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Stadtratsbeschluss: Zellescher Weg wird für Autos schmaler

Überbreite Fahrspuren geplant Stadtratsbeschluss: Zellescher Weg wird für Autos schmaler

Der Zellesche Weg wird schmaler. Mit 35 gegen 27 Stimmen beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend, dass im Zuge des Straßenbahnbaus aus zwei Fahrspuren künftig eine überbreite Spur wird. Profitieren davon werden vor allem Fahrradfahrer.  

Quelle: Visualisierungen: virtual architects

Dresden. Da prallten sie wieder mit voller Wucht aufeinander, die grundsätzlich verschiedenen Positionen zur Verkehrspolitik. Am späten Donnerstagabend sollte der Stadtrat entscheiden, wie der Zellesche Weg im Zuge des Vorhabens „Stadtbahn 2020“ umgebaut werden soll. Bisher ist die Verkehrsachse vierspurig. Doch die Straßenbahn wird ein eigenes Gleisbett in der Mitte erhalten, das stellt die Grundsatzfrage.

Die Pläne für den Bauabschnitt Zellescher Weg im Detail

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„Wir haben wegen der Universität und dem besonderen Mobilitätsverhalten der Studenten an dieser Stelle fulminant mehr Radfahrer und fulminant mehr Fußgänger“, erklärte Johannes Lichdi, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, warum die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit (RGR) die Fahrbahn verkleinern will. Zwei mit je 5,50 Meter überbreite Fahrspuren sollen nach dem Willen von RGR entstehen, den Autofahrern wird auf jeder Seite ein Meter genommen.

„Wir wollen die Autofahrer nicht knechten“, beteuert Lichdi, „an den Knotenpunkten wird nichts geändert. Die werden wie gehabt aufgeweitet.“ Der schmalere Ausbau spare aber zum einen fünf Millionen Euro Kosten für Grundstückskäufe und ermögliche zum anderen, den Wall an der Sächsischen Landesbibliothek – Universitätsbibliothek zu erhalten.

Von einer „ideologischen Verkehrspolitik“ sprach dagegen Gunter Thiele, verkehrspolitischer Sprecher der CDU. „Der Zellesche Weg ist eine leistungsfähige Hauptverkehrsstraße. Eine wachsende Stadt braucht leistungsfähige Trassen.“ Das Konzept zweier überbreiter Spuren erreiche die Leistungsfähigkeit einer vierspurigen Trasse auf keinen Fall. „Der Zellesche Weg ist aber auch Umleitungsstrecke, wenn auf der Autobahn etwas passiert“, gab Thiele zu bedenken.

Franz-Josef Fischer (FDP/Freie Bürger) hält den von der Verwaltung vorgeschlagenen vierspurigen Ausbauplan für eine gute Sache und brachte eine Interpretation ins Spiel, warum jetzt zwei überbreite Spuren zur Debatte stehen. „Früher hatte in der SPD Axel Bergmann das Sagen, der hätte so etwas nie zugestimmt. Jetzt schicken die Sozialdemokraten ihre baupolitischen Lehrlinge in den Bauausschuss.“ Bergmann ist vergangenes Jahr vom Stadtrat ins Kultusministerium gewechselt, die SPD ist mit nun mit den Nachwuchspolitikern Hendrik Stalmann-Fischer und Vincent Drews im Ausschuss vertreten.

Stalmann-Fischer sprach davon, die Pläne würden eine umweltfreundliche Mobilität fördern. Das erklärte auch der Verkehrsökologe Udo Becker, der auf Antrag der Linken das Wort ergreifen durfte. Ziel müsse es sein, 20 Prozent der Autofahrer dazu zu bewegen, auf den Öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad umzusteigen, so der Wissenschaftler. „Wenn zu attraktiv umgebaut wird, fahren noch mehr Leute Auto.“ Der Stadtrat könne entscheiden, wieviel Geld die Dresdnerinnen und Dresdner künftig an der Tankstelle sparen würden.

„Helfen Sie den Autofahrern“, forderte Becker die Stadträte auf, „wenn ein Fünftel der Konkurrenten von der Straße verschwindet, kommen sie schneller durch und finden schneller Parkplätze.“ Ingo Flemming (CDU) warf dem Wissenschaftler Unseriosität vor, wenn er mit 22.000 Fahrzeugen pro Tag rechne. „Wir haben im Ausschuss gehört, dass die Belegung auf 27.000 steigen wird.“

Mit 35 gegen 27 Stimmen beschloss der Stadtrat die schmale Variante.

Thomas Baumann-Hartwig

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