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Scheidender DVB-Chef: Bestnote der Kunden ist Herausforderung

Reiner Zieschank gibt sein Amt ab Scheidender DVB-Chef: Bestnote der Kunden ist Herausforderung

"Die Bodenbacher funktioniert jeden Tag, aber mit dem Postplatz bin ich nicht glücklich." So beschreibt Reiner Zieschank, scheidender Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), beim Rückblick auf seine Dienstjahre das Ergebnis zweier umstrittener Bauprojekte in Dresden.

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Reiner Zieschank bleibt noch bis zum Jahresende. Dann übernimmt Andreas Hemmersbach von ihm das Amt des DVB-Vorstands für Finanzen und Technik. Der 47-Jährige arbeitet seit 1994 bei den Verkehrsbetrieben.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. "Die Bodenbacher funktioniert jeden Tag, aber mit dem Postplatz bin ich nicht glücklich." So beschreibt Reiner Zieschank, scheidender Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), beim Rückblick auf seine Dienstjahre das Ergebnis zweier umstrittener Bauprojekte in Dresden, bei denen auch die Straßenbahntrassen eine entscheidende Rolle spielten. Ja, vielleicht hätten nicht alle Bordsteinkanten auf der Bodenbacher Straße so gebaut werden müssen, wie es letztlich stattgefunden hat, aber die Trasse, auf der die Pilotlinie 2 verkehrt, sei letztlich ein Erfolg.

"Das ist ein Signal dafür, dass man Straßenbahn auch so machen kann, dass sie nicht ständig im Stau steht", freut sich Zieschank beim Resümee seiner 24 DVB-Jahre. Und der Postplatz? "Da war der Nahverkehr in der Stadtplanung einfach der zweite Sieger", sagt Zieschank. Der Platz sei weder optisch gelungen noch ein Erfolg aus Sicht der DVB. "Ich ärgere mich bis heute, dass wir es nicht geschafft haben, dass wir geradeaus in die Schweriner Straße fahren können", so der DVB-Vorstand, dessen Dienstzeit offiziell am 31. Dezember zu Ende geht. An der Optik lässt er kein gutes Haar. "Ich finde das ganze Ensemble eher schlimm", sagt der scheidende Nahverkehrschef, "es fängt an mit der Bauqualität, ich verstehe nicht, wie man so etwas wie die Fassade der Altmarktgalerie in eine Innenstadt stellen kann." Dieser Platz sei einer Stadt nicht würdig.

Insgesamt aber ist Zieschank zufrieden mit seiner DVB-Zeit, die von der "Aufbruchsstimmung" der frühen 90er Jahre über die Umstrukturierung des Unternehmens bis in eine Gegenwart reicht, in der die DVB bei Kundenbefragungen regelmäßig Bestnoten bekommen. Dieses Ergebnis sieht sein Nachfolger Andreas Hemmersbach als besondere Herausforderung. Es wird nicht leicht, diesen Vorgaben gerecht zu werden, ist der 47-Jährige überzeugt, der eine Familie mit zwei Kindern hat und 1994, nach dem Abschluss seines Volkswirtschaft-Studiums in Münster, zu den Verkehrsbetrieben kam. "Dresden verändert sich wie alle Großstädte und die Erwartungshaltung der Bürger an den öffentlichen Nahverkehr steigt", ist er überzeugt. Die DVB sollen ihren Spitzenplatz bei der Kundenzufriedenheit halten, gibt Hemmersbach die Richtung vor, müssen sich aber zugleich neuen Themen wie Elektromobilität und der Erneuerung des Straßenbahnfuhrparks stellen.

Das sei auch nötig mit Blick auf die wachsende Rolle des Fahrrads im Verkehrsalltag, so Hemmersbach, der selbst begeisterter Radfahrer und Dauerläufer ist. In anderen Städten sei es längst nicht so selbstverständlich wie in Dresden, dass in Straßenbahnen auch Platz für Fahrräder ist. Dieses Angebot werde zunehmend angenommen, die nächsten Straßenbahn-Generation müsse dem auch durch die breiteren Wagenkästen mit mehr Platz gerecht werden. "Aber das ist nicht nur eine Frage der Fahrzeuge, auch der Infrastruktur", weist er auf die oftmals heftigen Diskussionen um Gleisabstände und den Platzbedarf der Straßenbahnen hin.

Richtig punkten kann der öffentliche Nahverkehr im Vergleich mit dem Privatauto allerdings nur dann, wenn er nicht nur als Personentransport verstanden wird. "Ja, der Kunde kauft als Produkt den Transport von A nach B", sagt Hemmersbach, damit verbinde sich heute aber viel mehr als der reine Weg. "Auf dem Weg zur Straßenbahn will man vom Smartphone erfahren, ob sie pünktlich ist. An der Haltestelle muss es sauber und im Winter geräumt sein, es muss Sitzgelegenheiten und ein Dach geben, Ein- und Ausstieg müssen barrierefrei sein - das ist eine ganz andere Palette von Anforderungen, als wir sie vor Jahren wahrgenommen haben", erklärt der designierte DVB-Vorstand für Finanzen und Technik. Künftig gehe es nicht mehr nur um Straßenbahnen oder Busse, sondern immer mehr um die Vernetzung von Verkehrsmitteln.

An dieser Stelle kommt Hemmersbachs Amtsvorgänger Reiner Zieschank wieder ins Spiel. Denn der angehende Pensionär ist ein gefragter Fachmann, berät Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) künftig als einer von zwei Chefs ehrenamtlich in der Strategiekommission für den Personennahverkehr in Sachsen. "Eine schöne Aufgabe zum Abtrainieren", sagt Zieschank, der in knapp vier Wochen sein Chefbüro im vierten Stock der DVB-Zentrale räumt.

Christoph Springer

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