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Umweltamt Dresden stellt Plan zur leiseren Äußeren Neustadt vor

Komplett autofrei? Umweltamt Dresden stellt Plan zur leiseren Äußeren Neustadt vor

Der Lärmaktionsplan für die Äußere Neustadt soll schnellmöglichst umgesetzt werden. Bis 17. Dezember können Bürger und Anwohner den Plan einsehen und Stellung beziehen. Neben 24 Einzelmaßnahmen ist auch eine komplett autofreie Neustadt im Gespräch.

Auch die schon lange unrealisierte Sanierung der Königsbrücker Straße steht im Lärmaktionsplan.

Quelle: Franziska Schmieder

Dresden. Der Lärmaktionsplan für die Äußere Neustadt soll schnellmöglichst umgesetzt werden. Zumindest wenn es nach dem Willen von Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen und Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain geht. Am Dienstagabend stellten die beiden Grünen-Bürgermeister das Konzept in einer Bürgerveranstaltung im Romain-Rolland-Gymnasium vor. Noch bis 17. Dezember können die Bürger den Plan einsehen und dazu Stellung nehmen. Der Baubürgermeister erstellt gerade Prioritätenlisten für die Straßensanierung, berichtete er. In der vorangegangenen Bürgersprechstunde standen vor allem die Marienallee und die Forststrasse im Fokus der Gespräche, berichtet Eva Jähnigen. Hier müsse der Verkehr reduziert und die Lautstärke gemindert werden, wünschten sich die Bürger.

Der Masterplan will die Schallpegelwerte für die Neustadt senken, Richtwerte seien 55 Db (a) in der Nacht und 65 Db (a) am Tag. Dazu müsste die Menge des Verkehrs deutlich gesenkt werden, so das Umweltamt. Teilweise werden in der Neustadt bis zu 90 Dezibel erreicht. Mit der Einheit DB (a) wird der Schalldruckpegel gemessen. Auf der Königsbrücker Straße beispielsweise fahren täglich 20.000 Autos pro Tag, die produzieren viel Lärm. 

Durchgangsverkehr reduzieren

Mögliche Maßnahmen könnten laut Umweltamt die Reduzierung des Verkehrs und die vermehrte Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs oder des Fahrrads sein. Den Verkehrslärm könnte man auch durch die Sanierung von Kopfsteinpflasterstraßen reduzieren. Der Lärmaktionsplan enthält 24 Einzelmaßnahmen, dabei soll vor allem der Durchgangsverkehr auf dem Bischofsweg, der Görlitzer und der Rothenburger Straße reduziert werden. Auf dem Bischofsweg zwischen Königsbrücker Straße und der Alaunstrasse beispielsweise soll die erlaubte Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde gesenkt werden. Die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung soll regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem sieht der Masterplan die Sanierung der Königsbrücker Straße, der Tannenstasse und des Bischofswegs vor. 

Fördern will der Plan außerdem den Ausbau der Straßenbahnhaltestellen in der Neustadt sowie CarSharing-Angebote für Autos und Fahrräder. Prüfen will die Stadt das Konzept des autoarmes Wohnens sowie die Bildung von dynamischen Fahrgemeinschaften. So könnten beispielsweise Arbeitskollegen künftig nur noch mit einem statt mit zwei Autos fahren. 

Schon länger eine autofreie oder zumindest eine verkehrsberuhigtere Neustadt wünschen sich die Linken in der Neustadt. „Schon eine autofreiere Neustadt wäre nicht schlecht. Vor allem die parkenden PKW sind störend, wenn man mit Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs ist. Lärm und Schmutz durch Abgase etc. sind natürlich eine Belastung für die Menschen“, ärgert sich Linken-Ortsbeirätin Kristin Hofmann. Eine Debatte über weniger Autos müsse auch eine Debatte über einen verbesserten ÖPNV sein, auch Fahrradfahren müsse sicherer und attraktiver werden, so die Ortsbeirätin. Wohin die Reise geht, soll am Ende eine breit angelegte Bürgerbeteiligung zeigen, wünscht sie sich.

Tempo 20, Sackgassen und Shared-Space

Die SPD sieht die autofreie Neustadt als langfristige Vision. „Durch parkende Autos entsteht viel toter Raum, der durch niemand anderen nutzbar ist. Das müssen wir perspektivisch ändern, indem wir mehr und bezahlbaren Parkraum in Parkhäusern am Rande der Äußeren Neustadt schaffen“, so Stadtrat Vincent Drews.  Ein wichtiges Ziel sei es, den Verkehr in der Äußeren Neustadt insgesamt zu reduzieren. Um diesem Ziel schrittweise näher zu kommen, müsse bei den geplanten Straßenerneuerungen über verschiedene Maßnahmen nachgedacht werden. „Ich kann mir dabei Tempo-20-Zonen oder Spielstraßen und Aufpflasterungen zur Reduzierung der Geschwindigkeit, Sackgassen-Lösungen zur Vermeidung von Durchgangsverkehr und Shared-Space-Lösungen vorstellen.“ Ähnlich sehen das auch die Jusos. „Die untere Alaunstraße könnte zum Beispiel perspektivisch zu einer Fußgängerzone umgestaltet werden und die Louisenstraße würde sich bei einer demnächst anstehenden Sanierung als Modellprojekt für das Shared-Space-Konzept anbieten“, schildert Juso-Vorsitzender Stefan Engel seine Ideen.

Auch die Dresdner Piraten setzen sich für eine zukunftsorientierte Politik in den Bereichen Straßenbau, Verkehrsplanung und -lenkung sowie des ÖPNV ein. Der Fahrradverkehr und der Radverkehr müssten gestärkt werden. Für Gewerbetreibende müsse aber weiterhin die Möglichkeit der Anlieferung bestehen, so Sachsens Piratenchef Marcel Ritschel. „Neben dem Erhalt und die Vergrößerung des Grünflächenanteils und der Baumbestände werden Luft- und Lebensqualität verbessert und das optische Erscheinungsbild von Dresden positiv beeinflusst. Und ganz ehrlich, welcher Mensch braucht in der Neustadt also wirklich direkt drin ein Auto. Alle Geschäfte sind locker zu Fuß zu erreichen und die Anbindung an Bahn ist super“, ist er sicher.  

Julia Vollmer

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