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Stadtverwaltung hat sich auf Umbauvariante für „Königsbrücker“ festgelegt

Königsbrücker Straße Stadtverwaltung hat sich auf Umbauvariante für „Königsbrücker“ festgelegt

Seit 1957 wird diskutiert, seit dem Jahr 2000 intensiv geplant. Jetzt legt die Stadtverwaltung ihre Vorzugsvariante für den Umbau der Königsbrücker vor.

Hier vor der Schauburg soll sich laut den Planungen künftig die Haltestelle für die Bahnen befinden, die Richtung Stadtzentrum fahren.

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  „Das war der Durchbruch!“ Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain lässt keinen Zweifel daran, dass es die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) waren, die den entscheidenden Anstoß bei den letzten Planungen zur Sanierung der Königsbrücker Straße gegeben haben. Das DVB-Zugeständnis, beide Haltestellen am Bischofsweg vor der „Schauburg“ zu planen, hat die Verkehrsführung auf der großen Kreuzung an dem Kino entscheidend vereinfacht. Nun können stadteinwärts zwei Autospuren geplant werden, eine geradeaus und eine für Rechtsabbieger.

Einmal mehr steht die Königsbrücker Straße zur Diskussion. Nach der zuletzt beschlossenen Variante 7 favorisiert die Mehrheit des Stadtrates aber eine andere Form. Wir zeigen die Varianten 7, 8.4 und 8.7 im Detail.

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Schmidt-Lamontain ist überzeugt davon, dass die Planungsvariante 8.7, zu der diese Lösung gehört, die beste ist und deshalb umgesetzt werden sollte. „Das ist unsere Vorzugsvariante“, sagte der Baubürgermeister, „die werden wir den Stadträten vorschlagen“. Die Räte sollen möglichst noch vor der Sommerpause entscheiden. Stimmen sie zu, könnten bis zum Jahresende die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren zusammengestellt werden, das dann bestenfalls im nächsten Jahr über die Bühne geht. Ein Baubeginn sei so 2018 denkbar, prognostiziert Schmidt-Lamontain. Gebaut würde dann im Zentralabschnitt mit den Geschäften bis zur Adventszeit, auf dem Rest der Straße bis etwa Mitte 2019. Das alles aber nur, wenn jetzt wirklich alles glatt läuft.

Variante 7

Eckpunkte der Planung: Gleisbett der Straßenbahn schließt zwischen Albertplatz und Katharinenstraße bündig an die Fahrbahn der Autos an; weiter bis zur Paulstraße dürfen Autos auch über die Gleise fahren, dazu je ein weiterer Fahrstreifen pro Richtung für Autos; Paulstraße bis Stauffenbergallee Gleisbett neben Fahrbahn, darf nur teilweise von Autos mitgenutzt werden; stets separate Anlagen für Radfahrer.

Vorteile dieser Variante: gute Verkehrsqualität; separate Flächen für alle Verkehrsarten; förderfähig, weil Verbesserungen für den Verkehrsablauf und die Radfahrer zu erwarten sind.

Nachteile: Fußwege im mittleren Abschnitt zum Teil recht schmal; hohe Flächenversiegelung; Gefahr für Naturdenkmal Flatterulme (Königsbrücker Straße 49).

Schon am Donnerstagabend erleben die Pläne aus dem Rathaus den nächsten Test. Dann wollen Schmidt-Lamontain und Reinhard Koettnitz, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, die derzeit diskutierten Varianten bei einer Bürgerversammlung vorstellen. Zur Debatte stehen dann die Vorzugsvariante 8.7, die Variante 8.4, die der Stadtrat zusätzlich in Auftrag gegeben hat, und die bereits bekannte Version 7., auf der die zwei neueren Umbauvorschläge basieren.

Variante 8.4

Eckpunkte der Planung: Sanierung im Bestand, also ohne wesentliche Änderungen an der Lage der Bordsteinkanten; gemeinsamer Fahrstreifen für Autos und Straßenbahnen durchgehend vom Albertplatz bis zur Stauffenbergallee; auf der gesamten Länge separate Radwege.

