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3700 Dresdner Viertklässler haben Bildungsempfehlung bekommen

Roulettespiel um Platz in der Schule 3700 Dresdner Viertklässler haben Bildungsempfehlung bekommen

Für 3700 Viertklässler, 50 weniger als im vergangenen Jahr, geht die Suche nach der richtigen Schule in die entscheidende Runde. Eine ganze Reihe von ihnen wird nicht an der Wunschschule anfangen können, weil sich an einzelnen Gymnasien und Oberschulen deutlich mehr Viertklässler als an anderen beworben haben.

Für 3700 Dresdner Viertklässler geht die Suche nach der richtigen Schule in die entscheidende Runde.

Quelle: dpa

Dresden. Für 3700 Viertklässler, 50 weniger als im vergangenen Jahr, geht die Suche nach der richtigen Schule in die entscheidende Runde. Eine ganze Reihe von ihnen wird nicht an der Wunschschule anfangen können, weil sich an einzelnen Gymnasien und Oberschulen deutlich mehr Viertklässler als an anderen beworben haben. Am Mittwoch legte die Bildungsagentur die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen vor. Angaben darüber, wieviel Prozent der Viertklässler eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium bzw. die Oberschule bekommen haben, gibt das Kultusministerium erst Anfang nächster Woche bekannt.

Noch ist völlig offen, wieviele Kinder an den einzelnen Schulen letzten Ende aufgenommen werden. „Die konkreten Abstimmungen zwischen Bildungsagentur, Schulleitern und Stadtverwaltung haben jetzt erst begonnen“, bestätigt Petra Nikolov, Sprecherin der Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, auf DNN-Anfrage. Am 17. Mai erhalten die Eltern den Bescheid über die Aufnahme ihres Kindes an einer Schule. Die Entscheidung treffen die Schulleiter. Berücksichtigt werde, ob eventuell schon Geschwisterkinder die gewünschte Schule besuchen und wie weit der Schulweg ist. Dann entscheidet das Los. Der Notendurchschnitt darf nicht mehr herangezogen werden. Das hatte das Land entschieden.

Am begehrtesten ist nach wie vor ein Platz am Gymnasium Bürgerwiese. 168 Anmeldungen hat Schulleiter Jens Reichel vorliegen. Im vergangenen Schuljahr waren es mit 253 Bewerbungen sogar noch deutlich mehr. Reichel und andere Schulleiter vermuten, dass sich die Bewerber diesmal ausgewogener auf die einzelnen Schulen verteilen und generell weniger Viertklässler eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium bekommen haben. In der Tat gibt es mit 1719 Anmeldungen an Dresdens staatlichen Gymnasien 132 weniger als im Schuljahr 2014/15. Jens Reichel ist jedenfalls froh, dass er kaum Schüler ablehnen muss. „Wir können 168 Fünftklässler aufnehmen, weil wir aller Voraussicht nach sechs Parallelklassen mit jeweils 28 Kindern einrichten werden“, sagt er zufrieden. Er rechnet allerdings noch mit einigen weiteren Bewerbern. „Das sind Kinder, die beispielsweise die Eignungsprüfung am Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium nicht bestanden haben und jetzt zu uns wollen“, erklärt er.

Acht Interessenten weniger als Reichel, nämlich 160 Anmeldungen, verzeichnet Herbert Trümper, stellvertretender Leiter des katholischen St. Benno-Gymnasiums. 90 Fünftklässler kann die Schule aufnehmen. Wer das ist, steht lange fest. „Wir haben gleich im Januar Aufnahmegespräche geführt“, berichtet Trümper. 20 Minuten nehme man sich Zeit für jeden Schüler. Wer Geschwister hat, werde automatisch angenommen. Bevorzugt würden auch Kapellknaben und Integrationskinder. „Abgesehen davon schauen wir uns jedes Kind an und entscheiden dann, wie es zu den anderen passt“, erklärt der Vizeleiter. Das St. Benno-Gymnasium nimmt 90 Prozent katholische, 30 Prozent evangelische und 10 Prozent konfessionslose Kinder auf. Drei Klassen starten im neuen Schuljahr.

Jetzt beginnt also der große Verschiebebahnhof. Nicht umsonst erhielten die Eltern die Möglichkeit, eine Zweit- und Drittwunsch-Schule für ihr Kind anzugeben. Eine ganze Reihe Kinder dürften beispielsweise auf das Gymnasium Süd-West umgelenkt werden. Hier hatten sich 83 Kinder angemeldet. Je nachdem, ob vier oder fünf Parallelklassen eingerichtet werden, ist für 100, vielleicht auch 125 neue Schüler Platz. Dennoch ist Schulleiterin Sandra Gockel mit dieser Zahl ganz zufrieden. Im vergangenen Schuljahr konnten sich nämlich nur 58 Schüler mit dem neuen Gorbitzer Gymnasium anfreunden und im Jahr davor lediglich 15. „An unseren beiden Tagen der offenen Tür haben sich Eltern aus dem gesamten Stadtgebiet in unserer Schule umgeschaut“, sagt die Schulleiterin. Viele Eltern hätten Mut gefasst, ihren Nachwuchs anzumelden. Getreu dem Leitgedanken „Audiatur et altera pars“ („Man höre auch die andere Seite“) probiere man viel Neues aus an der Schule. „Das reicht bis zum späteren Unterrichtsbeginn, bei uns geht die Schule erst 8.30 Uhr los“, so Sandra Gockel.

Auch die Oberschulen werden seit Jahren sehr unterschiedlich angenommen: Die meisten Anmeldungen verzeichnet die 66. Oberschule in Leuben (121), dicht gefolgt von der ehemaligen Gemeinschaftsschule Pieschen (109), der 36. Oberschule (108) und der 116. Oberschule (106). An der 107. und der 128. Oberschule hingegen haben sich jeweils nur 33 Viertklässler angemeldet. Dorthin werden dann gleichfalls Schüler umgelenkt, die mit ihrem Erstwunsch nicht zum Zuge kamen.

Von Katrin Richter

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