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Verkehrsplaner feiern Dresdner Waldschlößchenbrücke

Schleichverkehr? Welcher Schleichverkehr? Verkehrsplaner feiern Dresdner Waldschlößchenbrücke

Die von den Verkehrsplanern vor dem Bau der Waldschlößchenbrücke angestellten Überlegungen haben sich nach Übergabe der Elbquerung bestätigt, glaubt man dem jetzt vorgelegten Untersuchungsbericht zu den Auswirkungen des Verkehrszugs.

Die von den Verkehrsplanern vor dem Bau der Waldschlößchenbrücke angestellten Überlegungen haben sich nach Übergabe der Elbquerung bestätigt.

Quelle: dpa

Dresden. Die von den Verkehrsplanern vor dem Bau der Waldschlößchenbrücke angestellten Überlegungen haben sich nach Übergabe der Elbquerung bestätigt. Der neue Verkehrszug hat die Nord-Süd-Verbindung gestärkt und zu einer Erhöhung des Durchgangsverkehrs auf dem Hauptstraßennetz geführt. Die Bewohner der Stadtteile Blasewitz, Johannstadt und Striesen haben eine direkte Verkehrserschließung erhalten, die sie auch entsprechend annehmen, was zu einer prozentualen Steigerung des Zielverkehrs geführt hat.

Eine Erhöhung des "Schleichverkehrs" auf der Altstädter Seite ist dagegen nicht nachzuweisen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse eines Untersuchungsberichtes zu den Auswirkungen des Verkehrszugs Waldschlößchenbrücke auf die Stadtteile auf der Altstädter Seite. Diesen hat jetzt der Geschäftsbereich von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) vorgelegt.

Für den Bericht wurden Verkehrszählungen aus dem Jahr 2010 und aus dem Jahr 2014 miteinander verglichen. Dabei stellten die Verkehrsplaner fest, dass der Anteil kreativer Kraftfahrer, die die vielbefahrenen Hauptstrecken meiden und im Nebenstraßennetz ihr Heil suchen, äußerst gering ist. Nur 1000 Kraftfahrzeuge in 13 Stunden wurden im angrenzenden Gebiet der Waldschlößchenbrücke dem Schleichverkehr zugeordnet. Das entspricht etwa einem Prozent am Gesamtverkehr.

"Es lassen sich keine Problemstellen im Straßennebennetz im angrenzenden Bereich der Waldschlößchenbrücke hinsichtlich eines hohen Aufkommens an Schleichverkehr nachweisen. Ein dringender verkehrlicher Handlungsbedarf zum Schutz der Bewohner lässt sich nicht ableiten", so die Autoren des Untersuchungsberichtes.

Eine Steigerung des Schleichverkehrs haben die Verkehrsplaner vor allem auf einer Route festgestellt: auf der Fahrbeziehung Stübelallee-Striesener Straße. So sei der Anteil des Schleichverkehrs auf der Müller-Berset-Straße um 18 Prozent gestiegen. Das liege aber daran, dass die absoluten Zahlen sehr gering seien. So würde sich lediglich ein Kraftfahrer pro Minute einen Weg durch das Nebenstraßennetz bahnen, um den Fetscherplatz zu umfahren.

Die Verkehrsplaner schlagen vor, die Bertolt-Brecht-Allee vollwertig an den Knoten Stübelallee/Karcherallee anzuschließen, um den Verkehr vom Nebennetz auf leistungsfähige Hauptstraßen zu verlagern. Gerade die Müller-Berset-Straße führe durch sensible Wohnbereiche und müsse geschützt werden. Weitere Vorschläge sind Geschwindigkeitsbeschränkungen in Wohngebieten und eine weitere Verbesserung der Angebote für den ÖPNV sowie den Radfahrer- und Fußgängerverkehr.

Als erledigte Maßnahmen zur Vermeidung von Schleichverkehr im Umfeld der Brücke geben die Verkehrsplaner den vierspurigen Ausbau der Fetscherstraße zwischen Pfotenhauerstraße und Fiedlerstraße an, die Optimierung der Ampelphasen am Fetscherplatz sowie das Linksabbiegeverbot vom Fetscherplatz in die Striesener Straße, aber auch die Neugestaltung des Comeniusplatzes sowie den Ausbau der Borsbergstraße.

Am Donnerstag hatte der Europäische Gerichtshof in seiner Entscheidung zur Waldschlößchenbrücke EU-weit geltende Naturschutzvorgaben gestärkt. Die Grüne Liga Sachsen, die gegen den Brückenbaubeschluss geklagt hatte, sieht schon jetzt Auswirkungen auf weitere Projekte.

Thomas Baumann-Hartwig

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