Vorteile dieser Variante: angemessene Fußwegbreiten auf der gesamten Länge; geringste Flächenneuversiegelung; teilweise Erhalt der Alleestruktur nördlich des Bischofswegs.

Nachteile: aus Platzgründen keine Linksabbieger zwischen Albertplatz und Tannenstraße; mehr Fahrzeuge weichen auf Nebenstraße aus; Sicherheitsprobleme für Radfahrer und Fußgänger; Förderfähigkeit kritisch, weil nicht alle Verkehrsarten Verbesserungen bekommen; womöglich nicht genehmigungsfähig.

Wesentliche Unterschiede: Bei Variante 8.4 sollen die Bordsteinlagen weitestgehend erhalten bleiben und zusätzlich Fahrradwege entstehen. Dafür ist die Straße zu eng, sind die Planer überzeugt, Staus und Wartezeiten sind vorprogrammiert. Die Variante 7 unterscheidet sich von der Vorzugsversion unter anderem durch ein ebenerdiges Gleisbett zwischen Albertplatz und Katharinenstraße sowie zwischen Bischofsweg und Stauffenbergallee. Und eben durch die Lage der Haltestellen am Bischofsweg, die bei Variante 7 wie bisher bekannt auch in Zukunft angeordnet sein sollen.

Variante 8.7

Eckpunkte der Planung: separates Gleisbett für die Straßenbahn zwischen Albertplatz und Katharinenstraße; gemeinsame Fahrspuren für Bahnen und Autos zwischen Katharinenstraße und Bischofsweg; separates Gleisbett für die Straßenbahn zwischen Bischofsweg und Stauffenbergallee; auf der gesamten Länge separate Radwege; Straßenbahnhaltestellen für beide Richtungen vor der Schauburg.

Vorteile dieser Variante: gute Verkehrsqualität, klare Flächenzuordnung; geringe Gefahr von Verkehrsstörungen; förderfähig und keine Probleme bei Genehmigung.

Nachteile: zusätzliche Haltestelle für Einrückefahrten der Bahnen und Wegfall einiger Parkplätze auf der Westseite des Bischofswegs; hohe Flächenneuversiegelung; Gefahr für das Naturdenkmal Flatterulme (Königsbrücker Straße 49).

Alle drei Varianten hat die Stadtverwaltung gegenübergestellt. Städtebau-Fragen, der Denkmalschutz, der Verkehrsfluss und Umweltfragen wurden dabei geprüft, die Förderfähigkeit und die Gesamtbaukosten bewertet. Das Fazit: Bei Variante 7 ist der Verkehrsfluss gut, aber es sind „städtebaulich große Eingriffe“ nötig, so Koettnitz. Bei Variante 8.4 ist das genau umgekehrt.

Die „8.7“ bezeichnet Koettnitz als Kompromiss mit den Vorteilen der zwei anderen Varianten. Und Schmidt-Lamontain sagt: „Wir würden diese Version nicht vorschlagen, wenn sie nicht förderfähig wäre“. Fazit: Sie soll es werden, sie ist aus Sicht der Stadt ein für alle Seiten akzeptabler Vorschlag. Nach vielen Varianten, die immer wieder verworfen wurden. Wieviele das bisher waren, kann selbst der Chef der Dresdner Straßenplaner nicht mehr sagen. „Seit dem Jahr 2000 wird intensiv daran geplant“, sagt Reinhard Koettnitz. Aber bereits seit 1957 sei der Ausbau der Königsbrücker Straße zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee Thema im Rathaus.

Von Christoph Springer

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Die Vorzugsvariante der Stadt ist noch lange nicht durch und auch nach rund 16 Jahren intensiver Diskussion über die Umgestaltung der Königsbrücker Straße in der Äußeren Neustadt ist offen, wie die vielbefahrene Verkehrsader in Zukunft aussehen soll.

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