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15. Juni ist Schicksalstag für TU Dresden - warum es so wichtig ist "Elite-Universität" zu werden

15. Juni ist Schicksalstag für TU Dresden - warum es so wichtig ist "Elite-Universität" zu werden

Jetzt heißt es Daumen drücken für die Technische Universität Dresden. Nur noch vier Mal wird TU-Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen wach, dann weiß er, ob er künftig an der Spitze einer deutschen Elite-Universität steht oder nicht.

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Für die Uni geht es bei der bevorstehenden Entscheidung um viel Geld. Montage: Alexander Eylert

Denn um diesen inoffiziellen Titel geht es hauptsächlich bei der dritten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Bevor die führenden Köpfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates am 15. Juni in Bonn die Ergebnisse dieses millionenschweren Wettbewerbs bekanntgeben, beantworten die DNN die wichtigsten Fragen zum Thema.

Von christoph stephan

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Mit welchen Projekten hat sich die TU Dresden beworben?

Die Exzellenzinitiative gliedert sich in die drei Förderlinien Exzellenzcluster, Graduiertenschulen und Zukunftskonzepte (die Königsdisziplin!). In der Sparte der Cluster wurden zwei Anträge eingereicht: Die Wissenschaftler des "Center for Regenerative Therapies Dresden" haben sich die Erforschung der regenerativen Fähigkeiten des menschlichen Körpers zum Ziel gesetzt, um mit Hilfe dieser Erkenntnisse Therapien für weit verbreitete Erkrankungen wie Diabetes und Alzheimer zu entwickeln. Das "Center for Advancing Electronics Dresden" konzentriert sich derweil auf Alternativen zur Halbleitertechnologie, die nach Einschätzung der beteiligten Forscher zunehmend an ihre Grenzen stößt.

In der Förderlinie der Graduiertenschulen geht es um Projekte auf dem Gebiet der Biomedizin und Biophysik, die sich ebenfalls mit Aspekten der regenerativen Medizin beschäftigen, allerdings an Nachwuchswissenschaftler in Form internationaler Doktorandenprogramme richten.

Kernelement der Bewerbung der TU Dresden, weil es die Entwicklung der gesamten Hochschule im Blick hat, ist das mit "Dresden Concept" überschriebene Zukunftskonzept. Damit will die Uni ihre Zusammenarbeit mit Partnern aus den vier großen institutionellen Forschungseinrichtungen Fraunhofer, Helmholtz, Max-Planck und Leibniz sowie renommierten Museen und Bibliotheken in Dresden weiter zu einem richtigen Netzwerk ausbauen. Bereits begonnen wurde mit der Bündelung der derzeit 14 Fakultäten zu fünf großen "Schools".

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Was braucht es alles für den Titel "Elite-Universität"?

Nur wenn die TU Dresden am 15. Juni in allen drei Förderlinien ein Projekt bewilligt bekommt, rückt sie zu den deutschen Elite-Universitäten auf. In den ersten beiden Auflagen ist ihr dies noch nicht gelungen. Für die erneuten Anstrengungen spricht die millionenschwere Förderung, die lockt. Zudem hofft die TU, als Elite-Universität vom Stellenabbau des Freistaates Sachsen einigermaßen verschont zu bleiben.

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Um wie viel Geld geht es?

Neben den Fördergeldern für die Exzellenzcluster und die Graduiertenschule würde die Universität circa 67 Millionen Euro für ein erfolgreiches Zukunftskonzept erhalten, wenn alle Maßnahmen im vollen Umfang gefördert würden. Das Gesamtvolumen aller vier Anträge liegt bei 171,8 Millionen Euro.

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Wie stehen die Chancen für die TU Dresden?

Auf den ersten Blick lässt sich dies überhaupt nicht abschätzen, denn die Gutachter von DFG und Wissenschaftsrat lassen sich im Vorfeld nicht in die Karten schauen. Auch nach Vor-Ort-Begehungen im Dezember vergangenen Jahres drang kein erstes Resümee nach außen.

Fakt ist: die Konkurrenz ist hart. Die TU steht bei den "Neulingen" mit der Humboldt-Universität Berlin, der Universität Bochum, der Universität Bremen, der Universität zu Köln, der Universität Mainz und der Universität Tübingen im Wettbewerb und muss sich gleichzeitig gegen schon früher gekürte Exzellenzuniversitäten behaupten, die den Titel natürlich nicht aberkannt bekommen möchten.

Auf den zweiten Blick erkennt man allerdings auch, dass die TU Dresden in dieser Gruppe die einzige ostdeutsche Hochschule ist (sieht man von der Humboldt-Uni ab). Auch in den ersten beiden Runden der Exzellenzinitiative erzielte keine Universität aus den neuen Bundesländern das Elite-Prädikat. Experten gehen davon aus, dass es in nächster Zukunft erst einmal keine Neuauflage der Exzellenzinitiative geben wird, weil der Bund dafür sehr viel Geld in die Hand nehmen muss. Würde also in dieser vorerst letzten Runde des Wettbewerbs der Osten einmal mehr leer ausgehen, wäre dies für Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) kaum zu vermitteln. In der entscheidenden Sitzung des Bewilligungsausschusses, eben jener am 15. Juni, sitzen traditionell auch Vertreter der Politik mit am Tisch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2012

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