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300 Oberschüler zusätzlich: An der 85. Grundschule wird's eng

300 Oberschüler zusätzlich: An der 85. Grundschule wird's eng

"Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie das gehen soll", sagt Ute Gnaß kopfschüttelnd. Ihre beiden Kinder Sophia (10) und Lucas (8) besuchen die 85. Grundschule an der Radeburger Straße.

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Ute Gnaß, hier mit Kindern aus der 85. Grundschule in Klotzsche, ist wie viele andere Eltern nicht damit einverstanden, dass gleich 300 Oberschüler ab kommenden Februar an die Schule ausgelagert werden sollen. Der Platz reiche bei weitem nicht, ist sie überzeugt.

Quelle: Norbert Neumann

Und ab September wird auch ihre Jüngste, die sechsjährige Luisa, in die schön gelegene Schule in Rähnitz gehen. Dass sich die Mutter Sorgen macht, hat mit Plänen des Schulverwaltungsamtes zu tun. Weil die marode 82. Oberschule in Klotzsche komplett saniert wird, müssen sich die 140 Grundschüler ihr Schulhaus ab Beginn der Winterferien 2015 für drei Schuljahre mit den Oberschülern der "82." teilen. Im Klartext: Die 85. Grundschule muss Platz schaffen für 300 Oberschüler. Die Kleinen haben schon so ihre Erfahrungen mit den Großen gemacht: Seit Jahren lernen etwa 100 Gastschüler aus der "82." dort. "Die Kinder werden nicht selten von den Großen ,untergebuttert', trauen sich in den Pausen nicht auf die Toiletten und gehen dann lieber während der Unterrichtszeit", berichtet Elternratsvorsitzende Gesine Kabuß.

Die Eltern halten eine Komplettauslagerung aller 300 Oberschüler an die 85. Grundschule für schlicht unzumutbar. "Das übersteigt das für ein geordnetes Lernen erträgliche Maß für die Grund- und die Oberschüler", ist Kabuß überzeugt. Aus ihrer Sicht reichen die Räumlichkeiten nicht für 440 Schüler, selbst dann nicht, wenn man mühevoll gestaltete Hortzimmer wieder zu Klassenzimmern umfunktioniert. In den vergleichsweise kleinen Speiseraum würden maximal die Kinder zweier Klassen passen. "Wenn nur die Hälfte aller Schüler an der Schulspeisung teilnimmt, müsste das Mittagessen bereits in fünf Durchgängen erfolgen", rechnet sie vor. Dann werde es Kinder geben, die nicht mittags, sondern am späten Vormittag oder erst am frühen Nachmittag ihr Essen bekommen. Die Elternvertreterin befürchtet zudem, dass die fehlende räumliche Trennung der Grund- und Oberschüler im Speiseraum, auf den Toiletten und auf dem Schulhof zu Konflikten führt, die für die Lehrer nur schwer beherrschbar sind und manchmal vielleicht gar nicht bemerkt werden. Inzwischen haben die Eltern eine Petition an den Stadtrat eingereicht.

Für Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes, hat die komplette Auslagerung aller 300 Schüler einen großen Vorteil: "Die Bauzeit verkürzt sich um insgesamt zwölf Monate, verglichen mit der Sanierung in mehreren Bauabschnitten bei laufendem Schulbetrieb", argumentiert er. Dass Kompromisse dabei nötig sind, räumt auch er ein. Andere Optionen seien geprüft und wieder verworfen worden. Weder das Gymnasium Klotzsche noch die Oberschule Weixdorf hätten Kapazitäten, um weitere Schüler aufzunehmen.

Die Elternvertreter betonen, dass sie die Sanierung der "82." nicht ablehnen und auch nichts gegen eine "maßvoll erweiterte Teilauslagerung" - sprich noch ein paar Oberschüler mehr als jetzt - haben. "Aber zwei Schulen in ein zu kleines Gebäude zu pferchen, ist nicht akzeptabel", sagt Gesine Kabuß.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.04.2014

Katrin Richter

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