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Wo Dresdner Verkehrtechniker und Ingenieure neue Kunden suchen

Drei Dutzend aus Dreitausend Wo Dresdner Verkehrtechniker und Ingenieure neue Kunden suchen

Noch bis zum Sonntag präsentieren etwa drei Dutzend Firmen und Institutionen aus Dresden und Umgebung ihre Produkte und Ideen auf der Messe Innotrans in Berlin. Sie gehören damit zu den rund 3000 Ausstellern auf der weltweit größten Fachmesse für Bahn- und Verkehrstechnik.

So sieht der Träger der Datenbrille die Straßenbahn. Zugleich werden ihm die anstehenden Aufgaben und mögliche Probleme im Straßenbahnwagen eingeblendet

Quelle: DVB/Casonex

Dresden. Noch bis zum Sonntag präsentieren etwa drei Dutzend Firmen und Institutionen aus Dresden und Umgebung ihre Produkte und Ideen auf der Messe Innotrans in Berlin. Sie gehören damit zu den rund 3000 Ausstellern auf der weltweit größten Fachmesse für Bahn- und Verkehrstechnik. Die alle zwei Jahre stattfindende Schau sei der „Nabel der (Schienen-)Welt“, titelt das Fachblatt „Nahverkehrsnachrichten“ aus Düsseldorf. Die Messemacher aus Berlin freuen sich über Aussteller aus 60 Ländern und 140 Weltpremieren.

Bei solchen Superlativen, millionenschweren Ausstellungsstücken und mehr als 130 000 Fachbesuchern muss man schon ein wenig suchen, um die Dresdner Aussteller zu entdecken. Ein Teil davon ist am Sachsen-Stand zu finden, für den die Wirtschaftsförderer des Freistaats den Hut aufhaben. Dort präsentiert die Firma Inavet aus der Südvorstadt ihr Angebot. Im Hintergrund läuft ein Video, in dem der ehemalige Verkehrsbetriebe-Vorstand Hans-Jürgen Credé die Vorzüge eines neuen Straßenbahn-Fahrsimulators erklärt, davor steht Geschäftsführer Gunter Thiele. Seine Firma ist ganz wesentlich an einem Projekt beteiligt, von dessen Umsetzung in der Stadt nicht viel zu sehen ist, das aber dennoch deutlich spürbare Folgen hat. Dabei sollen die Schaltzeiten der Ampeln auf der Nord-Süd-Straßenbahnstrecke zwischen Nürnberger Platz und Albertplatz so eingestellt werden, dass die Bahnen möglichst schnell durchkommen und die Autos dabei bestenfalls auch noch längere Grün-Phasen bekommen. Nein, die Grün-Gewinne für den Autoverkehr seien noch nicht genauer untersucht worden, sagt Thiele, aber die Bahnen seien jetzt deutlich schneller unterwegs. Und dann kommt eine Zahl, die aufhorchen lässt: Bis zu drei Minuten gewinnt eine Straßenbahn pro Umlauf auf dem innerstädtischen Abschnitt dank der optimierten Schaltzeiten. Die „3“ ist auf dieser Strecke bis zu elf Prozent schneller geworden und spart nun pro Richtung rund eineinhalb Minuten – bei einer Gesamtfahrzeit von rund 13 Minuten. Deutliche Verbesserungen brachte die Schaltzeitoptimierung auch für die „7“ und die „8“. Thiele findet, das dieses Projekt ist perfekt geeignet, für die Leistungen „seiner“ Firma auf der Messe zu werben.

Eine Halle weiter drängen sich Messebesucher um einen Stand, der für noch völlig unbekanntes Verkehrssystem wirbt. Beim „Hyperloop“ sitzen die Fahrgäste in Gefäßen, die Raketen ähneln. Diese Raketen schießen dann durch Röhren, die über einer Bahntrasse oder einer Autobahn auf Stelzen stehen. Zukunftsmusik.

Auf die virtuelle Zukunft setzen daneben Thomas Flügge und Christian Müller. Sie sind die Chefs von zwei Unternehmen aus Dresden, der „VerkehrsConsult Dresden-Berlin“ (VCDB) und der Firma Casonex. „Mobile Inspection Assistant“ heißt ihr neuer Renner. Es handelt sich um ein System, das Technikern unter anderem die Inspektion einer Straßenbahn erleichtern soll. Die Fachleute setzen dabei eine Bille auf, auf die Daten und Aufträge übertragen werden. Beim Gang durch die Bahn können diese Aufträge dann abgearbeitet und die Vorgaben mit den Ist-Daten der Bahn verglichen werden. Die Brille enthält auch eine Kamera, trägt der Nutzer noch ein Mikro, können später gleich Videos und Erklärungen per Computer an den Chef oder den Auftraggeber übertragen werden. Noch ist die Technik nicht komplett, ein Testtermin bei Bombardier in Bautzen steht aber schon.

Parallel dazu ist die vor etwa 25 Jahren gegründete VCDB inzwischen weltweit aktiv. Flügge selbst hat vor kurzer Zeit die chinesische Millionenstadt Jinan besucht, die ein Straßenbahnsystem als U-Bahn-Zubringer plant. Auf der Innotrans hofft er auf neue Kontakte zu Städten die ebenfalls neue Stadtbahnprojekte planen. So wie Aarhus und Odense in Dänemark und Bergen in Norwegen. „In Bergen sind wir schon Haus- und Hofconsulter“, freut sich Flügge über den Erfolg der Firma, die je zur Hälfte den Dresdner und den Berliner Verkehrsbetrieben gehört. Solche Kontakte wünscht er sich auch auf der Messe in Berlin.

 

Von Christoph Springer

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