte ausgezogen sein?

Ja. Versprochen wurde uns schon eine ganze Menge. Da war beispielsweise davon die Rede, dass wir in das benachbarte, ehemalige Fritz-Löffler-Gymnasium an der Bernhardstraße ziehen könnten. Dass es jetzt Pläne für unseren Umzug im Sommer 2016 in ein Schulgebäude an der Andreas-Schubert-Straße gibt und dass der Plattenbau vom Typ "Dresden" bis dahin für 9,3 Millionen Euro umfassend saniert werden soll, freut mich sehr. Das Gebäude liegt unterhalb der Lukaskirche und ist jetzt in ebenso erbarmungswürdigem Zustand wie unser jetziges Schulhaus.

Was passiert denn mit der Platte hier auf der Leubnitzer Straße?

Sie wird abgerissen. Auf dem Gelände soll ja ein Schulneubau für das Gymnasium Südwest entstehen, das in diesem Sommer mit zunächst drei 5. Klassen in Gorbitz startet.

Die "46." stand bekanntlich jahrelang auf der Streichliste der Stadt. Wie ist die Situation jetzt?

Wir wachsen und wachsen - auf mittlerweile etwas über 300 Schüler. Mehr als ein Drittel von ihnen haben ausländische Wurzeln. Diese Kinder werden uns von der Bildungsagentur zugeteilt. Von den vier Schulen in Dresden, die Deutsch als Zweitsprache (DaZ) anbieten, sind wir die Schule mit den meisten DaZ-Kindern. Wir haben derzeit 40 ausländische Kinder aus etwa 30 verschiedenen Ländern in den Vorbereitungsklassen und machen jetzt die dritte Vorbereitungsklasse für Migranten auf. Das ist enorm. Manchmal kommen gleich vier, fünf Kinder pro Woche neu zu uns. Das ist schon ein ganz schöner Brocken für unsere engagierten Kollegen. Viele Schüler haben sprachliche Probleme, selbst wenn sie in die Regelklassen integriert sind, weil die Eltern zu Hause nicht Deutsch sprechen. Die meisten Kinder kommen aus dem ehemaligen Ostblock - Ukraine, Russland, aber auch aus dem arabischen Raum, aus Syrien zum Beispiel.

Ab Dienstag nimmt auch die "46." Anmeldungen für die neuen fünften Klassen entgegen. Wie viele Eltern melden ihr Kind in der Regel hier an?

Um die 20 Schüler pro Klasse - also vergleichsweise wenige. Das hat aber vor allem damit zu tun, dass man durch das schlechte Erscheinungsbild denkt, unsere Schule wird gar nicht mehr betrieben.

Gibt es mehr Konflikte unter den Kindern als an anderen Schulen?

Mit den ausländischen Schülern gibt es so gut wie gar keine Disziplinschwierigkeiten. In unseren Regelklassen sitzen Kinder aus den verschiedensten sozialen Schichten. Daraus entwickeln sich manchmal Probleme.

Wie sind Sie Leiter der 46. Oberschule geworden?

Ich bin von Haus aus Lehrer für Deutsch und Geschichte, habe vorher an der 23. Mittelschule in Strehlen unterrichtet, als es die noch gab, war danach an der 79. Mittelschule in Lockwitz tätig, bis auch diese Schule geschlossen wurde. Zuletzt war ich Lehrer an der schön sanierten 66. Mittelschule in Leuben. Vor anderthalb Jahren habe ich mich um die Stelle des Schulleiters an der "46." beworben.

Wie alt ist denn das Lehrerkollegium?

Wir sind jetzt um die 30 Pädagogen. Als ich vor einem Jahr angefangen habe, war ich mit meinen 45 Jahren der zweitjüngste Kollege. Wir haben jetzt drei junge Kolleginnen bekommen, die den Durchschnitt enorm nach unten gedrückt haben. Die Masse der Kollegen ist älter als 55 Jahre, aber das ist an fast allen sächsischen Schulen der Fall.

Womit werben Sie für Ihre Schule?

Oh, da gibt es eine ganze Menge: Wir haben einen festen Schulsozialarbeiter, neben einer Vielzahl von Ganztagsangeboten bieten wir von Montag bis Donnerstag eine Hausaufgabenbetreuung an, außerdem betreiben wir eine Schülerbibliothek. Seit zehn Jahren gibt es an unserer Schule den Generationendialog - ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung. Da kommen in Abständen Senioren zu uns und erzählen den Kindern aus ihrem Leben. Eine gute Sache. Die 7. Klassen nehmen am Kanulager teil, die 8. und die 9. Klassen fahren jedes Jahr abwechselnd nach England bzw. Frankreich. Und wir unternehmen viel, damit wirklich jeder Schüler eine Lehrstelle bekommt.

Gespräch: Katrin Richter

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.03.2014

Katrin Richter

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