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1. Dresdner Bildungsbericht liegt vor

1. Dresdner Bildungsbericht liegt vor

Im Gegensatz zum sächsischen Trend verzeichnet Dresden immer mehr Einwohner. 472 000 waren es im Jahr 2000, 517 000 im Jahr 2010. Für 2025 werden 550 000 Einwohner prognostiziert.

Von Katrin Richter

Immer mehr Dresdner

Zwei Gründe gibt es dafür: steigende Geburtenzahlen (2010 kamen zwei Drittel mehr Bays als zehn Jahre zuvor zur Welt) und sogenannte Wanderungsgewinne: Viele junge Leute kommen nach Dresden, um hier ihre Ausbildung zu machen. Was die Abwanderung betrifft, verlassen vor allem junge Familien die Landeshauptstadt. Innerhalb der Stadt ziehen immer mehr Menschen von den Randgebieten ins Stadtkerngebiet. Seit 2009 steigt die Zahl der Haushalte mit Kindern, geht aus dem Bildungsbericht hervor.

Dresdner gut ausgebildet

Mehr als 40 Prozent der Erwerbstätigen verfügen über einen (Fach-)Hochschulabschluss. Vor allem bei jungen Frauen unter 25 Jahren zeigt sich die Tendenz zu höheren Schulabschlüssen. Sieben Prozent der Dresdner zwischen 15 und 64 Jahren (ausgenommen Schüler) haben keinen Berufsabschluss. Dem hohen Anteil gut ausgebildeter Ausländer (34 Prozent; Deutsche: 21 Prozent) steht ein doppelt so hoher Anteil von Ausländern ohne Berufsausbildung (15 Prozent) im Vergleich zur deutschen Bevölkerung (acht Prozent) gegenüber, heißt es im Bildungsbericht.

Hohe Jugendarbeitslosigkeit

Das Durchschnittseinkommen ist seit 2007 um sieben Prozent gestiegen und lag 2010 bei 1400 Euro. Das meiste Geld verdienen Dresdner in den städtischen Randlagen, das wenigste die Bewohner im Ring ums Ostragehege und den Güterbahnhof sowie in Prohlis. 2010 bezogen 13,8 Prozent der unter 65-Jährigen Hartz-IV-Geld. Jedes fünfte Kind ist davon betroffen. Die Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen Jahren gesunken - von knapp 36 000 im Jahr 2005 auf 27 700 im Jahr 2010. Die Jugendarbeitslosigkeit jedoch ist in Dresden mit zehn Prozent höher als in Sachsen (neun Prozent) und ganz Deutschland (sechs Prozent). Mehr Arbeitslose gibt es auch bei den über 54-Jährigen: 2005 waren es elf Prozent, fünf Jahre später 16 Prozent.

Viele Kinder mit Sprachdefiziten

Zwischen 2004 und 2010 sind in Kindertageseinrichtungen 10 000 neue Betreuungsplätze geschaffen worden. Die Anzahl der in Kitas betreuten Kinder ist seit 1997 von 10 000 auf rund 21 000 im Jahr 2010 gestiegen. Handlungsbedarf besteht vor allem im Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Mehr als ein Viertel aller Vierjährigen weist Sprachauffälligkeiten auf, jedes Zehnte hat motorische Störungen. In Gebieten mit starken sozialen Problemen (Prohlis, Gorbitz) leben doppelt so viele Kinder mit Sprachdefiziten (31 Prozent) wie in Stadtteilen ohne soziale Probleme (15 Prozent).

45 Prozent der Lehrer 50 und älter

In Sachen Bildung steht die Stadt vor immensen Problemen: 45 Prozent der Pädagogen sind 50 Jahre und älter. Bis 2025 muss die Hälfte der Lehrer ersetzt werden. Zugleich wächst die Schülerzahl. Was den Wechsel von der Grundschule auf eine weiterführende Schulart betrifft, ergibt sich bei Dresdens Viertklässlern folgendes Bild: 58 Prozent erhielten 2010/11 eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium (2008/09: 54 Prozent). In Gebieten ohne soziale Probleme wie Bühlau, Loschwitz, Weixdorf oder Langebrück waren es sogar weit über 60 Prozent. In Stadtteilen mit großen sozialen Problemen wie Gorbitz, Friedrichstadt und Pieschen-Süd lag der Anteil nur halb so hoch.

Es gibt genügend Lehrstellen

Ein Blick auf Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt zeigt, dass 2010 statistisch gesehen nahezu jedem, der einen Ausbildungsplatz suchte, auch ein Platz zur Verfügung stand. Die Landeshauptstadt verzeichnet zehn kommunale Berufsschulzentren und 25 Berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft. Ein Blick auf die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge zeigt: Der Bereich Industrie und Handel gewinnt an Bedeutung, das Handwerk verzeichnet Verluste. Der Dienstleistungssektor dominiert (58 Prozent der Ausbildungsverträge). Junge Leute ohne Abschluss oder mit Hauptschulabschluss gehen vor allem in die Land-, Tier- und Forstwirtschaft und den Gartenbau (42 Prozent).

 

Doppelt so viele Studenten wie 1990

In Dresden gibt es zehn Hochschulen - zwei Unis, vier Fachhochschulen und vier Kunsthochschulen. Die Zahl der Studenten hat sich mit 41 346 seit Anfang der 1990er Jahre mehr als verdoppelt. Allerdings besteht nach wie vor ein starker Zusammenhang zwischen Studium und "gehobener sozialer Herkunft", heißt es im 1. Dresdner Bildungsbericht.

Der 1. Dresdner Bildungsbericht liegt vor. Das 364 Seiten starke Auftragswerk der Stadt erscheint vier Jahre nach dem 1. Sächsischen Bildungsbericht. Es enthält eine Fülle von Informationen zur Bevölkerungsentwicklung, zur frühkindlichen Bildung, zum Schulnetz, zur Berufsausbildung und zu den Hochschulen. Wesentlichstes Fazit: Wer auf dem Weißen Hirsch, in Pappritz oder Plauen aufwächst, hat später bessere Chancen auf eine gute Ausbildung und damit einen anständig bezahlten Beruf als jene Kinder, die in Prohlis, Reick, Leuben oder Gorbitz groß werden. DNN stellen die wichtigsten Zahlen und Fakten aus dem 1. Dresdner Bildungsbericht vor.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.08.2012

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