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Verkehr im Preußischen Viertel: Große Zweifel an kleinen Zahlen

Bürgerversammlung Verkehr im Preußischen Viertel: Große Zweifel an kleinen Zahlen

„Stadt ist gelebter Kompromiss.“ Diesen Satz sagte am Donnerstagabend Johann Schmidt. Der Fachmann für Verkehrsentwicklungsplanung wusste da noch nicht, dass vor allem er im Kreuzfeuer der Kritik stehen würde bei der Bürgerversammlung zu den Zukunftsplänen für die östliche Albertstadt.

Schon jetzt nerven die Anwohner an der Marienallee die Autos auf dem Kopfsteinpflaster. Das wird künftig noch viel schlimmer, fürchten sie.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. „Stadt ist gelebter Kompromiss.“ Diesen Satz sagte am Donnerstagabend Johann Schmidt. Der Fachmann für Verkehrsentwicklungsplanung wusste da noch nicht, dass vor allem er im Kreuzfeuer der Kritik stehen würde bei der Bürgerversammlung zu den Zukunftsplänen für die östliche Albertstadt.

Schmidt hatte kurz zuvor die Verkehrsbelegungen erläutert, die die Stadt in dem Gebiet zwischen der Dresdner Heide, der Bautzner Straße, der „Königsbrücker“ und etwa dem Bischofsweg im Jahr 2030 erwartet.

Das Ergebnis dieser Untersuchung: Die zwei geplanten neuen Wohngebiete oberhalb der Stauffenbergallee mit etwa 1400 Wohnungen und einem Gesundheitszentrum verstärken die Verkehrsbelastung der Stauffenbergallee deutlich. Auch die Radeberger Straße bekommt klar mehr Autos ab.

Im Preußischen Viertel – vor allem auf Marienallee und Forststraße – steigt die Belastung dagegen aus Sicht der Verkehrsplaner kaum spürbar: von derzeit rund 2100 Fahrzeugen am Tag auf etwa 2500.

Den Bewohnern des Viertels ist das aber klar zu viel. Sie monieren zunehmende Lärmbelastung und fürchten um ihre Gesundheit. Nicht zuletzt, weil die Autos auf der Marienallee und der Forststraße über denkmalgeschützes Kopfsteinpflaster fahren. Viel zu schnell, wie ein Anwohner überzeugt ist, mit 60 bis 70 Stundenkilometern, um das Geholper schnell hinter sich zu haben.

Im Viertel mit der Bezeichnung „Albertstadt Ost“ sind zwei neue Wohngebiete und eine etwas größere neue, noch namenlose Straße vorgesehen. „Planstraße Ost“ heißt sie bisher. Sie verläuft hinter dem heutigen Gebäude der Landesdirektion und verbindet die Marienallee mit der Radeberger Straße. Bis zu 2000 Autos sollen dort künftig am Tag fahren, auch für Linienbusse soll sie taugen.

Die Bewohner des Preußischen Viertels fürchten, dass dann unter anderem die südliche Marienallee, die Forststraße und die Jägerstraße noch mehr als je zuvor als Umfahrungen genutzt werden.

Aus Sicht der städtischen Verkehrsplaner, deren wissenschaftlich anerkannte Prognosemodelle und deren Datenbasis sie anzweifeln, gibt es keinen Grund für solche Befürchtungen. Johann Schmidt war auf diese Annahmen vorbereitet und präsentierte den Besuchern der Bürgerversammlung eine Karte mit den Verkehrsbelastungen, die künftig auf genau dem fraglichen Abschnitt der Marienallee und der Forststraße zwischen Jägerstraße und Nordstraße erwartet werden.

Seine Aussage: Die Anwohner müssen nicht mit einer deutlichen Verkehrszunahme rechnen, rund 2500 Autos pro Tag sind das Maximum. Und: Um genau zu wissen, wie sich der Verkehr dort entwickelt, soll in etwa einem halben Jahr eine genaue Verkehrszählung stattfinden, kündigte Schmidt an.

Von Christoph Springer

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