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1. Dresdner Bildungsbericht: Klassenstärke beeinflusst Zensuren kaum

1. Dresdner Bildungsbericht: Klassenstärke beeinflusst Zensuren kaum

Der jetzt veröffentlichte 1. Dresdner Bildungsbericht kommt zu bemerkenswerten Ergebnissen: Es gebe keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Klassenstärke und Schülerleistung, heißt es in dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Papier.

Von Katrin Richter

Auf gut Deutsch bedeutet das: Sitzen 28 und mehr Kinder in einer Klasse, folgt daraus nicht zwangsläufig, dass sie schlechter in der Schule sind.

Ausgangspunkt der Untersuchungen war die vielfach kritisierte Tatsache, dass in Dresden wegen des Schüleransturms seit einigen Jahren nicht nur mehr Parallelklassen gebildet werden, sondern auch mehr Schüler in den einzelnen Klassen sitzen. Das betrifft vor allem die Grundschulen, aber auch die Gymnasien und Mittelschulen - und zwar sowohl staatliche als auch freie Schulen. Grundsätzlich aber seien an Schulen in freier Trägerschaft die Klassen kleiner, geht aus dem Bildungsbericht hervor.

Die Wissenschaftler unterteilten die Dresdner Stadtteile in Entwicklungsräume und stellten fest, dass in Stadtteilen mit starken sozialen Problemen (zum Beispiel Gorbitz, Prohlis und Reick) deutlich weniger Kinder und Jugendliche in den Klassen sitzen als in Gebieten ohne soziale Probleme wie Bühlau, Weixdorf und Altfranken. Dennoch würden in den Problemvierteln weitaus weniger Bildungsempfehlungen fürs Gymnasium erteilt. Ein Blick auf die Schulabschlüsse an den Mittelschulen zeigt: In Gebieten mit geringen oder keinen sozialen Problemen haben mehr als 85 Prozent den Realschulabschluss geschafft, in Problemvierteln nur 70 Prozent. Wie gut oder schlecht Schüler sind, hänge also nicht in erster Linie von der Klassenstärke, sondern von vielen anderen Faktoren ab, so die Autoren. Eine große Rolle spiele die soziale Herkunft.

Weiteres interessantes Ergebnis: Doppelt so viele Jungen wie Mädchen wiederholten an Dresdens Mittelschulen und Gymnasien ein Schuljahr. An den Grundschulen waren es noch gleichviel Schülerinnen und Schüler. Die meisten Wiederholer finden sich an den Förderschulen (3,6 Prozent) und Mittelschulen (2,6 Prozent). Die Quote liegt in Dresden höher als in ganz Sachsen. Allerdings drehen Dresdner Kinder und Jugendliche häufiger in unteren Klassenstufen eine "Ehrenrunde", sachsenweit öfter in den höheren Klassen.

Es sieht auch so aus, als seien die Dresdner ein wenig schlauer als der sachsenweite Durchschnitt: Was die Abschlüsse anbelangt, machen mehr Dresdner Schüler das Abi (36 Prozent; Sachsen: 30 Prozent). Und auch der Anteil an Schülern mit und ohne Hauptschulabschluss ist in der Landeshauptstadt mit 16,7 Prozent geringer als sachsenweit (19,7 Prozent).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.08.2012

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